WHO2025

Arbovirale Erkrankungen: Diagnostik und Therapie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: WHO (2025)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die WHO-Leitlinie 2025 adressiert die klinische Behandlung von durch Mücken übertragenen arboviralen Erkrankungen. Dazu zählen Dengue, Chikungunya, Zika und Gelbfieber.

Da sich diese Infektionen klinisch oft schwer unterscheiden lassen, zielt das Dokument auf ein standardisiertes Management ab. Es wird zwischen nicht-schweren, meist ambulant behandelbaren, und schweren, stationär pflichtigen Verläufen differenziert.

Ein zentraler Aspekt der Behandlung ist das Flüssigkeitsmanagement sowie die sichere Symptomkontrolle. Spezifische antivirale Therapien stehen außerhalb von Forschungsansätzen derzeit nicht zur Verfügung.

Empfehlungen

Die Leitlinie formuliert spezifische Empfehlungen für das Management in Abhängigkeit von der Krankheitsschwere.

Nicht-schwere Erkrankungen

Für die ambulante Behandlung werden folgende Maßnahmen empfohlen:

  • Zur Rehydratation wird ein protokollbasiertes orales Flüssigkeitsmanagement empfohlen (bedingte Empfehlung).

  • Für die Behandlung von Schmerzen und Fieber wird Paracetamol oder Metamizol vorgeschlagen (bedingte Empfehlung).

  • Der Einsatz von nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR) wird strikt abgelehnt (starke Empfehlung gegen den Einsatz).

  • Von einer routinemäßigen Gabe von Kortikosteroiden wird abgeraten (bedingte Empfehlung gegen den Einsatz).

Schwere Erkrankungen

Für das stationäre Management von schweren Verläufen gelten folgende Vorgaben:

  • Bei der intravenösen Flüssigkeitstherapie werden kristalloide Lösungen gegenüber Kolloiden bevorzugt (bedingte Empfehlung).

  • Zur Steuerung der intravenösen Flüssigkeitsgabe wird die Messung der Rekapillarisierungszeit empfohlen (starke Empfehlung).

  • Ergänzend zur Standardversorgung wird die Laktatmessung zur Steuerung der Volumentherapie empfohlen (starke Empfehlung).

  • Bei Schockzuständen und Unklarheit über den weiteren Flüssigkeitsbedarf wird ein passiver Beinhebetest vorgeschlagen (bedingte Empfehlung).

Spezifische Interventionen

Für besondere Komplikationen formuliert die Leitlinie weitere Hinweise:

  • Bei Leberversagen infolge von Gelbfieber wird die intravenöse Gabe von N-Acetylcystein vorgeschlagen (bedingte Empfehlung).

  • Von einer prophylaktischen Thrombozytentransfusion bei Werten unter 50.000/µl ohne aktive Blutung wird abgeraten (bedingte Empfehlung gegen den Einsatz).

  • Der Einsatz von systemischen Kortikosteroiden oder Immunglobulinen bei schweren Verläufen wird nicht empfohlen.

Dosierung

Laut Leitlinie gelten für die symptomatische Therapie sowie für spezifische Komplikationen folgende Dosierungsschemata.

Bei Nieren- oder Leberinsuffizienz sind entsprechende Dosisanpassungen erforderlich.

WirkstoffIndikationDosierung ErwachseneMaximale Tagesdosis
ParacetamolSchmerz und Fieber500 mg bis 1 g alle 4-6 Stunden4 g
MetamizolSchmerz und Fieber500 mg bis 1 g als Einzeldosis4 g
N-AcetylcysteinLeberversagen bei Gelbfieber150 mg/kg über 1 h, dann 50 mg/kg über 4 h, dann 100 mg/kg über 16 hgewichtsadaptiert

Kontraindikationen

Die Leitlinie formuliert eine starke Empfehlung gegen den Einsatz von nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen oder Acetylsalicylsäure bei akuten arboviralen Infektionen. Dies begründet sich durch das erhöhte Blutungsrisiko, insbesondere bei Dengue-Fieber.

Ausnahmen bestehen laut Leitlinie lediglich bei bereits etablierter NSAR-Dauertherapie oder bei gesichertem Chikungunya beziehungsweise Zika zur Behandlung von Arthralgien, sofern Dengue sicher ausgeschlossen wurde.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Ein zentraler Warnhinweis der Leitlinie betrifft die Analgesie bei unklarem Fieber in Endemiegebieten. Da sich Dengue klinisch initial kaum von anderen arboviralen Infektionen unterscheiden lässt, wird dringend empfohlen, NSAR aufgrund des Blutungsrisikos zu vermeiden und stattdessen Paracetamol einzusetzen.

Häufig gestellte Fragen

Die Leitlinie empfiehlt den Einsatz von kristalloiden Lösungen für die intravenöse Flüssigkeitstherapie. Von Kolloiden wird aufgrund möglicher schwerer Nebenwirkungen abgeraten.

Es wird eine Steuerung der Volumentherapie mittels Messung der Rekapillarisierungszeit und des Laktatwertes empfohlen. Bei Schockzuständen kann zudem ein passiver Beinhebetest hilfreich sein.

Die Leitlinie rät von einer prophylaktischen Thrombozytentransfusion bei Werten unter 50.000/µl ab, sofern keine aktive Blutung vorliegt. Eine Ausnahme bildet die Vorbereitung auf chirurgische Eingriffe.

Bei einem Leberversagen durch Gelbfieber wird die intravenöse Gabe von N-Acetylcystein vorgeschlagen. Antivirale Medikamente wie Sofosbuvir werden derzeit nur im Rahmen von klinischen Studien empfohlen.

Die Leitlinie spricht sich sowohl bei leichten als auch bei schweren Verläufen gegen den routinemäßigen Einsatz von systemischen Kortikosteroiden aus. Eine individuelle Nutzen-Risiko-Abwägung ist bei Patienten mit bestehender Dauertherapie erforderlich.

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Quelle: WHO guidelines for clinical management of arboviral diseases: dengue, chikungunya, Zika and yellow fever (WHO, 2025). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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