SAPHO-Syndrom durch Isotretinoin: AkdÄ-Sicherheitswarnung
Hintergrund
Isotretinoin wird zur oralen Behandlung schwerer Akneformen eingesetzt, wenn eine Therapieresistenz gegenüber systemischen Antibiotika und topischen Behandlungen besteht. Der Wirkstoff gehört zur Gruppe der Retinoide und hemmt die Proliferation der Sebozyten.
Das SAPHO-Syndrom (Synovitis, Acne pustulosa, Pustulose, Hyperostose, Osteitis) ist eine seltene Erkrankung mit einer geschätzten Prävalenz von unter 1:10.000. Es ist durch die Assoziation von Knochen- und Hautmanifestationen charakterisiert, wobei Hyperostose und sterile Osteitis zentrale Merkmale darstellen.
Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) berichtet über einen Fall, bei dem unter einer Isotretinoin-Therapie ein SAPHO-Syndrom auftrat. Die Publikation weist auf die seltene Möglichkeit eines kausalen Zusammenhanges zwischen dem Medikament und der Erkrankung hin.
Empfehlungen
Der Bericht der AkdÄ formuliert folgende klinische Kernaspekte:
Differenzialdiagnostik bei Gelenkbeschwerden
Laut AkdÄ-Bericht zählen Arthralgien und Myalgien zu den sehr häufigen Nebenwirkungen von Isotretinoin. Es wird jedoch darauf hingewiesen, dass bei schweren Verläufen an seltenere Komplikationen gedacht werden sollte.
Folgende Differenzialdiagnosen werden bei starken Gelenk- und Knochenschmerzen unter Isotretinoin genannt:
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Acne fulminans: Geht typischerweise mit Fieber, schwerem Krankheitsgefühl, hämorrhagischen Ulzerationen und Polyarthritis einher.
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SAPHO-Syndrom: Zeigt sich durch Knochen- und Hautmanifestationen, insbesondere durch Hyperostose und sterile Osteitis der vorderen Brustwand oder der Iliosakralgelenke.
Klinisches Management
Im beschriebenen Fallbericht führte das Absetzen von Isotretinoin in Kombination mit einer medikamentösen Therapie zu einer Kontrolle der Symptomatik. Es wird berichtet, dass ein kausaler Zusammenhang vermutet wurde und das Medikament daher nicht wieder angesetzt wurde.
Für das SAPHO-Syndrom werden in der Literatur folgende Therapieansätze beschrieben:
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Primäre symptomatische Behandlung mit nichtsteroidalen Antiphlogistika (NSAR).
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Kurzzeitige Verabreichung von systemischen oder intraartikulären Steroiden.
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Einsatz von Antibiotika, Immunsuppressiva oder TNF-α-Blockern bei Bedarf.
Meldung von Nebenwirkungen
Die AkdÄ betont die Wichtigkeit der kontinuierlichen Pharmakovigilanz. Es wird darum gebeten, unerwünschte Arzneimittelwirkungen und Verdachtsfälle konsequent an die entsprechenden Stellen zu melden.
💡Praxis-Tipp
Bei Personen unter Isotretinoin-Therapie, die neu aufgetretene, starke Gelenk- oder Knochenschmerzen entwickeln, wird laut AkdÄ empfohlen, nicht nur an die bekannte Acne fulminans zu denken. Es wird angeraten, differenzialdiagnostisch auch ein SAPHO-Syndrom in Betracht zu ziehen und die Fortführung der Isotretinoin-Gabe kritisch zu überprüfen.
Häufig gestellte Fragen
Das Akronym steht für Synovitis, Acne pustulosa, Pustulose, Hyperostose und Osteitis. Laut AkdÄ handelt es sich um eine seltene Erkrankung, die durch eine Kombination aus Knochen- und Hautmanifestationen gekennzeichnet ist.
Der Bericht nennt multiple, teils sehr schmerzhafte Arthralgien und Myalgien sowie Fieber und erhöhte Entzündungsparameter. Im MRT zeigen sich typischerweise multiple Osteitisherde.
Die Behandlung erfolgt überwiegend symptomatisch, in erster Linie mit nichtsteroidalen Antiphlogistika. Laut Literatur können auch kurzzeitig Steroide, Antibiotika oder Immunsuppressiva eingesetzt werden.
Die Acne fulminans entwickelt sich meist akut aus einer milderen Akne und zeigt charakteristische hämorrhagische Ulzerationen. Beide Erkrankungen können jedoch mit Knochenbeteiligung und Gelenkschmerzen einhergehen, weshalb die klinische Abgrenzung anspruchsvoll ist.
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Quelle: AkdÄ Bekanntgabe: SAPHO-Syndrom im Zusammenhang mit Isotretinoin (AkdÄ, 2022). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.