Brustschmerz: Diagnostik, KHK und Marburger Herz-Score

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AWMF|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Brustschmerz ist ein häufiger Beratungsanlass in der hausärztlichen Versorgung. Die DEGAM S3-Leitlinie adressiert die Herausforderung, abwendbar gefährliche Verläufe wie das Akute Koronarsyndrom (ACS) sicher zu erkennen und gleichzeitig Überdiagnostik zu vermeiden.

Die häufigsten Ursachen in der Primärversorgung sind das Brustwandsyndrom, psychische Störungen, Atemwegsinfekte und die stabile koronare Herzkrankheit (KHK). Lebensbedrohliche Ursachen wie das ACS oder eine Lungenembolie sind seltener, erfordern aber eine rasche Identifikation.

Die Leitlinie betont die Wichtigkeit einer strukturierten Ersteinschätzung. Dabei wird empfohlen, somatische, psychische und soziale Informationen von Beginn an zu integrieren, um eine frühzeitige Fixierung auf rein somatische Ursachen zu vermeiden.

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💡Praxis-Tipp

Laut Leitlinie schließt ein unauffälliges Ruhe-EKG bei mittlerer oder hoher klinischer Wahrscheinlichkeit ein Akutes Koronarsyndrom (ACS) nicht mit hinreichender Sicherheit aus. Ebenso wird betont, dass ein Troponin-Schnelltest (Point-of-Care) in der Hausarztpraxis die klinische Einschätzung nicht ersetzt und bei kurzer Symptomdauer oft falsch-negativ ist. Es wird empfohlen, bei hoher klinischer ACS-Wahrscheinlichkeit die stationäre Einweisung nicht durch das Warten auf Laborwerte oder ein EKG zu verzögern.

Häufig gestellte Fragen

Die Leitlinie beschreibt den Marburger Herz-Score als robustes Instrument, insbesondere um eine KHK als Ursache auszuschließen. Bei einem Score-Wert von maximal 2 Punkten liegt die Wahrscheinlichkeit für eine KHK bei unter 2,5 Prozent.

Es wird von einem routinemäßigen Einsatz abgeraten, da die Sensitivität in den ersten Stunden zu gering ist. Lediglich bei unklaren Fällen mit einer Symptomdauer von eindeutig über 12 Stunden und unauffälligem EKG kann der Test laut Leitlinie erwogen werden.

Es wird eine Oberkörperhochlagerung, das Legen eines i.v.-Zugangs sowie die Gabe von Sauerstoff bei einer Sättigung unter 90 Prozent empfohlen. Bei gesichertem STEMI und fehlender Vormedikation wird die Gabe von 150 bis 300 mg ASS empfohlen.

Die Leitlinie nennt als typische Kriterien einen stechenden, gut lokalisierten Schmerz, der durch Palpation reproduzierbar ist. Begleitende lokalisierte Muskelverspannungen sprechen ebenfalls für diese Diagnose.

Wenn eine Refluxkrankheit als Ursache vermutet wird und keine Alarmzeichen vorliegen, wird ein kurzzeitiger Therapieversuch mit hochdosierten Protonenpumpenhemmern über 2 bis 4 Wochen empfohlen. Eine deutliche Besserung spricht für einen pathologischen Reflux.

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Quelle: Brustschmerz – DEGAM-Leitlinie für die primärärztliche Versorgung (AWMF). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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