Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS): Risikomanagement
Hintergrund
Der vorliegende Abstractband der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) fasst die Beiträge des 6. Deutschen Kongresses für Patientensicherheit bei medikamentöser Therapie (2024) zusammen. Im Zentrum steht die Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) als gesamtgesellschaftlicher Auftrag zur Vermeidung von Medikationsfehlern.
Ein besonderer Fokus liegt auf der Optimierung des Medikationsprozesses durch interprofessionelle Zusammenarbeit. Dabei wird die Rolle von klinischen Pharmazeuten und Stationsapothekern in verschiedenen Versorgungssettings, von der Intensivstation bis zur Langzeitpflege, detailliert beleuchtet.
Zudem werden digitale Lösungsansätze wie Clinical Decision Support Systeme (CDSS) und der elektronische Medikationsplan (eMP) als essenzielle Werkzeuge zur Fehlervermeidung diskutiert. Die Publikation adressiert darüber hinaus spezifische Risikogruppen wie geriatrische, pädiatrische und onkologische Personen.
💡Praxis-Tipp
Ein zentraler Hinweis aus den Kongressbeiträgen ist die kritische Überprüfung von Warnmeldungen in Verordnungssoftwares (CDSS). Da ein hohes Maß an "Overalerting" zu einer Abstumpfung im klinischen Alltag führen kann, wird eine interprofessionelle Validierung und lokale Anpassung der Warnsysteme als essenziell beschrieben. Zudem wird betont, dass bei geriatrischen Personen stets auf die anticholinerge Last und potenziell inadäquate Medikation (PIM) gemäß PRISCUS-2.0-Liste zu prüfen ist.
Häufig gestellte Fragen
Laut AkdÄ-Publikation handelt es sich beim AMBORA-Konzept um eine intensivierte klinisch-pharmakologische und pharmazeutische Therapiebegleitung bei oraler Antitumortherapie. Es zielt darauf ab, Medikationsfehler zu reduzieren, das Nebenwirkungsmanagement zu verbessern und die Adhärenz zu steigern.
Die Beiträge beschreiben den Einsatz eines 'Renal Pharmacist' als effektive Maßnahme. Durch gezielte Medikationsanalysen und interdisziplinäre Konsile können Dosisanpassungen vorgenommen und arzneimittelbezogene Probleme bei eingeschränkter Nierenfunktion minimiert werden.
Die PRISCUS-2.0-Liste dient als evidenzbasierte Entscheidungshilfe zur Identifikation potenziell inadäquater Medikation (PIM) bei älteren Menschen. Die Kongressdaten zeigen, dass die konsequente Anwendung dieser Liste helfen kann, unerwünschte Ereignisse wie Stürze oder Delirien zu reduzieren.
In den pädiatrischen Analysen werden Dosierungsfehler, insbesondere Unter- oder Überdosierungen, sowie die versehentliche Einnahme als häufige Fehlerquellen genannt. Zudem wird der Off-Label-Use als Risikofaktor beschrieben, weshalb die Nutzung spezialisierter Datenbanken wie dem Kinderformularium empfohlen wird.
Die Publikation schlägt eine klinisch orientierte Klassifikation vor, die zwischen adäquaten und potenziell inadäquaten Doppelverordnungen unterscheidet. Es wird darauf hingewiesen, dass nicht jede Doppelverordnung schädlich ist, sondern viele leitliniengerecht erfolgen, was eine differenzierte ärztliche Bewertung erfordert.
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Quelle: AkdAe AVP Arzneiverordnung in der Praxis 2024/03 (AkdÄ). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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