Hirnperfusions-SPECT: AWMF S1-Leitlinie
Hintergrund
Die Hirnperfusions-SPECT ist ein etabliertes nuklearmedizinisches Verfahren zur nicht-invasiven Bestimmung der regionalen zerebralen Perfusion. Sie ermöglicht die Detektion und Differenzierung von Erkrankungen mit primären oder sekundären Perfusionsveränderungen im Gehirn.
Obwohl alternative Bildgebungsverfahren wie MRT und PET zunehmend an Bedeutung gewonnen haben, behält die SPECT für spezifische klinische Fragestellungen ihre Relevanz. Als Goldstandard für die Perfusionsmessung gilt allgemein die [15O]Wasser-PET.
Die vorliegende Zusammenfassung basiert auf der S1-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Nuklearmedizin (DGN) unter dem Dach der AWMF. Sie fokussiert sich auf den Einsatz der 99mTc-markierten Radiopharmaka HMPAO und ECD.
💡Praxis-Tipp
Ein zentraler Hinweis der Leitlinie betrifft die Epilepsiediagnostik: Es ist nicht sinnvoll, mit einer interiktalen Untersuchung zu beginnen, um bei einem eindeutigen Befund auf die iktale SPECT zu verzichten. Eindeutige interiktale Befunde sind selten und bergen ein relevantes Risiko für eine falsche Lateralisierung, weshalb primär eine iktale Untersuchung angestrebt werden sollte.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie sollte die SPECT-Akquisition im Zeitfenster von 30 bis 90 Minuten nach der intravenösen Injektion des Radiopharmakons beginnen. In Ausnahmefällen ist ein Start bereits nach 2 Minuten oder bis zu 5 Stunden möglich.
Die Leitlinie gibt an, dass Medikamente in der Regel für die Untersuchung nicht abgesetzt werden müssen. Auch eine Nüchternphase ist nicht erforderlich.
Die Leitlinie verweist auf eine deutliche Überlegenheit der [18F]FDG-PET gegenüber der SPECT bei der Differenzierung neurodegenerativer Demenzen. Die Hirnperfusions-SPECT wird für diese Fragestellung nur noch empfohlen, wenn keine PET verfügbar ist.
Zur Überprüfung der Perfusionsreserve wird ein medikamentöser Stress mit Azetazolamid (Off-Label-Use) induziert. Die Tracer-Gabe erfolgt gemäß Leitlinie 5 bis 15 Minuten nach Ende der Azetazolamid-Kurzinfusion.
Die Anwendung bei Kindern wird aufgrund unzureichender Datenlage grundsätzlich nicht empfohlen. Liegt dennoch eine rechtfertigende Indikation vor, sollte die Dosisberechnung nach der EANM Dosage Card erfolgen.
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Quelle: S1-Leitlinie Durchführung von Hirnperfusions-SPECT-Untersuchungen mit 99mTc-markierten Radiopharmaka (AWMF). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.