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Beta-Amyloid-PET bei Demenz: S1-Leitlinie (AWMF/DGN)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf AWMF Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Ein negativer Beta-Amyloid-PET-Befund schließt eine Alzheimer-Krankheit mit hoher Wahrscheinlichkeit aus.
  • Die Untersuchung ist indiziert bei unklaren kognitiven Defiziten, atypischer Demenz oder frühem Erkrankungsbeginn (< 65 Jahre).
  • Ein positiver Befund beweist keine Alzheimer-Demenz, da Plaques auch bei Gesunden oder anderen Demenzformen vorkommen.
  • Die visuelle Auswertung zielt auf ein binäres Ergebnis ab (Aβ-positiv oder Aβ-negativ) durch Beurteilung des Kontrastverlusts zwischen grauer und weißer Substanz.
  • Als Radiopharmaka stehen [11C]PIB sowie die 18F-markierten Tracer Florbetapir, Florbetaben und Flutemetamol zur Verfügung.
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Hintergrund

Beta-Amyloid (Aβ)-Plaques sind neben neurofibrillären Tangles das histopathologische Charakteristikum der Alzheimer-Krankheit (AK). Die zerebrale Amyloidopathie wird in Braak-Stadien unterteilt. Ein zerebraler Aβ-Plaque-Befall gilt als Conditio sine qua non für die Diagnose der Alzheimer-Krankheit ("kein Alzheimer ohne Plaques"). Ein unauffälliges Aβ-PET schließt eine AK somit mit hoher Wahrscheinlichkeit aus.

Ein pathologisches Aβ-PET kann jedoch auch bei anderen Erkrankungen auftreten:

  • Demenz mit Lewy-Körpern (ca. 2/3 der Fälle Aβ-positiv)
  • Parkinson-Demenz (bis zu 1/3 der Fälle Aβ-positiv)
  • Kognitiv Gesunde (altersabhängig 25–35 % Aβ-positiv)

Indikationen und Kontraindikationen

Die Untersuchung dient der Erhöhung der diagnostischen Sicherheit bei unklaren Fällen.

Sinnvolle klinische Anwendungen:

  • Objektivierbare persistierende oder progrediente Gedächtnisprobleme mit auffälliger kognitiver Testung
  • Nicht-typische klinische Demenz-Präsentation
  • Atypisch junges Alter (< 65 Jahre) bei Demenzbeginn

Nicht empfohlen wird die Aβ-PET unter anderem:

  • Bei typischer Alzheimer-Demenz bei Patienten > 65 Jahre
  • Ohne vorangegangene klinische Testung
  • Zur Bestimmung des Demenzschweregrads
  • Bei asymptomatischen Personen (z. B. nur wegen positiver Familienanamnese oder ApoE4-Status)

Kontraindikationen:

  • Schwangerschaft
  • Offenkundige Unfähigkeit zur Kooperation

Radiopharmaka

Für die klinische Routine stehen verschiedene Tracer zur Verfügung. Die 18F-markierten Radiopharmaka sind in Deutschland zugelassen.

RadiopharmakonTypische AktivitätStartaufnahme (p.i.)AufnahmedauerEffektive Dosis
[11C]PIB370 MBq40-50 min20 min2 mSv
[18F]Florbetapir370 MBq30-50 min10 min7 mSv
[18F]Florbetaben300 MBq90 min20 min6 mSv
[18F]Flutemetamol185 MBq90 min20 min6 mSv

Durchführung und Vorbereitung

  • Patientenvorbereitung: Keine spezielle Vorbereitung nötig. Antidementiva müssen nicht abgesetzt werden.
  • Harnblase: Entleerung vor und nach der PET-Akquisition zur Minimierung der Strahlenexposition.
  • Sedierung: Falls nötig, so kurz wie möglich vor der Akquisition, um Effekte auf die Hirndurchblutung zu vermeiden.
  • Überwachung: Kontinuierliche Überwachung ist bei kognitiv eingeschränkten Patienten zwingend erforderlich.

Bildauswertung und Befundung

Ziel der Bildauswertung ist ein binäres Ergebnis ("Aβ-positiv" oder "Aβ-negativ").

Visuelle Auswertung:

  • Tracer reichern sich physiologisch unspezifisch in der weißen Hirnsubstanz an.
  • Ein Befund ist Aβ-positiv, wenn der physiologische Kontrast zwischen intensiverer Anreicherung in der weißen Substanz und geringerer Anreicherung im Kortex aufgehoben ist (Mehranreicherung in der grauen Substanz).
  • Wichtige Regionen: frontaler Kortex, posteriorer zingulärer Kortex/Präkuneus, lateraler temporaler, parietaler und okzipitaler Kortex.
  • Der sensorimotorische und primäre visuelle Kortex bleiben bei der AK typischerweise ausgespart.

Quantitative Auswertung:

  • Semiquantitative Analysen (z. B. SUVR - Standardized Uptake Value Ratio) mit dem Zerebellum als Referenzregion können die visuelle Befundung unterstützen.
  • Sie werden insbesondere für Verlaufskontrollen empfohlen.

💡Praxis-Tipp

Nutzen Sie die Beta-Amyloid-PET primär zum Ausschluss einer Alzheimer-Krankheit bei unklaren Fällen. Bedenken Sie, dass 25-35 % der kognitiv gesunden älteren Menschen ebenfalls Amyloid-Plaques aufweisen.

Häufig gestellte Fragen

Bei objektivierbaren kognitiven Defiziten, atypischer Demenzpräsentation oder frühem Erkrankungsbeginn (< 65 Jahre).
Nein. Plaques kommen auch bei Lewy-Körperchen-Demenz, Parkinson-Demenz und bei 25-35 % der kognitiv gesunden Älteren vor.
Für die klinische Routine sind die 18F-markierten Tracer Florbetapir, Florbetaben und Flutemetamol zugelassen.
Primär visuell mit einem binären Ergebnis (positiv/negativ). Ein pathologischer Befund zeigt einen aufgehobenen Kontrast zwischen grauer und weißer Substanz.

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