Dupilumab und Morbus Crohn: AkdÄ-Sicherheitswarnung
Hintergrund
Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) berichtet über ein schweres Rezidiv eines Morbus Crohn im Zusammenhang mit einer Dupilumab-Therapie. Dupilumab ist ein monoklonaler Antikörper, der zur Behandlung der mittelschweren bis schweren atopischen Dermatitis bei Erwachsenen eingesetzt wird.
Der Wirkstoff blockiert die Signalwege von Interleukin-4 (IL-4) und Interleukin-13 (IL-13). Diese Zytokine spielen eine zentrale Rolle in der Pathogenese der atopischen Dermatitis, welche durch eine gestörte Th2-Immunität gekennzeichnet ist.
Im gemeldeten Fallbericht erlitt eine Patientin nach neunmonatiger Therapie ein schweres Rezidiv eines seit 30 Jahren ruhenden Morbus Crohn. Die Komplikationen umfassten Fistelbildungen und machten letztlich eine chirurgische Intervention erforderlich.
Empfehlungen
Die Publikation formuliert folgende zentrale Erkenntnisse und Warnhinweise:
Immunologischer Pathomechanismus
Die AkdÄ beschreibt eine immunologische Verschiebung als möglichen Auslöser für das Rezidiv. Die Unterdrückung der Th2-Achse durch Dupilumab führt zu einer Verstärkung der Th1-Antwort.
Morbus Crohn wird vorrangig durch IL-17-produzierende Th17-Zellen und Th1-Zellen verursacht. Ein medikamentös induzierter Mangel an IL-4 kann daher zu einer Exazerbation der Darmerkrankung führen.
Klinische Konsequenzen
Laut Bericht ist eine sehr sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung vor dem Einsatz von Dupilumab bei bestimmten Begleiterkrankungen erforderlich. Dies betrifft insbesondere Personen mit Th1-dominanten Erkrankungen.
Zu diesen Risikodiagnosen zählen laut AkdÄ:
-
Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (CED) wie Morbus Crohn
-
Psoriasis vulgaris
-
Multiple Sklerose
-
Rheumatoide Arthritis
Dosierung
Die Publikation nennt folgende zugelassene Dosierung für Dupilumab:
| Medikament | Indikation | Initialdosis | Erhaltungsdosis |
|---|---|---|---|
| Dupilumab | Mittelschwere bis schwere atopische Dermatitis (Erwachsene) | 600 mg s.c. | 300 mg s.c. alle 2 Wochen |
Im beschriebenen Fallbericht erhielt die Patientin im Rahmen einer Studie eine abweichende, höhere Dosierung von 300 mg wöchentlich. Die pathophysiologischen Überlegungen gelten laut Bericht jedoch auch für die niedrigere, regulär zugelassene Dosis.
Kontraindikationen
Es wird vor der Anwendung von Dupilumab bei Personen mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen ohne vorherige strenge Nutzen-Risiko-Abwägung gewarnt. Die Warnung erstreckt sich potenziell auch auf andere Th1-dominante Erkrankungen wie Psoriasis vulgaris, Multiple Sklerose und rheumatoide Arthritis.
💡Praxis-Tipp
Bei der Verordnung von Dupilumab wird eine genaue Anamnese bezüglich chronisch-entzündlicher Darmerkrankungen oder anderer Th1-dominanter Autoimmunerkrankungen empfohlen. Auch ein seit Jahrzehnten asymptomatischer Morbus Crohn kann durch die medikamentös induzierte Verschiebung der zellulären Immunität reaktiviert werden.
Häufig gestellte Fragen
Dupilumab unterdrückt die Th2-Achse, was zu einer Verschiebung der zellulären Immunität hin zu einer Th1-Antwort führt. Da Morbus Crohn eine Th1/Th17-dominante Erkrankung ist, kann diese immunologische Veränderung laut AkdÄ ein Rezidiv provozieren.
Die zugelassene Dosierung für Erwachsene besteht aus einer initialen subkutanen Gabe von 600 mg. Danach wird eine Erhaltungsdosis von 300 mg alle zwei Wochen empfohlen.
Neben chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen nennt der Bericht weitere potenziell gefährdete Patientengruppen. Dazu gehören Personen mit Psoriasis vulgaris, Multipler Sklerose und rheumatoider Arthritis.
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Quelle: AkdÄ Bekanntgabe: Rezidiv eines Morbus Crohn nach Behandlung einer atopischen Dermatitis mit Dupilumab (AkdÄ, 2019). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.