Cabotegravir (CAB-LA): Leitlinien-Empfehlung HIV-PrEP
Hintergrund
Die WHO-Leitlinie (2022) befasst sich mit dem Einsatz von langwirksamem injizierbarem Cabotegravir (CAB-LA) zur HIV-Prävention. Es dient als Erweiterung der bestehenden Optionen zur Prä-Expositionsprophylaxe (PrEP).
Bisherige PrEP-Strategien basieren primär auf oralen Medikamenten oder Vaginalringen. Da die tägliche Tabletteneinnahme für viele Anwender eine Hürde darstellt, bietet eine injizierbare Depotformulierung eine Alternative zur Steigerung der Adhärenz.
In klinischen Studien zeigte CAB-LA eine hohe Wirksamkeit und reduzierte das Risiko einer HIV-Infektion im Vergleich zur oralen PrEP signifikant. Dies wird laut Leitlinie maßgeblich auf die bessere Therapietreue bei Injektionen zurückgeführt.
Empfehlungen
Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen für den Einsatz von Cabotegravir:
Indikation und Einsatz
Es wird die bedingte Empfehlung ausgesprochen, CAB-LA als zusätzliche Präventionsoption für Personen mit erheblichem HIV-Infektionsrisiko anzubieten (moderate Evidenz).
Die Leitlinie betont, dass CAB-LA stets als Teil eines umfassenden Kombinationsansatzes zur HIV-Prävention integriert werden sollte.
Diagnostik vor und während der Anwendung
Vor dem Start sowie vor jeder weiteren Injektion wird ein HIV-Test empfohlen.
Nur bei einem eindeutig negativen Testergebnis darf gemäß Leitlinie mit der PrEP begonnen oder diese fortgesetzt werden.
Bei unklaren oder reaktiven Befunden wird eine sofortige weitere Abklärung zur Bestätigung des HIV-Status empfohlen, bevor weitere Injektionen erfolgen.
Begleitende Maßnahmen
Die Leitlinie rät im Rahmen der PrEP-Betreuung zu folgenden begleitenden Schritten:
-
Aufklärung über die Wichtigkeit der termingerechten Injektionen zur Vermeidung von Resistenzbildungen
-
Regelmäßige Testung auf sexuell übertragbare Infektionen (STI) und Virushepatitis
-
Angebot von Kondomen und weiteren sexuellen Gesundheitsdiensten
Dosierung
Die Leitlinie nennt folgendes Dosierungsschema für langwirksames injizierbares Cabotegravir (CAB-LA) zur HIV-PrEP:
| Medikament | Dosis | Applikationsweg | Intervall |
|---|---|---|---|
| Cabotegravir (CAB-LA) | 600 mg | Intramuskulär | Erste zwei Injektionen im Abstand von 4 Wochen, danach alle 8 Wochen |
Kontraindikationen
Die Leitlinie nennt fortgeschrittene Lebererkrankungen und akute Virushepatitis als Kontraindikationen für den Beginn mit CAB-LA. Bei bestätigter Hepatotoxizität wird ein sofortiges Absetzen empfohlen.
Zudem wird darauf hingewiesen, dass CAB-LA nicht gegen das Hepatitis-B-Virus (HBV) oder Hepatitis-C-Virus (HCV) wirksam ist. Für Personen, die eine HBV-Therapie benötigen, wird stattdessen eine TDF-basierte orale PrEP als bevorzugte Option empfohlen.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie warnt vor dem Risiko einer Integrase-Inhibitor-Resistenz, falls es während der Anwendung oder in der langen Abbauphase (pharmakokinetischer "Tail") nach Absetzen von Cabotegravir zu einer HIV-Infektion kommt. Es wird nachdrücklich empfohlen, Anwender über die strikte Einhaltung der Injektionsintervalle aufzuklären. Bei einem Abbruch der Injektionen sollte umgehend auf alternative Schutzmaßnahmen verwiesen werden.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie erfolgen die ersten beiden intramuskulären Injektionen im Abstand von vier Wochen. Danach wird das Medikament alle acht Wochen verabreicht.
Die Leitlinie berichtet am häufigsten über Reaktionen an der Einstichstelle, insbesondere Schmerzen und Empfindlichkeit. Weitere mögliche Begleiterscheinungen sind Kopfschmerzen, Durchfall, Übelkeit und Müdigkeit.
Ja, es wird dringend empfohlen, vor jeder einzelnen Injektion einen HIV-Test durchzuführen. Dies dient laut Leitlinie dazu, eine unerkannte Infektion und damit verbundene Resistenzbildungen zu vermeiden.
Die Leitlinie weist darauf hin, dass Cabotegravir nicht gegen Hepatitis B wirksam ist. Bei Behandlungsbedürftigkeit einer Hepatitis B wird stattdessen eine TDF-basierte orale PrEP empfohlen.
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Quelle: Guidelines on long-acting injectable cabotegravir for HIV prevention (WHO, 2022). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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