Malaria: Prävention, Diagnostik und Therapie-Empfehlung

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: WHO (2023)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die WHO-Leitlinie fasst die aktuellen evidenzbasierten Empfehlungen zur Prävention, Diagnostik und Behandlung der Malaria zusammen. Malaria ist eine lebensbedrohliche Erkrankung, die durch Plasmodium-Parasiten verursacht und durch Anopheles-Mücken übertragen wird.

Ein zentrales Ziel der globalen Strategie ist die deutliche Reduktion der Morbidität und Mortalität sowie die schrittweise Elimination der Erkrankung. Die Leitlinie betont die Wichtigkeit eines universellen Zugangs zu Präventionsmaßnahmen, Diagnostik und Therapie.

Die Auswahl der geeigneten Interventionen sollte stets an die lokale Epidemiologie und die Resistenzlage der Vektoren sowie der Parasiten angepasst werden.

Empfehlungen

Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen zur Kontrolle und Elimination der Malaria:

Vektorkontrolle und Prävention

Laut Leitlinie wird der flächendeckende Einsatz von insektizidbehandelten Moskitonetzen (ITNs) zur Prävention empfohlen (starke Empfehlung, hohe Evidenz). Bei lokaler Pyrethroid-Resistenz der Mücken können Netze mit zusätzlichen Wirkstoffen wie Piperonylbutoxid (PBO) oder Chlorfenapyr eingesetzt werden.

Zusätzlich wird das systematische Besprühen von Innenräumen mit Insektiziden (IRS) empfohlen, sofern die Vektoren in Innenräumen ruhen und empfindlich auf den Wirkstoff reagieren. Die gleichzeitige Anwendung von ITNs und IRS im selben Haushalt wird hingegen nicht routinemäßig empfohlen, um Ressourcen zu schonen.

Chemoprävention und Impfung

Es wird empfohlen, Schwangeren in Endemiegebieten eine intermittierende präventive Therapie (IPTp) mit Sulfadoxin-Pyrimethamin (SP) zu verabreichen (starke Empfehlung). Für Kinder in Gebieten mit saisonaler oder ganzjähriger Transmission stehen spezifische Chemopräventionsprogramme (SMC, PMC) zur Verfügung.

Die Leitlinie empfiehlt zudem den Einsatz der Malaria-Impfstoffe RTS,S/AS01 oder R21/Matrix-M für Kinder ab 5 Monaten in Gebieten mit moderater bis hoher Transmission (starke Empfehlung, hohe Evidenz).

Diagnostik

Bei jedem Verdacht auf Malaria wird eine parasitologische Bestätigung mittels Mikroskopie oder Schnelltest (RDT) gefordert, bevor eine Therapie eingeleitet wird. Eine rein klinische Diagnose ist aufgrund der geringen Spezifität zu vermeiden.

Therapie der unkomplizierten Malaria

Als Erstlinientherapie der unkomplizierten P. falciparum-Malaria wird eine artemisininbasierte Kombinationstherapie (ACT) für die Dauer von 3 Tagen empfohlen (starke Empfehlung, hohe Evidenz). Zur Reduktion der Transmission in Niedrigendemiegebieten sollte zusätzlich eine Einzeldosis Primaquin verabreicht werden.

Therapie der schweren Malaria

Bei schwerer Malaria wird die unverzügliche intravenöse oder intramuskuläre Gabe von Artesunat für mindestens 24 Stunden empfohlen (starke Empfehlung, hohe Evidenz). Sobald eine orale Aufnahme möglich ist, sollte die Behandlung mit einem vollständigen dreitägigen ACT-Zyklus abgeschlossen werden.

Dosierung

Die Leitlinie gibt spezifische Dosierungsschemata für verschiedene antimalariale Therapien vor.

