Secukinumab und CED-Risiko: AkdÄ-Sicherheitswarnung
Hintergrund
Secukinumab (Cosentyx) ist ein monoklonaler Antikörper, der Interleukin-17A (IL-17A) neutralisiert. Er wird zur Behandlung der Plaque-Psoriasis, Psoriasis-Arthritis und ankylosierenden Spondylitis eingesetzt. Weitere Vertreter dieser Wirkstoffklasse sind Ixekizumab und Brodalumab.
Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) berichtet über Fälle, in denen es unter der Therapie mit Secukinumab zu einer Erstmanifestation oder Verschlechterung einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung (CED) kam. Dies betrifft sowohl Morbus Crohn als auch Colitis ulcerosa.
Der zugrundeliegende Mechanismus wird als Gruppeneffekt der IL-17-Inhibition verstanden. Die Blockade von IL-17 schwächt die Barrierefunktion der Darmschleimhaut, was zu verstärkten Entzündungsreaktionen führen kann. Zudem weisen Psoriasis-Patienten per se ein erhöhtes CED-Risiko auf.
Empfehlungen
Die AkdÄ formuliert folgende Empfehlungen zum Umgang mit Anti-IL-17A-Antikörpern:
Vor Therapiebeginn
Es wird empfohlen, Patienten vor dem Start einer Therapie mit Anti-IL-17A-Antikörpern über das CED-Risiko aufzuklären. Ärzte sollten gezielt nach Symptomen wie chronisch-rezidivierenden Bauchschmerzen und Durchfällen fragen.
Bei Verdacht auf eine bislang nicht diagnostizierte CED wird eine entsprechende Diagnostik vor der Medikamentengabe empfohlen. Bei einer bekannten, vorbestehenden CED sollte die Behandlung laut AkdÄ nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung im Einzelfall erfolgen.
Überwachung und Diagnostik
Kommt es unter der Behandlung zu verdächtigen gastrointestinalen Symptomen, wird eine rasche Diagnostik empfohlen. Patienten mit vorbekanntem Morbus Crohn sollten unter der Therapie engmaschig überwacht werden.
Meldung von Nebenwirkungen
Die AkdÄ bittet darum, entsprechende Verdachtsfälle von unerwünschten Arzneimittelwirkungen aktiv zu melden. Dies dient dem weiteren Erkenntnisgewinn bezüglich der Induktion oder Demaskierung von CED durch diese Wirkstoffklasse.
Dosierung
Die AkdÄ zitiert folgende Dosierungsschemata für Secukinumab je nach Indikation:
| Indikation | Startdosis (über 5 Wochen) | Erhaltungsdosis |
|---|---|---|
| Plaque-Psoriasis, Psoriasis-Arthritis | 300 mg s.c. einmal wöchentlich | 300 mg s.c. monatlich |
| Ankylosierende Spondylitis | 150 mg s.c. einmal wöchentlich | 150 mg s.c. monatlich |
Kontraindikationen
Laut Fachinformation ist der IL-17-Rezeptor-Blocker Brodalumab bei Patienten mit aktivem Morbus Crohn explizit kontraindiziert.
💡Praxis-Tipp
Die AkdÄ weist darauf hin, dass eine CED durch vorherige immunsuppressive Therapien (wie TNF-Blocker) maskiert gewesen sein kann und erst unter der IL-17-Inhibition klinisch in Erscheinung tritt. Es wird daher empfohlen, auch bei scheinbar darmgesunden Psoriasis-Patienten vor Therapiebeginn aktiv nach einer CED-Anamnese oder leichten gastrointestinalen Symptomen zu fahnden.
Häufig gestellte Fragen
Laut AkdÄ gibt es Hinweise darauf, dass Secukinumab eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung demaskieren oder möglicherweise auch neu induzieren kann. Dies wird auf die Schwächung der Darmschleimhautbarriere durch die IL-17-Blockade zurückgeführt.
Die AkdÄ empfiehlt bei vorbestehender CED eine sehr strenge Nutzen-Risiko-Abwägung im Einzelfall. Wenn die Therapie durchgeführt wird, wird eine engmaschige Überwachung auf Exazerbationen empfohlen.
Ja, die AkdÄ geht von einem Gruppeneffekt der Anti-IL-17A-Antikörper aus. Das Risiko betrifft somit auch Ixekizumab (Taltz) und Brodalumab (Kyntheum), wobei Brodalumab bei aktivem Morbus Crohn sogar kontraindiziert ist.
Als typische Warnsignale nennt die AkdÄ chronisch-rezidivierende Bauchschmerzen und Durchfälle, die auch blutig sein können. Bei Auftreten dieser Symptome wird eine rasche gastroenterologische Diagnostik empfohlen.
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Quelle: AkdÄ Bekanntgabe: Induktion und/oder Demaskierung von chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen unter Secukinumab (AkdÄ, 2018). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.