Sachkunde Arterielle Hypertonie: Curriculum (DGK)
📋Auf einen Blick
- •Die arterielle Hypertonie erfordert ein konsequentes, leitliniengerechtes Management zur Reduktion von Morbidität und Sterblichkeit.
- •Trotz guter Therapieoptionen ist die Rate der leitliniengerechten Blutdruckeinstellung weltweit weiterhin niedrig.
- •Der Sachkundekurs der DGK vermittelt umfassendes Wissen von der Diagnostik bis zur Device-basierten Therapie.
- •Zum Erwerb des Zertifikats müssen in einer Multiple-Choice-Prüfung mindestens 60 % der Fragen richtig beantwortet werden.
Hintergrund
Die arterielle Hypertonie ist eine der häufigsten chronischen kardiovaskulären Erkrankungen. Unbehandelt kann sie zu schweren Komplikationen wie Myokardinfarkt, Herzinsuffizienz, Schlaganfall und Demenz führen. Schätzungen zufolge wird die Zahl der betroffenen Patienten bis zum Jahr 2025 weltweit auf bis zu 1,6 Milliarden Menschen ansteigen.
Trotz der Verfügbarkeit gut verträglicher antihypertensiver Medikamente und etablierter Lebensstilmodifikationen ist die Rate an Patienten mit einer leitliniengerechten Blutdruckeinstellung nach wie vor niedrig. Ein konsequentes Blutdruckmanagement ist jedoch von übergeordneter Bedeutung, um die Morbidität und Sterblichkeit der Patienten maßgeblich zu senken.
Zielgruppe und Betreuung
Die Betreuung von Hochdruckpatienten ist interdisziplinär und wird überwiegend von folgenden Facharztgruppen übernommen:
- Allgemeinmediziner
- Internisten
- Nephrologen
- Kardiologen
Curriculum: Sachkunde Arterielle Hypertonie
Um die Behandlungsqualität zu verbessern, hat die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK) den Kurs „Sachkunde Arterielle Hypertonie“ entwickelt. Dieser vermittelt theoretische Kenntnisse und praktische Fähigkeiten zur leitliniengerechten Therapie.
| Themenblock | Inhalt | Umfang |
|---|---|---|
| 1 | Grundlagen | 1 UE |
| 2 | Epidemiologie und Blutdruckmessung | 1 UE |
| 3 | Diagnostik | 2 UE |
| 4 | Lebensstilmodifikation | 1 UE |
| 5 | Medikamentöse Therapie | 2 UE |
| 6 | Adhärenz und Nebenwirkungen der medikamentösen Therapie | 1 UE |
| 7 | Sekundäre Hypertonie | 1 UE |
| 8 | Device-basierte Therapie | 1 UE |
| 9 | Hypertonie und Komorbiditäten | 2 UE |
| 10 | Hypertonie in Sondersituationen | 2 UE |
| 11 | Lernerfolgskontrolle | - |
(Hinweis: 1 UE = 45 Minuten)
Spezielle Therapieaspekte
Neben der medikamentösen Standardtherapie und Lebensstilmodifikationen (Diät, Sport, Stressmanagement) umfasst das Curriculum auch das Management von schwer behandelbaren Patienten. Hierzu zählen:
- Sekundäre Hypertonie: Diagnostik bei Verdacht auf Hyperaldosteronismus, Nierenarterienstenose oder obstruktives Schlafapnoesyndrom.
- Device-basierte Therapie: Verfahren wie die renale Denervation oder Baroreflexstimulation.
- Sondersituationen: Hypertonie bei Schwangeren, Jugendlichen, Älteren oder sportlich aktiven Menschen.
Zertifizierung und Prüfung
Zum Abschluss des Sachkundekurses erfolgt eine Lernerfolgskontrolle. Um das Zertifikat der DGK zu erlangen, müssen folgende Kriterien erfüllt sein:
- Prüfungsformat: Multiple-Choice-Prüfung
- Umfang: Mindestens 30 Fragen
- Bestehensgrenze: Mindestens 60 % der Fragen müssen von den Teilnehmern richtig beantwortet werden.
💡Praxis-Tipp
Da die Rate an leitliniengerecht eingestellten Patienten niedrig ist, sollte im klinischen Alltag ein besonderer Fokus auf die Überprüfung der Therapieadhärenz und die Aufklärung über Lebensstilmodifikationen gelegt werden.