Arterielle Hypertonie: Zielwerte und Stufentherapie
Hintergrund
Die Nationale VersorgungsLeitlinie (NVL) Hypertonie (2023) bietet evidenzbasierte Empfehlungen zur Diagnostik und Therapie des Bluthochdrucks. Die Erkrankung weist weltweit und in Deutschland eine hohe Prävalenz auf und ist ein zentraler kardiovaskulärer Risikofaktor.
Ein wesentliches Ziel der Leitlinie ist die Vermeidung von Über- und Unterversorgung durch eine strukturierte Diagnostik. Zudem wird eine patientenzentrierte Versorgung mit individuell vereinbarten Therapiezielen fokussiert.
Die Basis der Behandlung bildet die Lebensstilmodifikation. Darauf aufbauend wird eine stadiengerechte medikamentöse Therapie empfohlen, um Endorganschäden und Mortalität zu senken.
💡Praxis-Tipp
Ein häufiger Fehler in der Praxis ist die vorschnelle Therapieeskalation bei vermeintlich unzureichender Blutdruckkontrolle. Die Leitlinie rät, vor einer Dosissteigerung stets die Therapieadhärenz, die Einnahme blutdrucksteigernder Begleitmedikation (z. B. NSAR) sowie das Vorliegen einer Weißkittelhypertonie zu überprüfen. Zudem wird empfohlen, bei einer Eskalation zunächst einen zweiten Wirkstoff hinzuzufügen, bevor ein einzelnes Medikament maximal ausdosiert wird.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie wird eine Hypertonie ab einem Praxisblutdruck von 140/90 mmHg diagnostiziert. Dieser Wert sollte durch eine 24h-Blutdruckmessung oder eine standardisierte Heimblutdruckmessung bestätigt werden.
Bei Kinderwunsch oder Schwangerschaft empfiehlt die Leitlinie bevorzugt Nifedipin, Metoprolol oder Alpha-Methyldopa. ACE-Hemmer und Sartane sind aufgrund ihrer teratogenen Wirkung streng kontraindiziert.
Eine hypertensive Entgleisung ist ein Blutdruck über 180/110 mmHg ohne akute Organschäden, bei der eine moderate orale Senkung empfohlen wird. Ein hypertensiver Notfall geht mit akuten Begleitsymptomen (z. B. Dyspnoe, neurologische Ausfälle) einher und erfordert eine sofortige Krankenhauseinweisung.
Die Leitlinie bevorzugt thiazidartige Diuretika wie Chlortalidon oder Indapamid. Diese weisen eine stärkere und längere Wirksamkeit auf als das häufig verwendete Hydrochlorothiazid.
Eine therapieresistente Hypertonie wird definiert als das Nichterreichen des Zielblutdrucks trotz maximal tolerierter Dosierung von drei Antihypertensiva. Diese Kombination sollte vorzugsweise einen RAS-Blocker, einen Kalziumkanalblocker und ein Diuretikum umfassen.
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Quelle: NVL Hypertonie (Version 2, 2023) (BÄK/KBV/AWMF, 2023). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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