Bakterielle Infektionen bei Neugeborenen: AWMF-Leitlinie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AWMF|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die AWMF-Leitlinie behandelt die Diagnostik und Therapie systemischer bakterieller Infektionen bei Früh- und Neugeborenen. Ziel ist die Reduktion von Todesfällen und die Vermeidung unnötiger Antibiotikatherapien.

Systemische Infektionen in dieser Altersgruppe zeigen oft unspezifische Symptome, die einem Systemic Inflammatory Response Syndrome (SIRS) entsprechen. Eine rasche Progredienz zum septischen Schock innerhalb weniger Stunden ist möglich.

Es wird zwischen der Early-onset-Sepsis (EOS, innerhalb der ersten 72 Lebensstunden) und der Late-onset-Sepsis (LOS, nach 72 Stunden) unterschieden. Bei der EOS dominieren Erreger der mütterlichen Vaginalflora wie E. coli und Streptokokken der Gruppe B, während bei der LOS häufig nosokomiale Keime wie Koagulase-negative Staphylokokken (CoNS) auftreten.

Vollständige Empfehlungen in der Originalleitlinie lesen
ClariMed durchsucht 14.000+ weitere Leitlinien
Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Ein unauffälliger CRP-Wert zu Beginn der klinischen Symptomatik schließt eine bakterielle Infektion beim Neugeborenen nicht aus, da das CRP erst 12 bis 24 Stunden nach Infektionsbeginn ansteigt. Es wird empfohlen, die Therapie bei klinischem Verdacht sofort zu beginnen und nicht auf Laborergebnisse zu warten. Zudem sollte Cefotaxim aufgrund der Gefahr von Resistenzentwicklungen und Pilzinfektionen nicht als empirische Standardtherapie eingesetzt werden.

Häufig gestellte Fragen

Die Leitlinie empfiehlt, die kalkulierte Antibiotikatherapie nach 36 bis 48 Stunden zu beenden, wenn die Blutkulturen negativ bleiben. Voraussetzung ist, dass keine klinischen oder laborchemischen Infektionszeichen mehr bestehen.

Es wird die Bestimmung von C-reaktivem Protein (CRP), Interleukin-6 oder Interleukin-8 sowie ein Differenzialblutbild empfohlen. Interleukin-6 und -8 steigen früh an, während das CRP erst nach 12 bis 24 Stunden reagiert.

Laut Leitlinie sollte die Beimpfung der aeroben Blutkulturflasche möglichst mit mindestens 1,0 ml Blut erfolgen. Geringere Mengen können mit Einbußen bei der Sensitivität der Diagnostik verbunden sein.

Eine Lumbalpunktion wird nicht bei asymptomatischen Kindern empfohlen, die lediglich anamnestische Risiken aufweisen. Sie ist jedoch bei jedem klinischen Verdacht auf eine Meningitis sowie bei Nachweis bestimmter Erreger in der Blutkultur indiziert.

Für die empirische Therapie der frühen Sepsis wird häufig eine Kombination aus Penicillin G oder Ampicillin und einem Aminoglykosid eingesetzt. Die genaue Auswahl sollte sich an der lokalen Resistenzstatistik orientieren.

War diese Zusammenfassung hilfreich?

Quelle: Bakterielle Infektionen bei Neugeborenen (AWMF). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

Verwandte Leitlinien

Über Google hier gelandet?

ClariMed durchsucht alle medizinischen Leitlinien

AWMF, NVL, NICE, WHO, ESC, KDIGO - Quellenzitiert, kostenlos. Speichern Sie Ihren Verlauf auf allen Geräten mit einem kostenlosen Konto.

Kostenloses Konto erstellen
Keine Kreditkarte. DSGVO-konform. In Deutschland gehostet.