AkdÄ2023

Etoposid und Inline-Filter: Rote-Hand-Brief AkdÄ

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AkdÄ (2023)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Etoposid ist ein Zytostatikum, das zur Behandlung verschiedener bösartiger Erkrankungen eingesetzt wird. Bislang machten die Fachinformationen keine spezifischen Angaben zur Verwendung von Inline-Filtern, während verschiedene medizinische Leitlinien deren Einsatz empfahlen.

Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) hat in einem Rote-Hand-Brief (2023) neue Sicherheitsinformationen zu dieser Thematik veröffentlicht. Hintergrund sind Studiendaten, die ein erhöhtes Risiko für infusionsbedingte Überempfindlichkeitsreaktionen bei der Verwendung von Inline-Filtern zeigen.

Der genaue Pathomechanismus für diese Reaktionen ist aktuell nicht vollständig geklärt. Es wird jedoch vermutet, dass die in Etoposid enthaltenen Lösungsvermittler mit dem Filtermaterial oder dem Infusionssystem interagieren, wodurch Bestandteile wie Weichmacher in die Lösung übergehen könnten.

Empfehlungen

Die AkdÄ formuliert in ihrem Rote-Hand-Brief folgende Kernempfehlungen zur Arzneimittelsicherheit:

Verzicht auf Inline-Filter bei Etoposid

  • Bei der Verabreichung von Etoposid wird empfohlen, keine Inline-Filter zu verwenden.

  • Es ist laut AkdÄ derzeit nicht bekannt, ob das Risiko für alle Arten von Inline-Filtern oder nur für bestimmte Materialien gilt.

  • Die Fachinformationen der entsprechenden Präparate werden entsprechend aktualisiert.

Ausnahme: Etoposidphosphat

  • Die Warnung vor Inline-Filtern gilt nicht für den Wirkstoff Etoposidphosphat.

  • Bei der Anwendung von Etoposidphosphat wird empfohlen, Filter weiterhin gemäß den Angaben der jeweiligen Fachinformation zu verwenden.

Kontraindikationen

Warnhinweis zur Infusionstechnik

  • Die Verwendung von Inline-Filtern bei der Verabreichung von Etoposid wird aufgrund des erhöhten Risikos für infusionsbedingte Überempfindlichkeitsreaktionen nicht mehr empfohlen.

  • Es wird vor einer möglichen Interaktion der Lösungsvermittler mit dem Infusionssystem gewarnt, die zur Freisetzung von Weichmachern in die Lösung führen könnte.

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💡Praxis-Tipp

Es wird empfohlen, bei der Vorbereitung von Etoposid-Infusionen strikt auf Inline-Filter zu verzichten, auch wenn ältere Leitlinien dies noch empfehlen sollten. Gleichzeitig ist darauf zu achten, diese Regelung nicht fälschlicherweise auf Etoposidphosphat zu übertragen, bei dem Filter weiterhin gemäß Fachinformation eingesetzt werden.

Häufig gestellte Fragen

Laut dem Rote-Hand-Brief der AkdÄ besteht bei der Verwendung von Inline-Filtern ein erhöhtes Risiko für infusionsbedingte Überempfindlichkeitsreaktionen. Es wird vermutet, dass Lösungsvermittler im Medikament Weichmacher aus dem Filter oder Infusionssystem herauslösen.

Nein, die Warnung der AkdÄ bezieht sich ausschließlich auf Etoposid. Bei der Verabreichung von Etoposidphosphat wird empfohlen, Filter weiterhin gemäß den Vorgaben der Fachinformation zu nutzen.

Es ist derzeit nicht bekannt, ob das Risiko für Überempfindlichkeitsreaktionen bei allen Arten von Inline-Filtern besteht oder auf bestimmte Materialien beschränkt ist. Daher wird generell empfohlen, bei Etoposid vollständig auf Inline-Filter zu verzichten.

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Quelle: AkdÄ: Rote-Hand-Brief zu Etoposid: Risiko für infusionsbedingte Überempfindlichkeitsreaktionen bei Verabreichung mit Inline-FilterDrug Safety Mail (AkdÄ, 2023). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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