AkdÄ AVP 2024/01: Therapieempfehlungen zu Hypertonie & PMR

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AkdAe|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die Ausgabe 2024/01 der Arzneiverordnung in der Praxis (AVP) der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) behandelt aktuelle medikamentöse Therapiestrategien verschiedener Krankheitsbilder. Laut AkdÄ-Publikation werden praxisrelevante Aspekte der arteriellen Hypertonie, der Polymyalgia rheumatica (PMR) sowie der Schizophrenie beleuchtet. Zudem thematisiert der Bericht der AkdÄ die Nutzenbewertung von Finerenon bei diabetischer Nephropathie und warnt anhand eines Fallberichts vor schwerwiegenden Medikationsfehlern durch Namensähnlichkeiten von Arzneimitteln.

Empfehlungen

Gemäß der AkdÄ-Publikation ergeben sich für verschiedene Indikationen spezifische Therapieansätze.

Arterielle Hypertonie

Die Nationale VersorgungsLeitlinie (NVL), auf die sich der Text bezieht, empfiehlt einen Zielblutdruck von unter 140/90 mmHg in der Praxismessung. Als Wirkstoffklassen der ersten Wahl werden laut Leitlinie ACE-Hemmer beziehungsweise AT-1-Blocker, Kalziumkanalblocker und Thiazid-artige Diuretika genannt. Betablocker sind gemäß dem Experteninterview vorrangig bei speziellen Indikationen wie Herzinsuffizienz einzusetzen.

Polymyalgia rheumatica (PMR)

Die absolut entscheidende Erstlinientherapie bei PMR und Riesenzellarteriitis (RZA) ist laut AkdÄ die Langzeitgabe von Glukokortikosteroiden. Bei Rezidiven oder Unverträglichkeit wird gemäß der Leitliniendarstellung die Kombination mit Methotrexat (MTX) empfohlen, um mittelfristig Steroide einzusparen. Bei schweren, MTX-resistenten Verläufen kann laut Text ein Versuch mit Tocilizumab erwogen werden.

Schizophrenie

Grundlage der Pharmakotherapie sind laut S3-Leitlinie Antipsychotika, wobei atypischen Antipsychotika der Vorrang zu geben ist. Es wird grundsätzlich eine Monotherapie empfohlen. Bei Therapieresistenz verweist die Leitlinie auf Clozapin.

Finerenon bei Typ-2-Diabetes

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) erkennt laut AkdÄ-Bericht für Finerenon keinen Zusatznutzen bei diabetischer Nephropathie in den Stadien 3 und 4 und lediglich einen Anhaltspunkt für einen geringen Zusatznutzen in den Stadien 1 und 2.

Dosierung

Die AkdÄ-Publikation nennt spezifische Dosierungsrichtlinien für die Behandlung der Polymyalgia rheumatica (PMR) und der Riesenzellarteriitis (RZA) sowie für onkologische Therapien.

Indikation / WirkstoffDosierungsempfehlung laut Quelle
PMR (Erstlinientherapie)Initial 15 bis 25 mg Prednison pro Tag (morgendliche Einmaldosis)
RZA (Erstlinientherapie)Initial 40 bis 60 mg Prednison pro Tag
Drohende Erblindung bei RZAI.v. Pulstherapie mit Methylprednisolon (250 bis 1000 mg/Tag) über drei Tage
PMR bei Steroid-ReduktionsproblemenMethotrexat (MTX) 10 bis 15 mg p.o. oder s.c. einmal wöchentlich
Lomustin (Onkologische Indikation)70 bis 100 mg/m2 Körperoberfläche alle 6 Wochen

Kontraindikationen

Laut AkdÄ-Bericht stellt ein Serumkreatininwert von über 1,5 mg/dl eine Kontraindikation für den Einsatz von Methotrexat dar. Bei der Anwendung des Mineralokortikoidrezeptor-Antagonisten Finerenon wird gemäß Fachinformation vor Hyperkaliämien gewarnt; ein Behandlungsbeginn bei einem Serumkalium über 5 mmol/l ist zu vermeiden. Für Clozapin warnt die Leitlinie vor einem erhöhten Risiko für Agranulozytose, weshalb engmaschige Blutbildkontrollen zwingend erforderlich sind.

Frage zu dieser Leitlinie stellen...

💡Praxis-Tipp

Um schwerwiegende Medikationsfehler durch Namensähnlichkeiten (Sound-alikes) wie bei Cefaclor und Lomustin zu vermeiden, wird im AkdÄ-Fallbericht empfohlen, verstärkt Wirkstoffverordnungen auszustellen und die Plausibilität der Dosierung in der Apotheke aktiv zu überprüfen.

Häufig gestellte Fragen

Die Diagnose wird laut AkdÄ nach den EULAR/ACR-Kriterien aufgrund einer typischen Klinik, erhöhter Entzündungsparameter und eines prompten Ansprechens auf Glukokortikosteroide gestellt.

Gemäß der zitierten Nationalen VersorgungsLeitlinie gelten ACE-Hemmer, AT-1-Blocker, Kalziumkanalblocker und Thiazid-artige Diuretika als Wirkstoffklassen der ersten Wahl.

Laut Experteninterview in der AkdÄ-Publikation werden Betablocker vorwiegend bei speziellen Begleiterkrankungen wie Herzinsuffizienz, zur Frequenzsenkung oder in den ersten 12 Monaten nach einem Myokardinfarkt eingesetzt.

Die S3-Leitlinie spricht sich bei dominanter Negativsymptomatik für den Einsatz der atypischen Neuroleptika Amisulprid oder Olanzapin aus, weist jedoch auf die generell geringe Wirksamkeit pharmakologischer Optionen in diesem Bereich hin.

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat laut AkdÄ-Bericht für die Stadien 3 und 4 keinen Zusatznutzen festgestellt; der therapeutische Stellenwert wird im Artikel als derzeit noch ungeklärt eingestuft.

Quelle: AkdAe AVP Arzneiverordnung in der Praxis 2024/01 (AkdAe). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

Fehler in dieser Zusammenfassung melden

Verwandte Leitlinien