Terlipressin bei HRS-1: Rote-Hand-Brief der AkdÄ
Hintergrund
Das hepatorenale Syndrom Typ 1 (HRS-1) ist eine rasch fortschreitende Nierenfunktionsstörung, die als schwere Komplikation bei fortgeschrittenen Lebererkrankungen auftritt. Terlipressin wird in diesem klinischen Setting häufig zur Therapie eingesetzt.
Der Rote-Hand-Brief der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) aus dem Jahr 2022 warnt vor neu erkannten Sicherheitsrisiken. Grundlage dieser Warnung ist eine placebokontrollierte Doppelblindstudie zur Untersuchung der Wirksamkeit und Sicherheit von Terlipressin plus Albumin bei HRS-1.
In dieser Studie wurde eine höhere Inzidenz von schwerer oder letaler Ateminsuffizienz festgestellt als bisher in der Produktinformation angegeben. Zudem traten Sepsis und septischer Schock jeglicher Ursache unter Terlipressin häufiger auf als in der Placebo-Gruppe.
Empfehlungen
Die Sicherheitsinformation formuliert folgende Kernempfehlungen für den klinischen Einsatz:
Patientenselektion
Laut Rote-Hand-Brief sollte die Gabe von Terlipressin bei bestimmten Hochrisikogruppen in der Regel vermieden werden. Bei diesen Personen ist die Wirksamkeit vermindert, während die Mortalität und das Risiko für Nebenwirkungen erhöht sind.
Dies betrifft folgende Gruppen:
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Personen mit fortgeschrittener Nierenfunktionsstörung (Serumkreatinin ≥ 442 µmol/l bzw. 5,0 mg/dl)
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Personen mit Acute-on-Chronic Liver Failure (ACLF) Grad 3
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Personen mit einem MELD-Score (Model for End-stage Liver Disease) ≥ 39
Überwachung und Management
Es wird empfohlen, Personen mit neu auftretenden Atembeschwerden oder einer Verschlechterung bestehender Atemwegserkrankungen zunächst klinisch zu stabilisieren. Dies muss zwingend vor der Verabreichung der ersten Terlipressin-Dosis erfolgen.
Während der Behandlung wird eine engmaschige Überwachung gefordert:
-
Klinische Kontrolle auf respiratorische Symptome
-
Sofortige Einleitung von Gegenmaßnahmen bei Atemnot
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Engmaschige Überwachung auf klinische Zeichen und Symptome einer Infektion
Dosierung
Der Rote-Hand-Brief nennt keine spezifischen Dosisanpassungen in Milligramm, vergleicht jedoch die Risikoprofile der Applikationswege. Es wird darauf hingewiesen, dass die Art der Verabreichung das Risiko für schwerwiegende Nebenwirkungen beeinflusst.
| Applikationsform | Risiko für schwerwiegende Nebenwirkungen |
|---|---|
| Intravenöse Dauerinfusion | Möglicherweise niedriger |
| Intravenöser Bolus | Höher im Vergleich zur Dauerinfusion |
Kontraindikationen
Laut Rote-Hand-Brief sollte die Anwendung von Terlipressin bei folgenden Konstellationen in der Regel vermieden werden, da die Mortalität erhöht und die Wirksamkeit vermindert ist:
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Serumkreatinin ≥ 442 µmol/l (5,0 mg/dl)
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Acute-on-Chronic Liver Failure (ACLF) Grad 3
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MELD-Score ≥ 39
💡Praxis-Tipp
Ein zentraler Hinweis des Rote-Hand-Briefs ist die Notwendigkeit, respiratorische Probleme vor Therapiebeginn zu adressieren. Es wird dringend empfohlen, Personen mit bestehenden oder neuen Atembeschwerden erst vollständig zu stabilisieren, bevor die initiale Terlipressin-Dosis verabreicht wird.
Häufig gestellte Fragen
Der Rote-Hand-Brief der AkdÄ warnt vor einem erhöhten Risiko für schwere oder letale Ateminsuffizienz. Zudem wurde in Studien eine erhöhte Rate an Sepsis und septischem Schock unter der Therapie festgestellt.
Laut Sicherheitsinformation sollte die Gabe bei einem Serumkreatinin von ≥ 442 µmol/l (5,0 mg/dl) in der Regel vermieden werden. Bei diesen Werten ist die Mortalität erhöht und die Wirksamkeit des Medikaments vermindert.
Das Dokument weist darauf hin, dass eine intravenöse Dauerinfusion vorteilhaft sein kann. Die Rate schwerwiegender Nebenwirkungen ist bei einer kontinuierlichen Infusion möglicherweise niedriger als bei einer Bolusgabe.
Es wird empfohlen, den respiratorischen Status genau zu evaluieren. Bei neu auftretenden Atembeschwerden oder einer Verschlechterung bestehender Atemwegserkrankungen muss zunächst eine Stabilisierung erfolgen, bevor das Medikament verabreicht wird.
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Quelle: AkdÄ: Rote-Hand-Brief zu Terlipressin: Schwere oder letale Ateminsuffizienz und Sepsis/septischer Schock bei Patienten mit hepatorenalem Syndrom Typ (AkdÄ, 2022). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.