IQWiG2020Onkologie

Brigatinib bei NSCLC: Zusatznutzen und Nebenwirkungen

Diese Leitlinie stammt aus 2020 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2020)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der vorliegende Bericht des IQWiG bewertet den Zusatznutzen von Brigatinib. Das Medikament wird als Monotherapie bei erwachsenen Patientinnen und Patienten mit ALK-positivem, fortgeschrittenem nicht kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC) eingesetzt.

Voraussetzung für diese Bewertung ist, dass die Behandelten zuvor nicht mit einem ALK-Inhibitor therapiert wurden. Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) Crizotinib festgelegt.

Die Bewertung basiert maßgeblich auf den Ergebnissen der randomisierten, kontrollierten Phase-3-Studie ALTA-1L. In dieser Studie wurde Brigatinib direkt mit Crizotinib verglichen.

Empfehlungen

Der IQWiG-Bericht formuliert folgende Kernaussagen zum Zusatznutzen von Brigatinib im Vergleich zu Crizotinib:

Gesamtüberleben nach Metastasierungsstatus

Laut Bericht zeigt sich beim Gesamtüberleben ein Unterschied je nach Vorliegen von Hirnmetastasen zu Studienbeginn.

  • Für Patienten mit Hirnmetastasen ergibt sich ein Hinweis auf einen geringen Zusatznutzen.

  • Für Patienten ohne Hirnmetastasen ist ein Zusatznutzen beim Gesamtüberleben nicht belegt.

Symptomatik und Lebensqualität

Der Bericht stellt für verschiedene Endpunkte der Morbidität und gesundheitsbezogenen Lebensqualität Vorteile für Brigatinib fest.

  • Es zeigt sich ein Anhaltspunkt für einen beträchtlichen Zusatznutzen bei Übelkeit, Erbrechen und Obstipation.

  • Bei der emotionalen Funktion ergibt sich ein Anhaltspunkt für einen beträchtlichen Zusatznutzen.

  • Für Frauen zeigt sich ein Anhaltspunkt für einen Zusatznutzen bei Schmerzen, Rollenfunktion und sozialer Funktion.

Nebenwirkungen und Schäden

Bei den unerwünschten Ereignissen (UE) zeigen sich sowohl positive als auch negative Effekte für Brigatinib.

  • Ein Anhaltspunkt für einen geringeren Schaden zeigt sich bei Augenerkrankungen, gastrointestinalen Erkrankungen und peripheren Ödemen.

  • Ein Hinweis auf einen erheblich höheren Schaden ergibt sich bei schweren UE wie erhöhter Kreatinphosphokinase.

  • Ein Anhaltspunkt für einen erheblich höheren Schaden liegt bei schwerem Bluthochdruck vor.

Gesamtaussage zum Zusatznutzen

In der Gesamtabwägung der positiven und negativen Effekte leitet das IQWiG folgende Gesamtaussagen ab:

  • Für Patienten mit Hirnmetastasen ergibt sich ein Hinweis auf einen geringen Zusatznutzen.

  • Für Patienten ohne Hirnmetastasen ergibt sich ein Anhaltspunkt für einen geringen Zusatznutzen.

Dosierung

Der Bericht zitiert folgende Dosierungsempfehlungen aus der Fachinformation für Brigatinib:

BehandlungsphaseDosisHäufigkeit
Tag 1 bis 790 mg1-mal täglich
Ab Tag 8180 mg1-mal täglich

Bei Unverträglichkeiten sind Dosisanpassungen möglich. Das stufenweise Herabsetzen erfolgt auf 120 mg, 90 mg und schließlich 60 mg täglich.

Die Behandlung sollte dauerhaft abgesetzt werden, wenn die tägliche Einnahme von 60 mg nicht vertragen wird.

Kontraindikationen

Laut Fachinformation liegt eine Kontraindikation bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile vor.

Der Bericht listet zudem Warnhinweise auf, die eine besondere Überwachung erfordern. Dazu zählen pulmonale Nebenwirkungen, Hypertonie, Bradykardie und Sehstörungen.

Ebenso wird auf erhöhte Kreatinphosphokinase-Werte, erhöhte Pankreasenzyme, Hepatotoxizität und Hyperglykämie hingewiesen. Die gleichzeitige Einnahme von Grapefruit oder starken CYP3A-Induktoren beziehungsweise -Inhibitoren sollte vermieden werden.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Der Bericht hebt hervor, dass der positive Effekt auf das Gesamtüberleben ausschließlich bei Patienten beobachtet wurde, die bereits zu Studienbeginn Hirnmetastasen aufwiesen. Es wird zudem darauf hingewiesen, dass unter Brigatinib spezifische schwere Nebenwirkungen wie eine erhöhte Kreatinphosphokinase und Bluthochdruck signifikant häufiger auftreten als unter Crizotinib. Eine engmaschige Überwachung dieser Parameter ist daher von besonderer klinischer Relevanz.

Häufig gestellte Fragen

Der Bericht bewertet Brigatinib als Erstlinientherapie bei erwachsenen Patienten mit ALK-positivem, fortgeschrittenem NSCLC. Voraussetzung ist, dass die Patienten zuvor nicht mit einem ALK-Inhibitor behandelt wurden.

Laut IQWiG zeigt sich ein Hinweis auf einen geringen Zusatznutzen beim Gesamtüberleben nur für Patienten mit Hirnmetastasen. Bei Patienten ohne Hirnmetastasen konnte kein Zusatznutzen beim Gesamtüberleben belegt werden.

Der Bericht stellt fest, dass schwere unerwünschte Ereignisse wie eine erhöhte Kreatinphosphokinase und Bluthochdruck unter Brigatinib häufiger auftreten als unter der Vergleichstherapie. Dies stellt einen Hinweis auf einen höheren Schaden dar.

Die Therapie beginnt mit 90 mg einmal täglich für die ersten sieben Tage. Ab dem achten Tag wird die Dosis auf 180 mg einmal täglich erhöht, sofern das Medikament gut vertragen wird.

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Quelle: IQWiG A20-42: Brigatinib (nicht kleinzelliges Lungenkarzinom) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2020). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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