Rhabdomyolyse durch Isotretinoin: AkdÄ-Sicherheitswarnung
Hintergrund
Orale Retinoide wie Isotretinoin werden in der Dermatologie zur Behandlung schwerer Akneformen eingesetzt. Bekannte Nebenwirkungen umfassen Teratogenität, Leberwertveränderungen und psychiatrische Reaktionen.
Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) berichtet in einer Sicherheitswarnung über einen fatalen Fall von Rhabdomyolyse mit myokardialer Beteiligung. Dieser trat bei einem jungen Patienten unter Isotretinoin-Therapie in Kombination mit starker körperlicher Belastung auf.
Auch in der Literatur und in Spontanmeldesystemen finden sich Berichte über Rhabdomyolysen nach intensiven sportlichen Aktivitäten unter Isotretinoin. Ein Klasseneffekt für andere Retinoide kann derzeit nicht sicher ausgeschlossen werden.
Empfehlungen
Die AkdÄ formuliert folgende Empfehlungen zur Arzneimittelsicherheit:
Aufklärung und Warnsymptome
Laut AkdÄ wird empfohlen, Patienten auf das Risiko einer Rhabdomyolyse und mögliche Warnsymptome hinzuweisen. Dies gilt insbesondere bei ausgeprägter sportlicher Aktivität.
Zu den Warnsymptomen, über die aufgeklärt werden sollte, zählen:
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Muskelschmerzen (Myalgien)
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Muskelschwäche
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Dunkler Urin
Laborkontrollen und Monitoring
Es wird empfohlen, neben den routinemäßigen Kontrollen von Leberenzymen und Serumlipiden auch die Creatin-Kinase (CK) regelmäßig zu überprüfen.
Das empfohlene Intervall für die CK-Bestimmung umfasst:
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Vor Beginn der Behandlung
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Einen Monat nach Behandlungsbeginn
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Anschließend in Abständen von drei Monaten
Therapieabbruch und Risikofaktoren
Bei deutlichen Erhöhungen der CK-Werte oder beim Auftreten muskulärer Symptome wird ein Absetzen von Isotretinoin empfohlen.
Zudem wird eine besonders sorgfältige Prüfung der Indikation angeraten, wenn Risikofaktoren vorliegen. Dazu zählen ein ausgeprägter Alkoholkonsum oder die gleichzeitige Einnahme potenziell muskelschädigender Medikamente.
Kontraindikationen
Die AkdÄ warnt vor der Kombination von Isotretinoin mit starker körperlicher Belastung, da dies das Risiko einer Rhabdomyolyse erhöht.
Besondere Vorsicht ist geboten bei gleichzeitigem Vorliegen von Risikofaktoren für Muskelschäden. Dazu gehören ausgeprägter Alkoholkonsum sowie die Komedikation mit Statinen, Glukokortikosteroiden oder Penicillamin.
💡Praxis-Tipp
Die AkdÄ betont, dass bei Patienten unter Isotretinoin-Therapie, die über Muskelschmerzen nach dem Sport klagen, an eine Rhabdomyolyse gedacht werden sollte. Es wird dringend geraten, die CK-Werte routinemäßig mitzubestimmen und bei muskulären Symptomen das Präparat sofort abzusetzen.
Häufig gestellte Fragen
Laut AkdÄ sollten neben den Leberenzymen und Serumlipiden auch die CK-Werte (Creatin-Kinase) routinemäßig überprüft werden. Dies wird vor der Therapie, nach einem Monat und danach vierteljährlich empfohlen.
Die AkdÄ warnt vor der Kombination von Isotretinoin und starker körperlicher Belastung, da dies eine Rhabdomyolyse auslösen kann. Es wird empfohlen, Patienten auf dieses Risiko und Warnsymptome wie Muskelschmerzen und dunklen Urin hinzuweisen.
Gemäß der Sicherheitswarnung sollte das Medikament abgesetzt werden, wenn deutliche Erhöhungen der CK-Werte auftreten. Auch bei klinisch manifesten muskulären Symptomen wird ein sofortiger Therapieabbruch empfohlen.
Die AkdÄ rät zur Vorsicht bei der gleichzeitigen Einnahme von potenziell muskelschädigenden Medikamenten. Dazu zählen insbesondere Statine, Glukokortikosteroide und Penicillamin.
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Quelle: AkdÄ Bekanntgabe: Rhabdomyolyse nach Isotretinoin (AkdÄ, 2013). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.