IQWiG2022Onkologie

Capmatinib bei NSCLC: METex14-Mutation und Indikation

Diese Leitlinie stammt aus 2022 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2022)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Dieser Artikel basiert auf der Nutzenbewertung des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) zum Wirkstoff Capmatinib.

Capmatinib wird als Monotherapie zur Behandlung von erwachsenen Patientinnen und Patienten mit fortgeschrittenem nicht kleinzelligem Bronchialkarzinom (NSCLC) eingesetzt. Voraussetzung ist das Vorliegen einer Mutation, die zu einem METex14-Skipping führt. Zudem richtet sich die Therapie an Personen, die bereits eine systemische Vortherapie mit Immuntherapie und/oder platinbasierter Chemotherapie erhalten haben.

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat die Zielpopulation anhand der jeweiligen Vortherapien in drei Fragestellungen unterteilt. Zur Bewertung des Zusatznutzens reichte der pharmazeutische Unternehmer Daten aus der unkontrollierten Studie GEOMETRY mono-1 sowie einen Vergleich mit Registerdaten (Studie RECAP) ein.

Empfehlungen

Das IQWiG kommt in seiner Bewertung zu folgenden zentralen Ergebnissen:

Bewertung der Evidenz

Laut IQWiG sind die vorgelegten Daten nicht geeignet, um einen Zusatznutzen von Capmatinib gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie abzuleiten. Die Ergebnisse der Studie GEOMETRY mono-1 lassen als einarmige, unkontrollierte Studie keinen direkten Vergleich zu.

Der vom pharmazeutischen Unternehmer durchgeführte Vergleich mit Registerdaten (Studie RECAP) weist methodische Mängel auf. Die herangezogenen Sensitivitätsanalysen umfassen teilweise Therapien, die nicht der vom G-BA festgelegten zweckmäßigen Vergleichstherapie entsprechen.

Endpunkt ZNS-Progression

Die Auswertung der Progression im zentralen Nervensystem (ZNS) wird vom IQWiG als nicht interpretierbar eingestuft. Im Interventionsarm wurden Patientinnen und Patienten mit asymptomatischen Hirnmetastasen durch ein obligatorisches Screening zu Studienbeginn ausgeschlossen, was nicht dem Versorgungsalltag im Kontrollarm entspricht.

Zudem wurde der Beobachtungszeitraum für ZNS-Ereignisse im Interventionsarm systematisch verkürzt. Ereignisse wurden hier nur bis zu einer systemischen Krankheitsprogression erfasst, während im Kontrollarm der gesamte Beobachtungszeitraum berücksichtigt wurde.

Fazit zum Zusatznutzen

Aufgrund der fehlenden geeigneten Datenbasis ergibt sich für alle drei Fragestellungen des G-BA das gleiche Resultat. Ein Zusatznutzen von Capmatinib gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie ist laut IQWiG nicht belegt.

Dosierung

Die Einleitung der Therapie sollte durch ärztliches Personal mit Erfahrung in der onkologischen Behandlung erfolgen. Vor Therapiebeginn ist der Nachweis der METex14-Skipping-Mutation durch einen validierten Test aus Tumorgewebe oder Blutplasma zwingend erforderlich.

MedikamentDosisIndikation
Capmatinib400 mg 2-mal täglich (oral)Fortgeschrittenes NSCLC mit METex14-Skipping nach Vortherapie

Die Einnahme kann unabhängig von den Mahlzeiten erfolgen. Bei leichter bis mäßiger Nierenfunktionsstörung sowie bei älteren Personen (ab 65 Jahren) ist keine Dosisanpassung erforderlich.

Kontraindikationen

Der Bericht verweist auf spezifische Warnhinweise und Überwachungsmaßnahmen während der Therapie:

  • Risiko für interstitielle Lungenerkrankung (ILD) und Pneumonitis

  • Hepatotoxizität (Erhöhung von ALT, AST und Gesamtbilirubin)

  • Anstieg des Serumkreatinins

  • Embryofetale Toxizität und Teratogenität (Kontraindikation in der Schwangerschaft)

  • Wechselwirkungen mit starken CYP3A-Inhibitoren und -Induktoren sowie Substraten von P-Glykoprotein

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Laut IQWiG-Bericht ist bei der Beurteilung einer ZNS-Progression im Versorgungsalltag Vorsicht geboten. Da Hirn-Scans außerhalb von klinischen Studien meist nur bei konkretem Symptomverdacht durchgeführt werden, können asymptomatische Hirnmetastasen zu Behandlungsbeginn unentdeckt bleiben und den klinischen Verlauf beeinflussen.

Häufig gestellte Fragen

Die empfohlene Dosis beträgt laut Fachinformation 400 mg zweimal täglich. Die Tabletten werden oral eingenommen, unabhängig von der Nahrungsaufnahme.

Bei leichter bis mäßiger Nierenfunktionsstörung ist keine Dosisanpassung erforderlich. Bei schwerer Niereninsuffizienz ist laut Bericht Vorsicht geboten, da hierzu keine ausreichenden Daten vorliegen.

Das IQWiG sieht den Zusatznutzen von Capmatinib gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie als nicht belegt an. Die vom Hersteller vorgelegten Studiendaten wurden aufgrund methodischer Mängel als nicht geeignet eingestuft.

Das Medikament ist für Patientinnen und Patienten zugelassen, die zuvor bereits eine Immuntherapie und/oder eine platinbasierte Chemotherapie erhalten haben. Es wird somit ab der Zweitlinie eingesetzt.

Vor Behandlungsbeginn muss eine genetische Veränderung, die zu einem METex14-Skipping führt, nachgewiesen werden. Dies erfolgt mittels eines validierten Tests aus Tumorgewebe oder Blutplasma.

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Quelle: IQWiG A22-87: Capmatinib (Fortgeschrittenes NSCLC mit einer METex14-Skipping-Mutation) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2022). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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