Candida-Infektionen: Diagnostik & Therapieempfehlungen

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AWMF|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Candida-Infektionen sind eine bedeutende Ursache für Morbidität und Letalität, insbesondere bei immunsupprimierten und intensivmedizinisch betreuten Patienten. Die gemeinsame S1-Leitlinie der Deutschsprachigen Mykologischen Gesellschaft (DMykG) und der Paul-Ehrlich-Gesellschaft für Chemotherapie (PEG) fasst den aktuellen Stand zu Diagnostik und Therapie zusammen.

Candida albicans ist der häufigste Erreger sowohl bei oberflächlichen als auch bei invasiven Candidosen. Je nach lokaler Epidemiologie und Patientengruppe werden jedoch zunehmend Non-albicans-Arten wie Candida glabrata, Candida parapsilosis oder Candida krusei nachgewiesen.

Zu den wesentlichen Risikofaktoren für invasive Candidosen zählen eine prolongierte Breitspektrumantibiose, zentrale Venenkatheter, parenterale Ernährung und Granulozytopenie. Die Letalität einer behandelten invasiven Candidose liegt laut Leitlinie unverändert hoch zwischen 15 und 50 Prozent.

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💡Praxis-Tipp

Ein zentraler Praxisaspekt der Leitlinie ist die zwingende Empfehlung zur Fundoskopie bei allen Patienten mit nachgewiesener Candidämie. Da eine okuläre Beteiligung (Endophthalmitis oder Chorioretinitis) häufig asymptomatisch verläuft und Echinocandine nur unzureichend in den Glaskörper penetrieren, ist dieser Ausschluss für die Wahl des richtigen Antimykotikums und die Verhinderung eines Sehverlusts essenziell.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie wird Fluconazol nicht mehr für die Initialtherapie bei kritisch kranken Patienten empfohlen. Es eignet sich jedoch als Step-Down-Therapie ab Tag 5 bei klinischer Stabilisierung, negativen Blutkulturen und nachgewiesener In-vitro-Empfindlichkeit.

Die Leitlinie empfiehlt die umgehende Entfernung oder den Wechsel zentraler Venenkatheter bei einer Candidämie. Ein alleiniger Wechsel über einen Seldingerdraht wird nicht empfohlen.

Es wird eine Therapiedauer von mindestens 14 Tagen nach der ersten negativen Blutkultur empfohlen. Voraussetzung ist die vollständige Rückbildung aller infektionsbedingten klinischen Befunde.

Die Leitlinie empfiehlt eine Kombination aus chirurgischer Sanierung der Herzklappe und einer antimykotischen Kombinationstherapie. Initial wird häufig liposomales Amphotericin B in Kombination mit einem Echinocandin oder 5-Flucytosin eingesetzt.

Der Nachweis von Candida-Spezies in respiratorischen Sekreten spiegelt meist eine Kolonisation wider und ist allein nicht beweisend für eine invasive Pneumonie. Eine antimykotische Therapie wird in diesen Fällen ohne histologischen Gewebenachweis nicht routinemäßig empfohlen.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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