Artemether + Lumefantrin (Zweimal täglich für 3 Tage)

KörpergewichtDosis Artemether + Lumefantrin pro Gabe
< 15 kg20 mg + 120 mg
15 bis < 25 kg40 mg + 240 mg
25 bis < 35 kg60 mg + 360 mg
≥ 35 kg80 mg + 480 mg

Artesunat + Amodiaquin (Einmal täglich für 3 Tage)

KörpergewichtDosis Artesunat + Amodiaquin pro Gabe
< 9 kg25 mg + 67,5 mg
9 bis < 18 kg50 mg + 135 mg
18 bis < 36 kg100 mg + 270 mg
≥ 36 kg200 mg + 540 mg

Artesunat + Mefloquin (Einmal täglich für 3 Tage)

KörpergewichtDosis Artesunat + Mefloquin pro Gabe
< 9 kg25 mg + 55 mg
9 bis < 18 kg50 mg + 110 mg
18 bis < 30 kg100 mg + 220 mg
≥ 30 kg200 mg + 440 mg

Schwere Malaria: Parenterales Artesunat

PatientengruppeDosis pro Gabe
Kinder < 20 kg3,0 mg/kg Körpergewicht
Kinder ≥ 20 kg und Erwachsene2,4 mg/kg Körpergewicht

Primaquin zur Transmissionsreduktion (P. falciparum)

KörpergewichtEinzeldosis Primaquin (Base)
5 bis < 25 kg3,75 mg
25 bis < 50 kg7,5 mg
50 bis 100 kg15 mg

Kontraindikationen

Laut Leitlinie gelten folgende Kontraindikationen und Warnhinweise:

  • Artesunat + Sulfadoxin-Pyrimethamin (SP) sowie Artesunat-Pyronaridin werden im ersten Trimenon der Schwangerschaft nicht empfohlen.

  • Sulfadoxin-Pyrimethamin (SP) ist im ersten Trimenon kontraindiziert.

  • Primaquin und Tetracycline dürfen in der Schwangerschaft nicht angewendet werden.

  • Primaquin ist bei stillenden Frauen (Säugling < 1 Monat) kontraindiziert.

  • Tafenoquin wird bei schwangeren und stillenden Frauen nicht empfohlen und darf bei G6PD-Mangel oder unbekanntem G6PD-Status nicht eingesetzt werden.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie warnt ausdrücklich vor der Verwendung von oralen Artemisinin-Monotherapien, da diese die Resistenzentwicklung fördern. Es wird betont, dass eine artemisininbasierte Kombinationstherapie (ACT) zwingend über volle drei Tage verabreicht werden muss, auch wenn die Symptome bereits früher abklingen, um eine vollständige Parasitenclearance zu gewährleisten.

Häufig gestellte Fragen

Die Leitlinie empfiehlt die sofortige intravenöse oder intramuskuläre Gabe von Artesunat für mindestens 24 Stunden. Anschließend sollte die Behandlung mit einem vollständigen dreitägigen oralen ACT-Zyklus fortgesetzt werden.

Im ersten Trimenon wird Artemether-Lumefantrin als Erstlinientherapie empfohlen. Im zweiten und dritten Trimenon können verschiedene zugelassene ACTs eingesetzt werden.

Ein Test auf Glukose-6-Phosphat-Dehydrogenase-Mangel wird vor der Gabe von 8-Aminochinolinen wie Primaquin oder Tafenoquin zur Rezidivprophylaxe bei P. vivax und P. ovale empfohlen. Dies dient der Vermeidung schwerer hämolytischer Krisen.

Die Impfstoffe RTS,S/AS01 und R21/Matrix-M werden für Kinder ab 5 Monaten in Endemiegebieten empfohlen. Sie sollen als Teil einer umfassenden Strategie zusammen mit anderen Präventionsmaßnahmen eingesetzt werden.

Es wird eine dreitägige Behandlung mit einer artemisininbasierten Kombinationstherapie (ACT) empfohlen. Kürzere Behandlungszyklen werden nicht empfohlen, da sie das Risiko für Therapie-Versagen und Resistenzbildungen erhöhen.

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Quelle: WHO Guidelines for Malaria (WHO, 2023). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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