Stationäre IMST bei Kindern: Indikation & Diagnostik
Hintergrund
Die AWMF-Leitlinie zur stationären Interdisziplinären Multimodalen Schmerztherapie (IMST) bei Kindern und Jugendlichen adressiert die Versorgung von Heranwachsenden mit schweren chronischen Schmerzerkrankungen. Etwa 6,7 Prozent der Kinder und Jugendlichen in Deutschland leiden unter stark beeinträchtigenden chronischen Schmerzen.
Unbehandelt persistieren diese Schmerzen oft bis ins Erwachsenenalter und verursachen enorme sozioökonomische Folgen. Die IMST ist ein komplexes, biopsychosoziales Therapieverfahren, das auf die Wiederherstellung der objektiven und subjektiven Funktionsfähigkeit abzielt.
Die Leitlinie definiert klare Struktur- und Leistungsmerkmale, um eine altersgerechte und interdisziplinäre Versorgung sicherzustellen. Sie dient als Orientierung für Diagnostik- und Therapieentscheidungen im stationären Setting.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie betont, dass eine Schmerzdauer von drei Monaten nicht starr als Voraussetzung für eine stationäre Aufnahme herangezogen werden sollte. Bei schwer beeinträchtigenden Erkrankungen wie dem Komplexen regionalen Schmerzsyndrom (CRPS) wird ein früherer Therapiebeginn empfohlen, um einer ungünstigen Langzeitprognose entgegenzuwirken. Zudem wird darauf hingewiesen, dass eine fehlende Therapiemotivation der Eltern den Behandlungserfolg des Kindes maßgeblich reduzieren kann.
Häufig gestellte Fragen
Die Leitlinie empfiehlt für die stationäre interdisziplinäre multimodale Schmerztherapie (IMST) ein Mindestalter von 6 Jahren. Bei jüngeren Kindern wird ein starker Einbezug der Sorgeberechtigten als zwingend erforderlich angesehen.
Es wird eine Behandlungsdauer von mindestens zwei und maximal sechs Wochen empfohlen. Eine Verlängerung über sechs Wochen hinaus sollte laut Leitlinie nur in begründeten Einzelfällen erwogen werden.
Das obligatorische Kernteam besteht aus ärztlichem Personal, psychotherapeutischem Personal, Physiotherapie und spezialisierten Pflegefachpersonen. Ergänzend wird die Einbindung von mindestens zwei weiteren Berufsgruppen, wie beispielsweise der Ergotherapie oder Musiktherapie, empfohlen.
Zur Erfassung der Schmerzintensität empfiehlt die Leitlinie die Numerische Ratingskala (NRS) ab 8 Jahren oder die Faces Pain Scale revised (FPS-R) ab 4 Jahren. Die Selbsteinschätzung des Kindes gilt dabei als Goldstandard und kann durch Fremdberichte der Eltern ergänzt werden.
In der Regel werden Kinder und Jugendliche für eine IMST alleine stationär aufgenommen. Wenn dies jedoch entwicklungsbedingt oder aufgrund eines hohen Unterstützungsbedarfs nicht möglich ist, kann die Mitaufnahme einer Begleitperson erwogen werden.
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Quelle: S2k-Leitlinie Stationäre Interdisziplinäre Multimodale Schmerztherapie (IMST) bei Kindern und Jugendlichen (S2k) (AWMF, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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