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Schultersteife (Frozen Shoulder): Leitlinie (AWMF)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf AWMF Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Die Schultersteife ist eine klinische Diagnose, gekennzeichnet durch eingeschränkte aktive und passive Beweglichkeit.
  • Ein Röntgenbild in mindestens zwei Ebenen ist zum Ausschluss knöcherner Ursachen obligatorisch.
  • Intraartikuläre Kortisoninjektionen (auch niedrig dosiert) zeigen kurzfristig die besten klinischen Ergebnisse.
  • Die Kombination aus Kortisoninjektion und Physiotherapie ist der alleinigen Anwendung überlegen.
  • Eine alleinige Narkosemobilisation wird aufgrund hoher Verletzungsrisiken nicht empfohlen.
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Hintergrund

Die Schultersteife (Frozen Shoulder) ist durch eine eingeschränkte aktive und passive Beweglichkeit des Schultergelenks gekennzeichnet. Man unterscheidet die primäre (idiopathische) Schultersteife von sekundären Formen (z.B. bei Diabetes mellitus, posttraumatisch oder postoperativ). Frauen sind häufiger betroffen als Männer, das Durchschnittsalter liegt bei ca. 50 Jahren.

Der klassische Verlauf der primären Schultersteife wird in drei Phasen unterteilt:

PhaseBezeichnungDauerSymptomatik
1Freezing-Phase2-10 MonateZunehmende Schmerzen (erst bei Bewegung, dann in Ruhe), beginnende Bewegungseinschränkung
2Frozen-Phase3-12 MonateSteifigkeit im Vordergrund, Schmerzen abnehmend
3Thawing-Phase5-24 MonateVerbesserung der Beweglichkeit, weiter rückläufige Schmerzen

Begleiterkrankungen: Diabetes mellitus ist die häufigste Begleiterkrankung und geht oft mit einer schlechteren Prognose einher. Auch Schilddrüsenfunktionsstörungen und Morbus Dupuytren treten gehäuft auf.

Diagnostik

Die Schultersteife ist eine klinische Diagnose. Typisch ist die schmerzhafte Bewegungseinschränkung mit festem Anschlag. Die Einschränkung folgt oft dem Kapselmuster nach Cyriax: Außenrotation > Abduktion > Innenrotation.

Bildgebung

ModalitätEmpfehlungBemerkung
RöntgenObligatorisch (Empfehlungsgrad A)True-a.p.-Aufnahme + 2. Ebene (axial oder Y-Aufnahme) zum Ausschluss knöcherner Ursachen.
MRTFakultativ (Empfehlungsgrad B)Bei unsicherem Befund oder zum Ausschluss anderer Pathologien. Ggf. mit Kontrastmittel.
SonographieFakultativAls erstes orientierendes Verfahren zum Ausschluss von Bursitis oder Rotatorenmanschettendefekten.
CTNicht empfohlenAufgrund der Strahlenbelastung primär nicht indiziert.

Konservative Therapie

Die konservative Therapie richtet sich nach der Symptomatik. NSAR haben keinen nachgewiesenen Effekt auf den Verlauf der Erkrankung.

MaßnahmeEmpfehlungEvidenz / Bemerkung
Intraartikuläre KortisoninjektionEmpfehlungsgrad AKurzfristig (< 3 Monate) bessere Ergebnisse als alleinige Physiotherapie. Niedrigdosiert (z.B. 20 mg Triamcinolon) ist ausreichend.
Physiotherapie / ÜbungenEmpfehlungsgrad BZur Verbesserung von Beweglichkeit und Schmerz (besonders Phase 1-2).
Manuelle TherapieEmpfehlungsgrad BEffektivität vergleichbar mit Kortisoninjektionen.
Kombination (Kortison + PT)Empfehlungsgrad BDer alleinigen Anwendung überlegen, sollte bevorzugt werden.
Orale KortisontherapieKann erwogen werdenKurzfristige Schmerzreduktion, aber Rückfallrisiko nach Absetzen.
StoßwellentherapieEmpfehlungsgrad BGrößere Verbesserung als PT allein.

Operative Therapie

Eine operative Therapie ist indiziert, wenn konservative Verfahren keine zufriedenstellende Besserung erbringen (Empfehlungsgrad B).

  • Verfahren der Wahl: Arthroskopische Arthrolyse (Kapsulotomie, Release).
  • Narkosemobilisation: Eine geschlossene Narkosemobilisation als alleinige Maßnahme wird aufgrund von Risiken (Frakturen, Rotatorenmanschettenrupturen, Labrumläsionen) nicht empfohlen (Empfehlungsgrad B).
  • Ergebnisse: Signifikante und langfristige Verbesserungen der Schulterfunktion und Schmerzreduktion. Bei Diabetikern sind die Ergebnisse teils etwas schlechter als bei idiopathischer Genese.

💡Praxis-Tipp

Verzichten Sie auf ein primäres MRT, wenn die Klinik eindeutig ist. Ein Röntgen in zwei Ebenen zum Ausschluss knöcherner Pathologien ist jedoch immer obligatorisch.

Häufig gestellte Fragen

Typischerweise ist die Außenrotation am stärksten eingeschränkt, gefolgt von der Abduktion und der Innenrotation (Kapselmuster nach Cyriax).
Nein, die Diagnose wird klinisch gestellt. Ein MRT sollte nur bei unsicherem Befund oder zum Ausschluss anderer Pathologien erfolgen.
Niedrigdosierte Injektionen (z.B. 20 mg Triamcinolon) zeigen den gleichen Effekt wie höhere Dosen und sollten zur Risikominimierung bevorzugt werden.
Eine arthroskopische Arthrolyse sollte erwogen werden, wenn konservative Maßnahmen keine zufriedenstellende Besserung bringen.

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