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GBS-Prophylaxe Neugeborenensepsis: Leitlinie (AWMF)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf AWMF Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Ein generelles GBS-Screening (vaginal/rektal) wird für alle Schwangeren zwischen 35+0 und 37+0 SSW empfohlen.
  • Mittel der Wahl zur subpartalen Prophylaxe ist Penicillin G i.v. (Erstdosis 5 Mio. IE, dann 2,5 Mio. IE alle 4h).
  • Bei unbekanntem GBS-Status erfolgt die Antibiose risikobasiert (Frühgeburt, Blasensprung ≥ 18h, Fieber ≥ 38,0 °C).
  • Neugeborene von GBS-positiven Müttern ohne Infektionszeichen müssen mindestens 48 Stunden engmaschig klinisch überwacht werden.
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Hintergrund

Streptokokken der Gruppe B (GBS, Streptococcus agalactiae) gehören zu den häufigsten Ursachen für schwere Infektionen bei Neugeborenen. Die Leitlinie fokussiert sich auf die frühe Form (Early-Onset Sepsis), die innerhalb der ersten 72 Lebensstunden auftritt. Die Infektion erfolgt meist intrauterin über kolonisiertes Fruchtwasser. Klinisch äußert sich die Infektion als Sepsis, Pneumonie oder seltener als Meningitis.

Risikofaktoren für eine frühe GBS-Sepsis

Folgende Faktoren erhöhen das Risiko einer kindlichen Infektion signifikant:

  • Nachweis von GBS im Ano-Genitalbereich der Schwangeren zum Zeitpunkt der Geburt
  • GBS-Bakteriurie während der Schwangerschaft (Zeichen hoher Keimdichte)
  • Blasensprung ≥ 18 Stunden vor der Geburt
  • Fieber der Mutter unter der Geburt ≥ 38,0 °C
  • Frühgeburt < 37+0 SSW
  • Vorausgegangene Geburt eines an GBS erkrankten Kindes

GBS-Screening in der Schwangerschaft

Die Leitlinie empfiehlt ein generelles Screening aller Schwangeren:

  • Zeitpunkt: Zwischen 35+0 und 37+0 SSW
  • Methode: Kombinierter Abstrich (vaginal und rektal)
  • Diagnostik: Kulturelle Anlage auf antibiotikahaltigen Selektivmedien (erhöht die Nachweisrate um bis zu 100 % im Vergleich zu normalen Blutagarplatten)

Hinweis: Von Schnelltests ohne vorherige Erregeranreicherung wird aufgrund zu geringer Sensitivität abgeraten.

Subpartale Antibiotikaprophylaxe (Mutter)

Bei Nachweis einer GBS-Besiedlung erfolgt keine sofortige Therapie in der Schwangerschaft, da die Rekolonisierungsrate hoch ist. Die Prophylaxe erfolgt als subpartale intravenöse Antibiose (IAP) mit Wehenbeginn oder nach Blasensprung. Die erste Gabe sollte idealerweise > 4 Stunden vor der Geburt erfolgen.

WirkstoffInitialdosisErhaltungsdosis (bis zur Geburt)Bemerkung
Penicillin G5 Mio. IE i.v.2,5 Mio. IE i.v. alle 4hMittel der Wahl
Ampicillin2 g i.v.1 g i.v. alle 4hWirksame Alternative
Cefazolin2 g i.v.1 g i.v. alle 8hBei Penicillinallergie
Clindamycin900 mg i.v.900 mg i.v. alle 8hNur bei Cefazolin-Allergie und nachgewiesener Sensibilität

Besondere klinische Situationen:

  • Unbekannter GBS-Status: Antibiose nur bei Vorliegen von Risikofaktoren (Frühgeburt < 37+0 SSW, Blasensprung ≥ 18h, Fieber ≥ 38,0 °C).
  • Primäre Sectio: Bei intakter Fruchtblase und ohne Wehentätigkeit wird auf eine GBS-Prophylaxe verzichtet.
  • GBS-Bakteriurie / Z.n. GBS-Kind: Immer subpartale Prophylaxe, ein vorheriges Screening ist verzichtbar.

Vorgehen beim Neugeborenen

Das Management des Neugeborenen richtet sich nach der Klinik und dem mütterlichen Risikoprofil:

Klinische SituationEmpfohlenes Vorgehen
Klinische InfektionszeichenSofortige Diagnostik, Therapie & Verlegung in Kinderklinik (unabhängig von Prophylaxe)
Keine Symptome, Mutter GBS-positiv/unbekanntEngmaschige klinische Kontrolle für mindestens 48 Stunden
Keine Symptome, Mutter GBS-positiv/unbekannt + RisikofaktorenKontrolle ≥ 48h + ggf. Labordiagnostik (Diff-BB, IL-6/IL-8, CRP)
Keine Symptome, Mutter GBS-negativNormale Neugeborenenversorgung

Definition engmaschige Kontrolle: Mindestens alle 4 Stunden Dokumentation von Allgemeinzustand, Atmung, Trinkverhalten, Hautkolorit und Temperatur.

💡Praxis-Tipp

Ein primärer Kaiserschnitt (ohne Wehen und ohne Blasensprung) erfordert keine GBS-Prophylaxe, auch bei positivem Abstrich. Denken Sie daran, bei Penicillinallergie und geplanter Clindamycin-Gabe zwingend eine Resistenztestung im Labor anzufordern.

Häufig gestellte Fragen

Das Screening wird für alle Schwangeren zwischen 35+0 und 37+0 SSW mittels kombiniertem vaginal-rektalem Abstrich empfohlen.
Mittel der Wahl ist Penicillin G i.v. (initial 5 Millionen IE, danach 2,5 Millionen IE alle 4 Stunden bis zur Geburt).
Sie müssen für mindestens 48 Stunden engmaschig klinisch überwacht werden (Kontrolle von Vitalparametern und Allgemeinzustand mindestens alle 4 Stunden).
Bei Vorliegen von Risikofaktoren: drohende Frühgeburt (< 37+0 SSW), Blasensprung ≥ 18 Stunden oder mütterliches Fieber ≥ 38,0 °C.

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