Autologe Chondrozytenimplantation (ACI): Knie-Therapie
Hintergrund
Die autologe Chondrozytenimplantation (ACI) ist eine zweistufige operative Methode zur Behandlung von symptomatischen, isolierten Knorpeldefekten am Knie. Sie wird bei erwachsenen Patientinnen und Patienten ohne fortgeschrittene Arthrose angewendet.
Bei dem Eingriff wird körpereigener Knorpel entnommen, im Labor kultiviert und anschließend in den Defekt eingebracht. Der Bericht unterscheidet drei Generationen: die periostgedeckte (ACI-P), die kollagengedeckte (ACI-C) und die neuere matrixassoziierte ACI (M-ACI).
Als Vergleichsinterventionen dienen etablierte Standardtherapien der Knorpelchirurgie. Dazu zählen knochenmarkstimulierende Methoden wie die Mikrofrakturierung sowie Transplantationsmethoden wie die Mosaikplastik.
Empfehlungen
Die Bewertung des IQWiG formuliert folgende Kernaussagen zu den verschiedenen Verfahren der autologen Chondrozytenimplantation:
Verfahrensübergreifende Bewertung
Laut Bericht ergibt sich bei der gemeinsamen Betrachtung aller drei ACI-Verfahren kein Anhaltspunkt für einen Nutzen oder Schaden gegenüber der Standardtherapie. Es wird eine hohe Heterogenität der Studienergebnisse zwischen den einzelnen Verfahren beschrieben. Daher wird eine separate Betrachtung der Generationen vorgenommen.
Vergleich der ACI-Verfahren
| ACI-Verfahren | Generation | Nutzen im Vergleich zur Standardtherapie | Praktische Relevanz in Deutschland |
|---|---|---|---|
| Matrixassoziiert (M-ACI) | 3. Generation | Mindestens vergleichbar | Hoch |
| Kollagengedeckt (ACI-C) | 2. Generation | Nicht sicher abschätzbar | Keine |
| Periostgedeckt (ACI-P) | 1. Generation | Nicht sicher abschätzbar | Keine |
Matrixassoziierte ACI (M-ACI)
Für die M-ACI zeigen sich laut Bericht vorteilhafte Effekte bei der Kniefunktion und der gesundheitsbezogenen Lebensqualität. Auch wenn diese Effekte isoliert betrachtet keine klinisch relevante Größe erreichen, wird in der Gesamtschau von einem mindestens vergleichbaren Nutzen gegenüber aktuellen Standardtherapien ausgegangen.
Periost- und kollagengedeckte ACI (ACI-P und ACI-C)
Für die älteren Verfahren ACI-P und ACI-C lässt sich gemäß der Bewertung nicht ausreichend sicher abschätzen, ob ein vergleichbarer Nutzen vorliegt. Die Studienergebnisse sind teils numerisch inkonsistent. Der Bericht stellt fest, dass sich für diese Verfahren kein Potenzial als erforderliche Behandlungsalternative ableiten lässt.
Kontraindikationen
Laut Bericht stellt eine fortgeschrittene degenerative Gelenkerkrankung (Arthrose) die wichtigste Kontraindikation für eine autologe Chondrozytenimplantation dar.
💡Praxis-Tipp
Der Bericht hebt hervor, dass die periost- und kollagengedeckten ACI-Verfahren (ACI-P und ACI-C) in der deutschen Versorgungsrealität keine praktische Bedeutung mehr haben. Es wird darauf hingewiesen, dass für diese Verfahren keine zugelassenen Zellsuspensionen mehr verfügbar sind. In der Praxis kommt primär die matrixassoziierte ACI (M-ACI) zur Anwendung.
Häufig gestellte Fragen
Der Bericht unterscheidet drei Generationen: die periostgedeckte (ACI-P), die kollagengedeckte (ACI-C) und die matrixassoziierte autologe Chondrozytenimplantation (M-ACI). Laut IQWiG ist aktuell nur noch die M-ACI von praktischer Relevanz.
Der IQWiG-Bericht stellt für die M-ACI vorteilhafte Effekte bei Funktion und Lebensqualität fest, die jedoch allein betrachtet keine klinisch relevante Größe erreichen. In der Gesamtschau wird der M-ACI ein mit der Standardtherapie (wie Mikrofrakturierung) mindestens vergleichbarer Nutzen attestiert.
Die Methode wird bei erwachsenen Patientinnen und Patienten mit umschriebenem, symptomatischem Knorpeldefekt des Knies untersucht. Eine fortgeschrittene Arthrose gilt laut Bericht als Kontraindikation.
Der Bericht leitet für die ACI-P und ACI-C kein Potenzial als erforderliche Behandlungsalternative ab. Es wird betont, dass diese Verfahren aufgrund fehlender zugelassener Produkte in Deutschland keine praktische Bedeutung mehr haben.
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Quelle: IQWiG N19-02: Kollagengedeckte und periostgedeckte autologe Chondrozytenimplantation am Kniegelenk sowie matrixassoziierte autologe Chondrozytenimplantation am Kniegelenk (IQWiG, 2020). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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