IQWiG2014

Canagliflozin/Metformin: Zusatznutzen und Dosierung

Diese Leitlinie stammt aus 2014 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2014)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der IQWiG-Bericht A14-27 bewertet den Zusatznutzen der fixen Wirkstoffkombination Canagliflozin/Metformin. Diese wird zur Behandlung von Erwachsenen mit Diabetes mellitus Typ 2 eingesetzt.

Die Bewertung erfolgt im Rahmen der frühen Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V. Dabei wird das Medikament mit der vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) festgelegten zweckmäßigen Vergleichstherapie verglichen.

Das Institut unterteilt die Bewertung in drei spezifische Fragestellungen. Diese richten sich nach den zugelassenen Indikationen und den jeweiligen Vortherapien der betroffenen Personen.

Empfehlungen

Der Bericht bewertet den Zusatznutzen anhand von drei Fragestellungen. Für alle drei Anwendungsgebiete lautet das Fazit: Ein Zusatznutzen ist nicht belegt.

Fragestellung A: Zweifachkombination

Hierbei wird Canagliflozin/Metformin mit der Gabe von Sulfonylharnstoff (Glimepirid oder Glibenclamid) plus Metformin verglichen. Das IQWiG stellt fest, dass die vom pharmazeutischen Unternehmer vorgelegte Studie DIA3009 für die Bewertung ungeeignet ist.

In der Studie wurden unterschiedliche Therapiestrategien angewendet. Während Glimepirid auf normnahe Blutzuckerzielwerte titriert wurde, erfolgte die Gabe von Canagliflozin in einer fixen Dosierung.

Fragestellung B: Dreifachkombination mit Sulfonylharnstoff

Die Kombination aus Canagliflozin, Metformin und Sulfonylharnstoff wurde mit Humaninsulin plus Metformin verglichen. Laut Bericht liegen hierfür keine relevanten direkt vergleichenden Studien vor.

Die eingereichten Studien DIA3002 und DIA3010 waren lediglich placebokontrolliert. Daher ist ein Zusatznutzen nicht belegt.

Fragestellung C: Dreifachkombination mit Insulin

In dieser Indikation wird Canagliflozin/Metformin plus Insulin mit Humaninsulin plus Metformin verglichen. Der pharmazeutische Unternehmer hat für diesen Vergleich keine Studien identifiziert.

Folglich ergibt sich auch für diese Patientengruppe kein Beleg für einen Zusatznutzen.

Dosierung

Laut Fachinformation, die im IQWiG-Bericht zitiert wird, gelten folgende Dosierungsvorgaben:

MedikamentDosierungIndikation / Bemerkung
Canagliflozin/Metformin50 mg Canagliflozin 2-mal täglich + Metformin in bisheriger DosisEmpfohlene Anfangsdosis bei unzureichender Kontrolle durch Metformin
Canagliflozin/Metformin150 mg Canagliflozin 2-mal täglich + Metformin in bisheriger DosisBei Bedarf an intensiverer Blutzuckerkontrolle und guter Verträglichkeit
Canagliflozin/MetforminMax. 300 mg Canagliflozin / 2000 mg Metformin pro TagMaximal empfohlene orale Tagesdosis

Die Einnahme sollte zweimal täglich jeweils zu einer Mahlzeit erfolgen. Dies wird empfohlen, um gastrointestinale Nebenwirkungen durch Metformin zu reduzieren.

Bei Kombination mit Insulin oder einem Insulinsekretagogon (z. B. Sulfonylharnstoff) kann eine Dosisreduktion des Insulins erwogen werden. Dies dient der Senkung des Hypoglykämierisikos.

Kontraindikationen

Der Bericht verweist auf folgende Kontraindikationen und Warnhinweise aus der Fachinformation:

  • Mäßige oder schwere Nierenfunktionsstörung (eGFR < 60 ml/min/1,73 m2 oder Kreatininclearance < 60 ml/min)

  • Diabetische Ketoazidose und diabetisches Präkoma

  • Akute Erkrankungen mit potenzieller Auswirkung auf die Nierenfunktion (z. B. Dehydration, schwere Infektion, Schock)

  • Akute oder chronische Erkrankungen, die eine Gewebshypoxie verursachen können (z. B. Herz- oder respiratorische Insuffizienz)

  • Leberfunktionsstörungen, akute Alkoholintoxikation und Alkoholismus

Zudem wird die Anwendung bei Personen mit Typ-1-Diabetes mellitus nicht empfohlen.

Es wird auf das Risiko einer Metformin-assoziierten Laktatazidose hingewiesen. Insbesondere bei älteren Menschen sind daher regelmäßige Kontrollen der Nierenfunktion erforderlich.

ClariMed durchsucht 14.000+ weitere Leitlinien
Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Laut IQWiG-Bericht ist bei der Kombinationstherapie mit Insulin oder Sulfonylharnstoffen auf ein erhöhtes Hypoglykämierisiko zu achten. Es wird darauf hingewiesen, dass in diesen Fällen eine Dosisreduktion des Insulins oder des Insulinsekretagogons erwogen werden kann. Zudem wird betont, dass vor Therapiebeginn ein eventuell bestehender Volumenmangel korrigiert werden sollte.

Häufig gestellte Fragen

Das IQWiG stellte fest, dass die vorgelegte Hauptstudie methodische Mängel aufwies. Die Vergleichsgruppe wurde auf Blutzuckerzielwerte titriert, während Canagliflozin in einer fixen Dosis verabreicht wurde, was einen fairen Vergleich verhinderte.

Laut den im Bericht zitierten Herstellerangaben darf das Medikament bei einer eGFR unter 60 ml/min/1,73 m2 nicht angewendet werden. Bei Werten zwischen 60 und 90 ml/min/1,73 m2 ist hingegen keine Dosisanpassung erforderlich.

Der Bericht gibt an, dass die maximal empfohlene orale Tagesdosis bei 300 mg Canagliflozin und 2000 mg Metformin liegt. Diese Grenze sollte bei der individuellen Dosisfindung nicht überschritten werden.

Es wird empfohlen, die Tabletten zweimal täglich jeweils zu den Mahlzeiten einzunehmen. Dies soll laut Fachinformation gastrointestinale Nebenwirkungen reduzieren, die durch den Metformin-Anteil verursacht werden können.

War diese Zusammenfassung hilfreich?

Quelle: IQWiG A14-27: Canagliflozin/Metformin - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2014). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

Verwandte Leitlinien

Über Google hier gelandet?

ClariMed durchsucht alle medizinischen Leitlinien

AWMF, NVL, NICE, WHO, ESC, KDIGO - Quellenzitiert, kostenlos. Speichern Sie Ihren Verlauf auf allen Geräten mit einem kostenlosen Konto.

Kostenloses Konto erstellen
Keine Kreditkarte. DSGVO-konform. In Deutschland gehostet.