Therapie der Frühgeborenenretinopathie (ROP): AWMF-Leitlinie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AWMF|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die S1-Leitlinie der AWMF behandelt die therapeutischen Optionen bei der Frühgeborenenretinopathie (ROP). Unbehandelt birgt eine schwere ROP das Risiko einer lebenslangen beidseitigen Erblindung durch eine traktive Netzhautablösung.

Als primäre Behandlungsoptionen stehen die intravitreale operative Medikamenteneingabe (IVOM) von VEGF-Hemmern sowie die retinale Laserkoagulation zur Verfügung. Die Wahl des Verfahrens erfordert eine individuelle Abwägung der Vor- und Nachteile in enger Abstimmung mit der Neonatologie.

Während die Lasertherapie avaskuläre Netzhautareale dauerhaft zerstört, ermöglicht die Anti-VEGF-Therapie eine Fortsetzung der Vaskularisierung der peripheren Netzhaut. Letztere erfordert jedoch ein strenges und langfristiges Nachsorgeregime, da späte Reaktivierungen der Erkrankung auftreten können.

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💡Praxis-Tipp

Ein zentraler Hinweis der Leitlinie betrifft die späte Reaktivierung der ROP nach einer Anti-VEGF-Therapie. Es wird betont, dass Rezidive nach Medikamenteneingabe deutlich später auftreten können als nach einer Lasertherapie, teilweise bis zu einem postmenstruellen Alter von 69 Wochen. Daher wird eine lückenlose, langfristige Nachsorge dringend empfohlen, idealerweise unterstützt durch die strukturierte Übergabe eines ROP-Passes an die weiterbehandelnden Ärzte.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie besitzen derzeit Ranibizumab (0,2 mg) und Aflibercept (0,4 mg) eine offizielle Zulassung für die Behandlung der Frühgeborenenretinopathie. Der Einsatz von Bevacizumab ist in dieser Indikation ein Off-Label-Use.

Die Leitlinie empfiehlt für die Injektion einen Limbusabstand von 1,0 bis 2,0 mm, abhängig vom postmenstruellen Alter und Reifegrad des Kindes. Als guter Richtwert für den Regelfall wird ein Abstand von 1,5 mm genannt.

Zur Endophthalmitisprophylaxe an Bindehaut und Hornhaut wird Povidon-Iod (meist in 5%iger Verdünnung) als Standard empfohlen. Es wird darauf hingewiesen, dass eine postoperative Kontrolle der Schilddrüsenwerte durch die Neonatologie erfolgen sollte, da eine transiente Hypothyreose möglich ist.

Es wird empfohlen, innerhalb der ersten 28 Tage nach einer Injektion keine erneute Anti-VEGF-Therapie durchzuführen, um eine systemische Akkumulation zu vermeiden. Ist in diesem Zeitraum eine Zweittherapie zwingend erforderlich, sollte gemäß Leitlinie auf eine Laserkoagulation ausgewichen werden.

Die Leitlinie hält fest, dass eine Anti-VEGF-Therapie im Vergleich zur Laserkoagulation mit einer signifikanten Reduktion der ROP-assoziierten Myopieentwicklung einhergeht. Die Lasertherapie selbst hat keinen direkten Einfluss auf die Myopie, wandelt aber große Netzhautareale in funktionsloses Narbengewebe um.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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