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WHO2024

Influenza-Leitlinie 2024: Therapie & Diagnostik (WHO)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf WHO Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Baloxavir wird bei nicht-schwerer Influenza nur für Patienten mit hohem Risiko für einen schweren Verlauf empfohlen.
  • Bei schwerer Influenza ist Oseltamivir das einzige bedingt empfohlene antivirale Medikament.
  • Der routinemäßige Einsatz von Antibiotika, Kortikosteroiden oder Makroliden wird bei Influenza ohne bakterielle Koinfektion nicht empfohlen.
  • Für die Diagnostik werden bei schwerer Influenza NAATs (molekulare Tests) und bei nicht-schwerer Influenza NAATs oder DIAs empfohlen.
  • Eine medikamentöse Postexpositionsprophylaxe wird bei saisonaler Influenza nur für Personen mit extrem hohem Risiko empfohlen.
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Hintergrund

Die WHO-Leitlinie 2024 aktualisiert die Empfehlungen zur klinischen Behandlung der saisonalen, pandemischen und zoonotischen Influenza. Die Unterscheidung zwischen schwerer und nicht-schwerer Influenza sowie die Identifikation von Risikopatienten sind essenziell für die Therapieentscheidung.

Risikofaktoren für einen schweren Verlauf

Patienten gelten als Hochrisikopatienten für eine Hospitalisierung, wenn sie ≥ 65 Jahre alt sind oder mindestens einen der folgenden Hauptrisikofaktoren aufweisen:

RisikofaktorBemerkung
Alter ≥ 65 JahreOR 1,72 pro 10 Jahre Alterszunahme
ImmunsuppressionInklusive HIV-Infektion
Kardiovaskuläre ErkrankungenErhöhtes Hospitalisierungsrisiko
Neurologische ErkrankungenSignifikanter Risikofaktor
Chronische AtemwegserkrankungenSignifikanter Risikofaktor

Ein extrem hohes Risiko besteht bei einem Alter ≥ 85 Jahre oder bei Vorliegen multipler Hauptrisikofaktoren.

Diagnostik

Die klinische Diagnose der Influenza ist oft unspezifisch. Die WHO empfiehlt folgende Teststrategien:

  • Schwere Influenza: Bedingte Empfehlung für den Einsatz von Nukleinsäure-Amplifikationstests (NAAT/PCR).
  • Nicht-schwere Influenza: Bedingte Empfehlung für den Einsatz von digitalen Immunoassays (DIA) oder NAATs.

Therapie der nicht-schweren Influenza

Der routinemäßige Einsatz von Virostatika bei Patienten mit niedrigem Risiko wird nicht empfohlen.

  • Baloxavir: Bedingte Empfehlung für Patienten mit hohem Risiko für einen schweren Verlauf. Die Gabe sollte so früh wie möglich, idealerweise innerhalb von 2 Tagen nach Symptombeginn, erfolgen.
  • Antibiotika: Starke Empfehlung gegen den Einsatz bei niedriger Wahrscheinlichkeit einer bakteriellen Koinfektion.
  • Andere Virostatika: Starke Empfehlung gegen Oseltamivir, Zanamivir und Favipiravir. Bedingte Empfehlung gegen Laninamivir, Peramivir und Umifenovir.

Dosierung von Baloxavir

KörpergewichtDosisBemerkung
< 20 kg2 mg/kgAls Suspension
20 bis 79 kg40 mgAls Tablette, Einmaldosis
≥ 80 kg80 mgAls Tablette, Einmaldosis

Achtung: Baloxavir wird aufgrund fehlender Daten derzeit nicht für Schwangere empfohlen.

Therapie der schweren Influenza

Bei Patienten mit schwerer Influenza (inklusive zoonotischer Influenza mit hoher Mortalität) liegt der Fokus auf der antiviralen Therapie und der Vermeidung unwirksamer adjuvanter Therapien.

  • Oseltamivir: Bedingte Empfehlung für den Einsatz bei schwerer Influenza.
  • Andere Virostatika: Bedingte Empfehlung gegen Peramivir und Zanamivir.

Adjuvante Therapien bei schwerer Influenza

TherapieEmpfehlungBemerkung
KortikosteroideBedingte Empfehlung dagegenKeine routinemäßige Gabe bei schwerer Influenza
MakrolideBedingte Empfehlung dagegenOhne Nachweis einer bakteriellen Koinfektion nicht empfohlen
mTOR-InhibitorenBedingte Empfehlung dagegenKein nachgewiesener Nutzen
RekonvaleszentenplasmaBedingte Empfehlung dagegenKein nachgewiesener Nutzen

Postexpositionsprophylaxe

Die medikamentöse Prophylaxe nach Exposition gegenüber saisonalen Influenzaviren wird nur sehr restriktiv empfohlen:

  • Saisonale Influenza: Bedingte Empfehlung für Baloxavir oder Oseltamivir nur bei asymptomatischen Personen mit extrem hohem Risiko für eine Hospitalisierung.
  • Zoonotische Influenza: Bedingte Empfehlung für Baloxavir, Laninamivir, Oseltamivir oder Zanamivir bei Exposition gegenüber zoonotischen Viren mit hoher Mortalität (z.B. H5N1, H7N9).

💡Praxis-Tipp

Setzen Sie Baloxavir bei nicht-schwerer Influenza gezielt nur bei Hochrisikopatienten (z. B. >65 Jahre, immunsupprimiert) innerhalb der ersten 48 Stunden ein. Verzichten Sie bei unkomplizierten Verläufen auf Oseltamivir und Antibiotika.

Häufig gestellte Fragen

Bei nicht-schwerer Influenza wird Baloxavir nur für Patienten mit hohem Risiko für einen schweren Verlauf (z.B. Alter über 65 Jahre, chronische Begleiterkrankungen) empfohlen, idealerweise innerhalb von 48 Stunden nach Symptombeginn.
Nein, die WHO spricht eine starke Empfehlung gegen den Einsatz von Oseltamivir bei nicht-schwerer Influenza aus. Es wird nur bei schwerer Influenza bedingt empfohlen.
Nein, die Leitlinie spricht eine bedingte Empfehlung gegen den routinemäßigen Einsatz von systemischen Kortikosteroiden bei schwerer Influenza aus.
Bei saisonaler Influenza wird eine Prophylaxe mit Baloxavir oder Oseltamivir nur für asymptomatische Kontaktpersonen mit extrem hohem Risiko (z.B. Alter über 85 Jahre oder multiple Hauptrisikofaktoren) empfohlen.
Aufgrund fehlender Sicherheits- und Wirksamkeitsdaten wird Baloxavir derzeit nicht für schwangere oder stillende Frauen empfohlen.

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