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DGK (Deutsche Gesellschaft für Kardiologie)Kardiologie

Renale Denervation: Leitlinie (DGK/ESC)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf DGK (Deutsche Gesellschaft für Kardiologie) Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Die renale Denervation (RDN) ist eine sichere und effektive additive Therapieoption bei unkontrollierter therapieresistenter Hypertonie.
  • Die Therapieresistenz muss zwingend durch eine Langzeitblutdruckmessung bestätigt werden.
  • RDN kann auch bei ausgewählten Patienten mit Medikamentenunverträglichkeit oder Non-Adhärenz erwogen werden.
  • Der Eingriff darf nur in spezialisierten Zentren durch ein multidisziplinäres Hypertonieteam erfolgen.
  • Patienten mit einer GFR < 40 ml/min/1,73 m² oder fibromuskulärer Dysplasie sind von der RDN ausgeschlossen.
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Hintergrund

Die renale Denervation (RDN) hat sich als sichere und effektive additive Therapieoption bei Patienten mit unkontrollierter therapieresistenter Hypertonie etabliert. In scheinkontrollierten Studien zeigte sich im Mittel ein Abfall des systolischen Blutdrucks von ca. 5 mmHg in der Langzeitblutdruckmessung und ca. 7,5 mmHg in der Praxisblutdruckmessung. Ein wesentlicher Vorteil der RDN ist die konstante Wirkung über 24 Stunden, unabhängig von der Therapieadhärenz der Patienten.

Indikation und Patientenselektion

Die Indikationsstellung sollte durch ein multidisziplinäres Hypertonieteam erfolgen. Die Präferenz der Patienten sowie das individuelle kardiovaskuläre Risiko (z. B. mittels SCORE2) müssen nach ausführlicher Aufklärung berücksichtigt werden.

KriteriumVoraussetzungen / Bemerkung
Therapieresistente HypertonieBlutdruck ≥ 140/90 mmHg trotz ≥ 3 Antihypertensiva (inkl. Diuretikum) in adäquater Dosis
BestätigungZwingend durch Langzeitblutdruckmessung (Ausschluss Weißkittelhypertonie)
NierenfunktionGFR > 40 ml/min/1,73 m²
Alternative IndikationAusgewählte Patienten mit Medikamentenunverträglichkeit oder Non-Adhärenz (< 3 Antihypertensiva)
KontraindikationenHöhergradig eingeschränkte Nierenfunktion, Dialyse, Nierentransplantation, fibromuskuläre Dysplasie, funktionelle Einzelniere, unbehandelte sekundäre Hypertonie

Vorbereitung und Prozedur

Vor dem Eingriff muss eine nichtinvasive Bildgebung (CT-, MRT-Angiographie oder Farb-Doppler) der Nierenarterien erfolgen, um anatomische Besonderheiten (z. B. akzessorische Arterien) zu beurteilen.

MaßnahmeEmpfehlung
Medikation periprozeduralAspirin 75–100 mg für 1 Monat (periprozedurales Loading), unfraktioniertes Heparin (100 U/kg, Ziel-ACT > 250 s)
AnalgosedierungNiedrig dosierte Opioide (z. B. 1–3 mg Morphin i.v.) und Benzodiazepine (z. B. Midazolam 2–3 mg i.v.)
Blutdruckkontrollei.v.-Antihypertensiva (z. B. Nitroprussid, Urapidil) bereithalten
ZugangswegFemoral (idealerweise ultraschallgesteuert), Nutzung eines Verschlusssystems empfohlen

Kathetersysteme im Vergleich

In Deutschland sind aktuell zwei Systeme der neuen Generation für die renale Denervation zugelassen:

EigenschaftSymplicity Spyral (Medtronic)Paradise (ReCor)
TechnologieRadiofrequenzkatheter (4 Elektroden)Ultraschallkatheter
ZugangFemoral 6 FFemoral 7 F
AblationsorteHauptnierenarterien und SeitästeHauptnierenarterien (2-3 Ablationen pro Arterie)
VoraussetzungGuter Kontakt mit der GefäßwandKomplette Okklusion des Gefäßes nach Ballon-Inflation
DauerSimultane Ablation an 4 Punkten über mind. 45 s (ideal 60 s)7 s pro Ablation

Zentrums-Voraussetzungen

Die RDN sollte in Deutschland nur in spezialisierten Zentren durchgeführt werden, die definierte Qualitätskriterien erfüllen:

  • Prozeduren: > 25 Eingriffe an Nierengefäßen pro Jahr im Zentrum (oder kumulativ für einen Untersucher); mind. 15 renale Denervationen pro Jahr.
  • Qualifikation: 2 Fachärzte für Kardiologie mit Zertifizierung für interventionelle Kardiologie.
  • Infrastruktur: 365 Tage/24 h Verfügbarkeit von Angiographieeinheit, Dialyseeinheit, Gefäßchirurgie und Labordiagnostik innerhalb der Einrichtung.

💡Praxis-Tipp

Vor der Indikationsstellung zur renalen Denervation muss zwingend eine Langzeitblutdruckmessung zum Ausschluss einer Weißkittelhypertonie sowie eine Bildgebung der Nierenarterien zum Ausschluss einer fibromuskulären Dysplasie erfolgen.

Häufig gestellte Fragen

Bei unkontrollierter therapieresistenter Hypertonie (trotz 3 Antihypertensiva inkl. Diuretikum) oder bei ausgewählten Patienten mit Medikamentenunverträglichkeit bzw. Non-Adhärenz.
Die renale Denervation kann bei Patienten mit einer GFR > 40 ml/min/1,73 m² erwogen werden. Bei höhergradiger Einschränkung wird sie nicht empfohlen.
In Studien zeigte sich im Mittel ein Abfall des systolischen Blutdrucks von ca. 5 mmHg in der 24h-Langzeitmessung und ca. 7,5 mmHg in der Praxisblutdruckmessung.
Aktuell sind der Radiofrequenzkatheter Symplicity Spyral (Medtronic) und der Ultraschallkatheter Paradise (ReCor) zugelassen.

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