Akute Lungenembolie: Diagnostik und Antikoagulation
Hintergrund
Die venöse Thromboembolie (VTE), die sich als tiefe Venenthrombose oder Lungenembolie (LE) manifestiert, ist die dritthäufigste kardiovaskuläre Akuterkrankung. Die Inzidenz steigt mit zunehmendem Alter deutlich an.
Eine akute LE stört den Blutkreislauf und den Gasaustausch. Die Haupttodesursache bei schwerer LE ist die Rechtsherzinsuffizienz infolge einer akuten Druckbelastung.
Die Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) und der European Society of Cardiology (ESC) aus dem Jahr 2019 bietet evidenzbasierte Empfehlungen zur Diagnostik, Risikostratifizierung und Therapie.
💡Praxis-Tipp
Laut Leitlinie sollte bei einer hohen oder mittleren klinischen Wahrscheinlichkeit für eine Lungenembolie die Antikoagulation sofort eingeleitet werden, noch während auf die Ergebnisse der bildgebenden Diagnostik gewartet wird. Zudem wird davor gewarnt, bei hoher klinischer Wahrscheinlichkeit einen D-Dimer-Test durchzuführen, da ein Normalbefund in diesem Fall eine Lungenembolie nicht sicher ausschließt.
Häufig gestellte Fragen
Die Leitlinie empfiehlt die Nutzung validierter Scores, wie beispielsweise den revidierten Genfer Score. Dieser teilt die Wahrscheinlichkeit anhand von Symptomen und Risikofaktoren in niedrig, mittel oder hoch ein.
Es wird empfohlen, bei Personen über 50 Jahren einen altersadjustierten Grenzwert zu verwenden. Dieser berechnet sich laut Leitlinie aus dem Alter multipliziert mit 10 µg/l.
Eine systemische Thrombolyse wird primär für Patienten mit einer Hochrisiko-Lungenembolie und hämodynamischer Instabilität empfohlen. Bei Patienten mit mittlerem oder niedrigem Risiko wird von einer routinemäßigen Thrombolyse abgeraten.
Die Leitlinie empfiehlt niedermolekulare Heparine (NMH) in einer an das Körpergewicht angepassten Dosierung als Mittel der Wahl. Nicht-Vitamin-K-abhängige orale Antikoagulanzien (NOAK) werden in der Schwangerschaft und Stillzeit ausdrücklich nicht empfohlen.
Grundsätzlich wird eine Therapiedauer von mindestens 3 Monaten empfohlen. Bei fehlenden identifizierbaren Risikofaktoren oder rezidivierenden Ereignissen sollte gemäß Leitlinie eine Verlängerung auf unbestimmte Zeit erwogen werden.
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Quelle: Pocket-Leitlinie: Management der akuten Lungenembolie (Version 2019) (DGK (Deutsche Gesellschaft für Kardiologie)). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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