Amitriptylin: Dosierung, Indikation und Interaktionen
Hintergrund
Diese Zusammenfassung basiert auf dem pharmakologischen Profil der DrugBank. Amitriptylin ist ein trizyklisches Antidepressivum (TZA), das in der Psychiatrie und Schmerztherapie eingesetzt wird.
Der Wirkmechanismus beruht auf der Hemmung der Wiederaufnahme von Serotonin und Noradrenalin. Zusätzlich blockiert die Substanz muskarinerge (M1), histaminerge (H1) und alpha-1-adrenerge Rezeptoren, was für viele der typischen Nebenwirkungen verantwortlich ist.
Die orale Bioverfügbarkeit liegt bei 45 Prozent, die Halbwertszeit beträgt 10 bis 28 Stunden. Der aktive Metabolit Nortriptylin wird über das Enzym CYP2D6 metabolisiert. Ein Fließgleichgewicht (Steady State) wird nach ein bis zwei Wochen erreicht.
Empfehlungen
Das DrugBank-Profil listet verschiedene Einsatzgebiete für Amitriptylin auf, die sich je nach Dosierung unterscheiden.
Indikationen
Laut Profil wird der Wirkstoff für folgende Erkrankungen eingesetzt:
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Neuropathische Schmerzen (als Erstlinientherapie in niedriger Dosierung)
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Depressionen (als Zweitlinientherapie)
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Migräneprophylaxe und Fibromyalgie
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Insomnie (in niedriger Dosierung)
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Funktionelle gastrointestinale Störungen wie das Reizdarmsyndrom
Nebenwirkungen und Überwachung
Die anticholinergen Eigenschaften verursachen laut Quelle häufige Nebenwirkungen wie Mundtrockenheit, Obstipation, Harnverhalt und verschwommenes Sehen. Zudem werden Sedierung, Gewichtszunahme, orthostatische Hypotonie und QT-Zeit-Verlängerungen beschrieben.
Aufgrund der sedierenden Wirkung wird eine Einnahme zur Schlafenszeit empfohlen. Vor einer hochdosierten Behandlung wird die Durchführung eines EKG angeraten. Bei einer Überdosierung besteht die Gefahr letaler Herzrhythmusstörungen.
Dosierung
Die Quelle gibt folgende Dosierungsschemata für Amitriptylin an:
| Indikation | Startdosis | Zieldosis / Titration | Einnahmezeitpunkt |
|---|---|---|---|
| Depression | 25-50 mg | 100-300 mg/Tag | Zur Schlafenszeit |
| Neuropathischer Schmerz | 10 mg | 25-75 mg/Tag | Zur Schlafenszeit |
Kontraindikationen
Absolute Kontraindikationen
Das Profil nennt folgende Kontraindikationen für den Einsatz von Amitriptylin:
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Erholungsphase nach einem akuten Myokardinfarkt
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Schwere kardiale Überleitungsstörungen
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Harnverhalt und akutes Engwinkelglaukom
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Gleichzeitige Einnahme von MAO-Hemmern (eine 14-tägige Auswaschphase ist erforderlich)
Wichtige Arzneimittelinteraktionen
Die Quelle warnt vor folgenden Wechselwirkungen:
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MAO-Hemmer: Risiko für ein Serotoninsyndrom und hypertensive Krisen
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CYP2D6-Inhibitoren (z. B. Fluoxetin, Paroxetin): Deutlich erhöhte Amitriptylin-Spiegel
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QT-verlängernde Medikamente: Additives kardiales Risiko
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ZNS-dämpfende Substanzen und Alkohol: Verstärkte Sedierung
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Anticholinergika: Additive Effekte wie Obstipation, Harnverhalt und Verwirrtheit
💡Praxis-Tipp
Das DrugBank-Profil weist darauf hin, dass Amitriptylin in Überdosierung aufgrund von Herzrhythmusstörungen letal wirken kann. Daher wird vor dem Beginn einer hochdosierten Therapie die Durchführung eines EKG empfohlen. Zudem wird angeraten, die Einnahme aufgrund der sedierenden Wirkung bevorzugt zur Schlafenszeit einzuplanen.
Häufig gestellte Fragen
Laut DrugBank wird es als Erstlinientherapie bei neuropathischen Schmerzen in niedriger Dosierung eingesetzt. Weitere Indikationen sind die Migräneprophylaxe und Fibromyalgie.
Die Quelle fordert eine 14-tägige Auswaschphase (Washout) beim Wechsel zwischen MAO-Hemmern und Amitriptylin. Bei gleichzeitiger Einnahme drohen ein Serotoninsyndrom und hypertensive Krisen.
Neben der Wiederaufnahmehemmung von Serotonin und Noradrenalin blockiert die Substanz muskarinerge (M1), histaminerge (H1) und alpha-1-adrenerge Rezeptoren. Dies verursacht die typischen anticholinergen Nebenwirkungen.
Ein Fließgleichgewicht (Steady State) wird laut pharmakokinetischen Daten nach etwa ein bis zwei Wochen erreicht. Der aktive Metabolit ist Nortriptylin.
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Quelle: DrugBank: Amitriptyline - Pharmacological Profile (DrugBank Open Data, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt. Vor jeder Anwendung oder Verschreibung muss die aktuelle Fachinformation konsultiert werden.
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