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Pulmonalatresie (PA-IVS) bei Kindern: Leitlinie (AWMF)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf AWMF Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Die PA-IVS ist ein duktusabhängiger Herzfehler mit Obstruktion des rechtsventrikulären Ausflusstraktes und intaktem Ventrikelseptum.
  • Die Echokardiographie ist essenziell zur Bestimmung der Rechtsventrikel-Hypoplasie über den Z-Score der Trikuspidalklappe.
  • Eine biventrikuläre Zirkulation kann aufgrund der Hypoplasie nur bei 30-50 % der Patienten erreicht werden.
  • Bei Neugeborenen muss die Lungenperfusion initial durch eine Prostaglandin-Infusion gesichert werden.
  • Die primäre interventionelle oder chirurgische Therapie richtet sich streng nach der Größe des rechten Ventrikels.
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Hintergrund

Die Pulmonalatresie mit intaktem Ventrikelseptum (PA-IVS) ist eine seltene kongenitale kardiale Anomalie mit einer Inzidenz von 3 bis 4,5 pro 100.000 Lebendgeborener. Sie ist charakterisiert durch eine vollständige Obstruktion des rechtsventrikulären Ausflusstraktes (in 75-80 % der Fälle eine membranöse Atresie der Pulmonalklappe), ein intaktes Ventrikelseptum sowie eine Hypoplasie der Trikuspidalklappe und des rechten Ventrikels (RV).

Da die Lungenperfusion über den Duktus arteriosus erfolgt, handelt es sich um einen duktusabhängigen Herzfehler. Es besteht zudem eine eindeutige Korrelation zwischen dem Ausmaß der RV-Hypoplasie und dem Auftreten von Koronaranomalien.

Leitsymptome

  • Postnatal: Milde systemarterielle Untersättigung durch einen obligaten Rechts-Links-Shunt auf Vorhofebene.
  • Bei Duktusverschluss: Akute klinische Verschlechterung mit hochgradiger, nicht sauerstoffreagibler Zyanose.
  • Bei restriktivem Foramen ovale: Systemvenöse Stauung mit Hepatomegalie.

Diagnostik

Die bildgebende Diagnostik zielt auf die Darstellung der Klappenmorphologie, des Ausmaßes der RV-Hypoplasie und möglicher Koronaranomalien ab. Das Ausmaß der RV-Hypoplasie wird maßgeblich durch den Z-Score des Trikuspidalklappendurchmessers bestimmt.

DiagnostikumRelevante Befunde
EchokardiographieGröße des RV, Trikuspidalklappendurchmesser (Z-Score), Myokardsinusoide, Größe des Pulmonalarterienstammes, Duktus arteriosus
Herzkatheter / AngiographieDarstellung von Koronaranomalien (z.B. RV-abhängige Koronarzirkulation), oft direkt kombiniert mit therapeutischer Intervention
Pulsoximetrie / BGAÜberwachung der Kreislaufsituation (Ziel-Sättigung unter Prostaglandin: 80-85 %)

Klassifikation und Therapiestrategie

Das primäre Ziel beim Neugeborenen ist die Sicherung der Lungendurchblutung, initial medikamentös durch eine Prostaglandin-Infusion. Die weitere interventionelle oder chirurgische Therapie richtet sich nach der Größe des rechten Ventrikels und der Trikuspidalklappe. Eine biventrikuläre Zirkulation wird insgesamt nur bei ca. 30-50 % der Patienten erreicht.

GruppeMorphologiePrimäre Therapie (Neugeborenenalter)Langzeitverlauf
Gruppe AAusreichend großer RV (Trikuspidalklappe > 8 mm)Hochfrequenzstromperforation der Atresie + BallondilatationMeist keine weitere Therapie, ggf. später Pulmonalklappenersatz
Gruppe BDeutliche RV-Hypoplasie (Trikuspidalklappe 5-8 mm)Perforation + Duktus-Stent oder aorto-pulmonaler ShuntGgf. 1½-Ventrikel-Lösung (CPA)
Gruppe CSchwere RV-Hypoplasie (Trikuspidalklappe < 5 mm) oder RV-abhängige KoronarzirkulationKeine Eröffnung der Atresie! Aorto-pulmonaler Shunt + Ballonatrioseptostomie (BAS)Univentrikuläre Palliation (Fontan-Prinzip)

Prognose und Nachsorge

Die perioperative Morbidität und Mortalität ist beträchtlich und in der frühen Säuglingszeit am größten. Das 5-Jahres-Überleben liegt bei etwa 60 %. Das höchste Sterberisiko weisen Patienten mit niedrigem Geburtsgewicht, begleitender Ebstein-Anomalie oder RV-abhängiger Koronarzirkulation auf.

Eine lebenslange fachärztliche Betreuung durch Kinderkardiologen bzw. Spezialisten für Erwachsene mit angeborenen Herzfehlern (EMAH) ist zwingend erforderlich, um Re-Obstruktionen, Klappeninsuffizienzen oder diastolische Funktionsstörungen frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.

💡Praxis-Tipp

Sichern Sie bei Neugeborenen mit hochgradiger Zyanose und Verdacht auf PA-IVS umgehend die Lungenperfusion durch eine Prostaglandin-Infusion (Ziel-Sättigung 80-85 %), bevor weitere diagnostische oder therapeutische Schritte eingeleitet werden.

Häufig gestellte Fragen

Die Herstellung einer duktusunabhängigen Lungenperfusion und, falls anatomisch möglich, die Druckentlastung des rechten Ventrikels.
Maßgeblich ist die echokardiographische Bestimmung des Trikuspidalklappendurchmessers, der als Z-Score ausgedrückt wird.
Bei Vorliegen einer RV-Druck-abhängigen Koronarzirkulation oder bei extremer Hypoplasie des rechten Ventrikels (Gruppe C).
Eine biventrikuläre Zirkulation mit vollständiger Trennung der Kreisläufe wird nur bei etwa 30 bis 50 % der Patienten erreicht.

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