Propofol: Sepsis-Risiko durch Mehrfachentnahme, Asepsis
Hintergrund
Propofol ist ein häufig eingesetztes, kurz wirkendes intravenöses Narkosemittel. Da es sich um eine Emulsion ohne Konservierungsstoffe handelt, wird das Wachstum von Mikroorganismen in der Lösung stark begünstigt.
In der Vergangenheit kam es durch die Anwendung von mikrobiell kontaminierten Propofol-haltigen Arzneimitteln wiederholt zu schweren Komplikationen. Der Rote-Hand-Brief der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) aus dem Jahr 2023 warnt explizit vor Fällen von Sepsis, die teilweise tödlich endeten.
Ursache für diese lebensbedrohlichen Infektionen ist meist eine unsachgemäße Handhabung im klinischen Alltag. Insbesondere die Mehrfachentnahme aus einem Behältnis stellt ein erhebliches Risiko dar.
💡Praxis-Tipp
Ein kritischer Fehler im klinischen Alltag ist die Aufbewahrung aufgezogener Propofol-Spritzen für spätere Anwendungen. Die Warnmeldung betont, dass aufgrund der fehlenden Konservierungsstoffe ein extrem schnelles Keimwachstum stattfindet. Es wird daher dringend darauf hingewiesen, die Verabreichung unverzüglich nach der aseptischen Entnahme zu beginnen und alle Reste sofort zu verwerfen.
Häufig gestellte Fragen
Laut Rote-Hand-Brief handelt es sich bei Propofol um eine Emulsion, die keine Konservierungsstoffe enthält. Diese Zusammensetzung begünstigt das Wachstum von Mikroorganismen bei unsteriler Handhabung massiv.
Nein, die AkdÄ warnt ausdrücklich davor. Propofol-haltige Arzneimittel sind ausschließlich für den einmaligen Gebrauch bei einem einzelnen Patienten zugelassen, und Reste müssen zwingend entsorgt werden.
Die Anwendung von mikrobiell kontaminiertem Propofol kann zu schweren Infektionen führen. In der Vergangenheit kam es laut Warnmeldung wiederholt zu Fällen von Sepsis, die teilweise tödlich endeten.
Es wird darauf hingewiesen, dass mit der Verabreichung unverzüglich begonnen werden muss. Bei nicht aseptischer Handhabung kann es innerhalb sehr kurzer Zeit zu starkem Keimwachstum kommen.
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Quelle: AkdÄ: Rote-Hand-Brief zu Propofol: Risiko für Sepsis bei Mehrfachentnahme aus einem Behältnis (AkdÄ, 2023). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
Verwandte Leitlinien
Rote-Hand-Brief zu Propofol: Risiko für Sepsis bei Mehrfachentnahme aus einem Behältnis
AkdÄ: Bekanntgabe der AkdÄ im Deutschen Ärzteblatt vom
AkdÄ: Rote-Hand-Brief zu Thiopental Rotexmedica 500 mg/1000
AkdÄ: Rote-Hand-Brief zu Thiopental Inresa 0,5 g/1,0 g und
AkdÄ: Rote-Hand-Brief: Risiko für Patientensicherheit durch nicht zulassungskonforme Gebrauchsinformationen
AkdÄ: Rote-Hand-Brief zu Haldol® (Tabletten, Tropfen zum
AkdÄ: Rote-Hand-Brief zu Saccharomyces boulardii
AkdÄ: Rote-Hand-Brief zu Produkten für die parenterale
ClariMed durchsucht alle medizinischen Leitlinien
AWMF, NVL, NICE, WHO, ESC, KDIGO - Quellenzitiert, kostenlos. Speichern Sie Ihren Verlauf auf allen Geräten mit einem kostenlosen Konto.
Kostenloses Konto erstellen