Antibiotic Stewardship (ABS): Rationale Therapie
Hintergrund
Die AWMF S3-Leitlinie formuliert Strategien zur Sicherung einer rationalen Antibiotika-Anwendung (Antibiotic Stewardship, ABS) im Krankenhaus. Ziel ist es, dem zunehmenden Selektionsdruck, der Resistenzentwicklung und dem Mangel an neuen Antiinfektiva entgegenzuwirken.
Laut Leitlinie verbessern strukturierte ABS-Programme die klinischen Behandlungsergebnisse und die Patientensicherheit. Gleichzeitig können durch einen optimierten Einsatz von Antibiotika die Liegedauer verkürzt und Kosten gesenkt werden, ohne die Sterblichkeit zu erhöhen.
Die Leitlinie betont, dass eine qualitativ hochwertige Patientenversorgung Fachkompetenz in Infektiologie und Mikrobiologie erfordert. ABS-Programme sollen den individuellen infektiologischen Konsiliardienst jedoch nicht ersetzen, sondern durch strukturelle Maßnahmen programmatisch ergänzen.
💡Praxis-Tipp
Ein häufiger Fehler im klinischen Alltag ist die unnötig lange Fortführung einer empirischen Breitspektrumtherapie. Die Leitlinie betont, dass eine Therapiereevaluation mit möglicher De-Eskalation oder Beendigung der Therapie in der Regel bereits nach 48 bis 72 Stunden anhand klinischer und mikrobiologischer Befunde erfolgen sollte.
Häufig gestellte Fragen
Die Leitlinie empfiehlt ein multidisziplinäres Team. Dieses sollte aus einem Infektiologen, einem Apotheker mit entsprechender Weiterbildung, einem Mikrobiologen sowie einem Krankenhaushygieniker bestehen.
Es wird empfohlen, bei klinischer Stabilisierung des Patienten auf oral bioverfügbare Substanzen umzustellen. Voraussetzung ist, dass keine gastrointestinalen Resorptionsstörungen vorliegen.
Laut Leitlinie sollte die empfohlene Therapiedauer in lokalen Leitlinien definiert werden. Unterstützend kann bei ausgewählten Infektionserkrankungen der Biomarker Procalcitonin zur Steuerung eingesetzt werden.
Ein TDM wird für ausgewählte Substanzen wie Aminoglykoside oder Vancomycin empfohlen. Es unterstützt die individuelle Dosisfindung und hilft, Toxizitäten zu minimieren sowie den Behandlungserfolg zu sichern.
Die Leitlinie empfiehlt gezielte Anwendungsbeschränkungen für bestimmte Antibiotikaklassen. Insbesondere die Reduktion von Cephalosporinen und Fluorchinolonen kann die Inzidenz von Clostridium difficile signifikant verringern.
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Quelle: Strategien zur Sicherung rationaler Antibiotika-Anwendung im Krankenhaus (AWMF). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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