AkdÄ2016

Adalimumab und Myokarditis: AkdÄ-Sicherheitswarnung

Diese Leitlinie stammt aus 2016 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AkdÄ (2016)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) berichtet über einen Fall von fulminanter Myokarditis nach der Erstgabe des TNF-alpha-Inhibitors Adalimumab. Der Wirkstoff wird zur Behandlung verschiedener Autoimmunerkrankungen wie rheumatoider Arthritis, Psoriasis und chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED) eingesetzt.

Im gemeldeten Fall entwickelte ein 22-jähriger, zuvor herzgesunder Patient mit Colitis ulcerosa acht Tage nach der hochdosierten Initialgabe eine biventrikuläre kardiale Dekompensation. Es lag eine lymphozytär dominierte Myokarditis ohne Virusnachweis vor, die maximale intensivmedizinische Maßnahmen erforderte.

In der Literatur werden ähnliche Fälle beschrieben, bei denen es nach der für CED typischen hohen Initialdosis zu schweren kardialen Komplikationen kam. Dies wirft laut Publikation die Frage nach einer Dosisabhängigkeit der Kardiotoxizität bei zuvor Herzgesunden auf.

Empfehlungen

Der Bericht der AkdÄ formuliert folgende Kernaussagen und Handlungsaufforderungen zur Arzneimittelsicherheit:

Kardiales Risiko unter TNF-alpha-Inhibitoren

Laut Bericht wird ein Zusammenhang zwischen TNF-alpha-Inhibitoren und dem Auftreten oder der Verschlechterung einer Herzinsuffizienz in der Literatur kontrovers diskutiert. Es wird auf folgende Erkenntnisse hingewiesen:

  • In großen randomisierten Studien zeigten sich Hinweise auf schädliche, teils dosisabhängige Wirkungen bei Personen mit vorbestehender Herzinsuffizienz.

  • Registerdaten deuten auf ein erhöhtes Herzinsuffizienzrisiko hin, insbesondere bei bekannter kardiovaskulärer Vorschädigung.

  • Die Fachinformation von Adalimumab führt die dekompensierte Herzinsuffizienz als gelegentliche Nebenwirkung (1 von 100 bis 1.000 Behandelten) auf.

Meldung von Nebenwirkungen

Die AkdÄ ruft zur aktiven Pharmakovigilanz auf. Es wird darum gebeten, folgende Ereignisse an die UAW-Datenbank zu melden:

  • Fälle von akuter Herzinsuffizienz unter der Behandlung mit TNF-alpha-Inhibitoren.

  • Insbesondere Ereignisse, die bei zuvor herzgesunden Personen auftreten.

Dosierung

Der Bericht der AkdÄ thematisiert die unterschiedlichen Initialdosierungen von Adalimumab in Abhängigkeit von der Indikation. Es wird die Frage aufgeworfen, ob die hohe Initialdosis bei Darmerkrankungen mit einem erhöhten kardialen Risiko einhergeht.

IndikationInitialdosis (Erwachsene)Anmerkung im AkdÄ-Bericht
Chronisch entzündliche Darmerkrankungen (z. B. Colitis ulcerosa)160 mgMöglicherweise erhöhtes Risiko für kardiale Nebenwirkungen bei Herzgesunden
Rheumatoide Arthritis (RA), Spondylarthritis (SPA), Psoriasis (PS)40 mgStandard-Initialdosis, deutlich niedriger als bei CED

Kontraindikationen

Laut Fachinformation und AkdÄ-Bericht gelten folgende Kontraindikationen und Warnhinweise für Adalimumab:

  • Eine mäßige bis schwere Herzinsuffizienz (NYHA-Klasse III/IV) stellt eine absolute Kontraindikation für die Gabe von Adalimumab dar.

  • Die Anwendung von TNF-alpha-Inhibitoren bei Personen mit vorbestehender Herzinsuffizienz sollte generell eher vermieden werden.

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💡Praxis-Tipp

Laut AkdÄ-Bericht ist bei der hochdosierten Initialgabe von Adalimumab (160 mg) zur Behandlung chronisch entzündlicher Darmerkrankungen besondere kardiologische Wachsamkeit geboten. Es wird darauf hingewiesen, dass sich auch bei jungen, zuvor herzgesunden Personen innerhalb der ersten Wochen nach Erstgabe eine fulminante Myokarditis oder akute Herzinsuffizienz entwickeln kann. Bei unklaren Synkopen oder Zeichen einer kardialen Dekompensation in diesem Zeitfenster wird geraten, eine toxische Kardiomyopathie differenzialdiagnostisch in Betracht zu ziehen.

Häufig gestellte Fragen

Laut Fachinformation wird eine dekompensierte Herzinsuffizienz als gelegentliche Nebenwirkung eingestuft. Dies bedeutet, dass sie bei 1 von 100 bis 1.000 Behandelten auftritt.

Ja, bei einer mäßigen bis schweren Herzinsuffizienz (NYHA-Klasse III und IV) ist Adalimumab laut Fachinformation kontraindiziert. Der Bericht rät zudem, die Gabe bei vorbestehender Herzinsuffizienz generell eher zu vermeiden.

Bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen wird standardmäßig eine hohe Induktionsdosis von 160 mg empfohlen, um eine schnelle Remission zu erreichen. Die AkdÄ diskutiert jedoch, ob diese hohe Dosis das Risiko für kardiale Nebenwirkungen erhöht.

Die AkdÄ bittet darum, Fälle von akuter Herzinsuffizienz unter TNF-alpha-Inhibitoren an ihre UAW-Datenbank (Unerwünschte Arzneimittelwirkungen) zu melden. Dies gilt laut Bericht insbesondere, wenn die Betroffenen zuvor herzgesund waren.

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Quelle: AkdÄ Bekanntgabe: Fulminante Myokarditis mit akuter kardialer Dekompensation nach Erstgabe von Adalimumab (Humira®) bei Colitis ulcerosa (AkdÄ, 2016). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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