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Arterielle Hypertonie: Zielwerte und Stufentherapie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: DGK (Deutsche Gesellschaft für Kardiologie)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die arterielle Hypertonie ist die häufigste chronische Erkrankung und ein wesentlicher Risikofaktor für kardiovaskuläre und renale Komplikationen wie Schlaganfall, Herzinfarkt und Herzinsuffizienz. Die Leitlinie der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC) und der Europäischen Gesellschaft für Hypertonie (ESH) aus dem Jahr 2018 wurde durch die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK) und die Deutsche Hochdruckliga (DHL) kommentiert und übernommen.

Ein zentraler Fokus der aktualisierten Empfehlungen liegt auf der präziseren Diagnostik, der Anpassung von Zielblutdruckwerten sowie der frühzeitigen Einleitung von medikamentösen Kombinationstherapien. Die grundlegende Definition der arteriellen Hypertonie ab einem Praxisblutdruck von 140/90 mmHg bleibt dabei unverändert bestehen.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Laut Leitlinie ist bei der Blutdruckeinstellung zwingend darauf zu achten, dass systolische Werte von 120 mmHg und diastolische Werte von 70 mmHg nicht unterschritten werden. Post-hoc-Analysen zeigen, dass ein Unterschreiten dieser Grenzen mit einem erhöhten Risiko für kardiovaskulären Tod und Herzinsuffizienz einhergeht. Zudem wird bei hypertensiven Notfällen dringend vor der Gabe von unretardiertem Nifedipin gewarnt.

Häufig gestellte Fragen

Die Leitlinie empfiehlt den Beginn einer medikamentösen Therapie generell ab Werten von 140/90 mmHg. Bei Patienten mit sehr hohem kardiovaskulärem Risiko oder koronarer Herzkrankheit wird eine Therapie bereits im hochnormalen Bereich (130–139/85–89 mmHg) empfohlen.

Für Patienten unter 65 Jahren wird ein systolischer Zielwert von 120 bis 130 mmHg und ein diastolischer Zielwert von 70 bis 79 mmHg empfohlen. Werte unter 120/70 mmHg sollen laut Leitlinie vermieden werden.

Es wird initial eine Zweifach-Fixkombination aus einem ACE-Hemmer oder Angiotensinrezeptorblocker (ARB) in Kombination mit einem Kalziumkanalblocker oder einem Diuretikum empfohlen. Eine Monotherapie ist nur noch bei Patienten mit niedrigem Risiko oder sehr alten, gebrechlichen Patienten vorgesehen.

Die renale Denervation wird laut Leitlinie nicht für die Routinebehandlung empfohlen. Sie kann in ausgewählten Fällen bei therapieresistenter Hypertonie oder nachgewiesener Medikamentenunverträglichkeit erwogen werden, idealerweise im Rahmen von klinischen Studien.

In Deutschland wird Urapidil intravenös als Mittel der ersten Wahl für die meisten hypertensiven Notfälle empfohlen. Bei gleichzeitigem Vorliegen eines akuten Koronarsyndroms oder Lungenödems wird die intravenöse Gabe von Nitroglycerin bevorzugt.

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Quelle: Kommentar zu den Leitlinien (2018) der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC) und der Europäischen Gesellschaft für Hypertonie (ESH) für das Management der arteriellen Hypertonie (DGK (Deutsche Gesellschaft für Kardiologie)). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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