Diagnostik und Therapie des PDA bei Frühgeborenen: AWMF

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AWMF|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der persistierende Ductus arteriosus (PDA) ist eine der häufigsten Diagnosen in der Neonatologie. Während sich der Ductus bei reifen Neugeborenen meist innerhalb von 72 Stunden funktionell verschließt, bleibt er bei unreifen Frühgeborenen oft offen.

Ein hämodynamisch signifikanter PDA (hsPDA) führt zu einem Links-Rechts-Shunt. Dies resultiert in einer pulmonalen Überflutung und einer diastolischen Minderperfusion im Systemkreislauf, was die Lungen- und Kreislauffunktion beeinträchtigen kann.

Die AWMF-Leitlinie betont, dass die Inzidenz eines nach dem dritten Lebenstag offenen Ductus bei extrem kleinen Frühgeborenen unter 1000 Gramm Geburtsgewicht bei 50 bis 70 Prozent liegt. Das klinische Management konzentriert sich auf die Identifikation und Behandlung des hämodynamisch signifikanten PDA.

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💡Praxis-Tipp

Ein häufiger Fehler im klinischen Alltag ist der zu frühe Beginn einer medikamentösen Therapie. Die Leitlinie betont ausdrücklich, dass in den ersten 72 Lebensstunden kein medikamentöser oder chirurgischer Ductusverschluss erfolgen sollte. Zudem wird darauf hingewiesen, dass Ibuprofen als Erstlinientherapie gegenüber Indometacin zu bevorzugen ist, da es seltener zu Nierenfunktionseinschränkungen und NEC führt.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie sollte Ibuprofen gegenüber Indometacin bevorzugt werden. Es zeigt eine vergleichbare Wirksamkeit, ist aber mit einer geringeren Rate an nekrotisierender Enterokolitis und Nierenfunktionseinschränkungen assoziiert.

Es wird stark empfohlen, in den ersten 72 Lebensstunden keinen medikamentösen oder chirurgischen Verschluss durchzuführen. Nach 72 Stunden kann eine Therapie bei Hochrisikopatienten erwogen werden.

Die Leitlinie rät von einer prophylaktischen Gabe von Ibuprofen ab, da dies das Risiko einer pulmonalen Hypertension erhöht. Indometacin kann zur Prophylaxe eingesetzt werden, verbessert aber nicht das langfristige neurologische Outcome.

Ein hämodynamisch signifikanter PDA zeigt sich unter anderem durch einen großen Ductusdurchmesser, eine LA/Ao-Ratio über 1,4 und einen retrograden diastolischen Blutfluss in der Aorta descendens. Die Diagnose sollte immer auf einer Kombination mehrerer Parameter basieren.

Die Leitlinie spricht sich klar dagegen aus. Furosemid soll nicht zur Unterstützung eines medikamentösen Ductusverschlusses mit Indometacin eingesetzt werden.

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Quelle: S2e-Leitlinie Diagnostik und Therapie des persistierenden Ductus arteriosus des Frühgeborenen (AWMF). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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