Chlamydien-Infektion: Diagnostik und Therapieempfehlung

Diese Leitlinie stammt aus 2021 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: CDC (2021)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die CDC-Leitlinie (2021) fasst die aktuellen Empfehlungen zur Diagnostik und Behandlung von Chlamydien-Infektionen zusammen. Chlamydien stellen die am häufigsten gemeldete bakterielle sexuell übertragbare Infektion dar.

Die höchste Prävalenz findet sich bei Personen unter 25 Jahren. Da die Infektion häufig asymptomatisch verläuft, bleibt sie ohne regelmäßiges Screening oft unentdeckt.

Unbehandelt kann eine Infektion bei Frauen zu schweren Folgeerkrankungen wie einer Beckenentzündung (PID), ektopen Schwangerschaften und Unfruchtbarkeit führen. Auch bei Neugeborenen infizierter Mütter können Komplikationen wie Konjunktivitis oder Pneumonie auftreten.

Empfehlungen

Screening und Diagnostik

Die Leitlinie empfiehlt ein jährliches Screening für alle sexuell aktiven Frauen unter 25 Jahren. Bei älteren Frauen wird ein Screening bei Vorliegen von Risikofaktoren empfohlen.

Für die Diagnostik werden Nukleinsäure-Amplifikations-Tests (NAAT) als sensitivste Methode empfohlen. Als optimale Probenmaterialien gelten:

  • Vaginalabstrich bei Frauen (auch als Selbstabstrich möglich)

  • Erststrahlurin bei Männern

  • Rektal- oder Oropharyngealabstriche je nach sexueller Exposition

Therapie bei Erwachsenen

Die Leitlinie empfiehlt eine frühzeitige antibiotische Behandlung, um Komplikationen und Übertragungen zu verhindern. Als Erstlinientherapie für urogenitale, rektale und oropharyngeale Infektionen wird Doxycyclin empfohlen.

Doxycyclin zeigt laut Leitlinie insbesondere bei rektalen Infektionen eine höhere mikrobiologische Heilungsrate als Azithromycin. Azithromycin und Levofloxacin gelten als alternative Behandlungsoptionen.

Nachsorge und Partnerbehandlung

Ein routinemäßiger Test auf Heilung (Test of Cure) wird bei unkomplizierten Verläufen nicht empfohlen. Aufgrund der hohen Reinfektionsrate wird jedoch eine erneute Testung nach 3 Monaten angeraten.

Sexualpartner der letzten 60 Tage sollten evaluiert, getestet und präsumtiv behandelt werden. Um Reinfektionen zu vermeiden, wird eine sexuelle Karenz für 7 Tage nach Therapiebeginn und bis zur vollständigen Behandlung aller Partner empfohlen.

Schwangerschaft und Neugeborene

In der Schwangerschaft wird Azithromycin als Mittel der Wahl empfohlen. Bei Schwangeren wird ein Test auf Heilung etwa 4 Wochen nach Therapieende empfohlen.

Zur Prävention neonataler Infektionen wird ein pränatales Screening der Mutter empfohlen. Eine prophylaktische Augenbehandlung des Neugeborenen mit Erythromycin ist laut Leitlinie unwirksam gegen chlamydienbedingte Ophthalmia neonatorum.

Dosierung

Dosierung bei Jugendlichen und Erwachsenen

PatientengruppeMedikamentDosierungBemerkung
Jugendliche & ErwachseneDoxycyclin100 mg oral, 2x täglich für 7 TageEmpfohlene Therapie
Jugendliche & ErwachseneAzithromycin1 g oral als EinzeldosisAlternative
Jugendliche & ErwachseneLevofloxacin500 mg oral, 1x täglich für 7 TageAlternative
SchwangereAzithromycin1 g oral als EinzeldosisEmpfohlene Therapie
SchwangereAmoxicillin500 mg oral, 3x täglich für 7 TageAlternative

Dosierung bei Neugeborenen und Kindern

PatientengruppeMedikamentDosierung
Neugeborene (Ophthalmie/Pneumonie)Erythromycin50 mg/kg KG/Tag oral, aufgeteilt in 4 Dosen für 14 Tage
Säuglinge (Pneumonie)Azithromycin20 mg/kg KG/Tag oral, 1x täglich für 3 Tage (Alternative)
Kinder < 45 kgErythromycin50 mg/kg KG/Tag oral, aufgeteilt in 4 Dosen für 14 Tage
Kinder >= 45 kg, < 8 JahreAzithromycin1 g oral als Einzeldosis
Kinder >= 8 JahreDoxycyclin100 mg oral, 2x täglich für 7 Tage (oder Azithromycin 1 g Einzeldosis)

Kontraindikationen

Die Leitlinie weist darauf hin, dass Doxycyclin im zweiten und dritten Trimester der Schwangerschaft aufgrund des Risikos von Zahnverfärbungen beim Fötus kontraindiziert ist.

Erythromycin wird bei Erwachsenen aufgrund häufiger gastrointestinaler Nebenwirkungen, die zu Therapieabbrüchen führen können, nicht mehr empfohlen.

Bei der Gabe von Makroliden (Erythromycin, Azithromycin) an Säuglinge unter 6 Wochen wird vor einem erhöhten Risiko für eine infantile hypertrophe Pylorusstenose (IHPS) gewarnt. Diese Säuglinge sollten entsprechend überwacht werden.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie warnt davor, bei Frauen mit urogenitaler Chlamydien-Infektion eine begleitende rektale Infektion zu übersehen, da diese häufig vorkommt und nicht durch die berichtete sexuelle Aktivität vorhergesagt werden kann. Es wird betont, dass eine unzureichend behandelte rektale Infektion durch Autoinokulation zu wiederholten urogenitalen Infektionen führen kann. Daher wird Doxycyclin gegenüber Azithromycin bevorzugt, da es bei rektalen Infektionen eine signifikant höhere Wirksamkeit aufweist.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie wird Doxycyclin (100 mg zweimal täglich für 7 Tage) als Erstlinientherapie bei Jugendlichen und Erwachsenen empfohlen. Azithromycin und Levofloxacin gelten als Alternativen.

Ein routinemäßiger Test auf Heilung wird bei unkomplizierten Fällen nicht empfohlen. Die Leitlinie rät jedoch zu einer erneuten Testung nach 3 Monaten, um Reinfektionen frühzeitig zu erkennen.

In der Schwangerschaft wird eine Einzeldosis von 1 g Azithromycin empfohlen. Etwa 4 Wochen nach der Behandlung sollte gemäß Leitlinie ein Test auf Heilung durchgeführt werden.

Es wird empfohlen, für 7 Tage nach Beginn der Therapie auf sexuellen Kontakt zu verzichten. Zudem sollte die Karenz andauern, bis alle Sexualpartner vollständig behandelt wurden.

Die Leitlinie empfiehlt die Evaluierung und präsumtive Behandlung aller Sexualpartner der letzten 60 Tage vor Symptombeginn oder Diagnosestellung.

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Quelle: CDC Chlamydia Treatment Guidelines (CDC, 2021). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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