Adalimumab: Myokarditis und kardiale Dekompensation
Hintergrund
Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) berichtet über einen Fall von fulminanter Myokarditis nach der Erstgabe des TNF-alpha-Inhibitors Adalimumab. Der Wirkstoff wird zur Behandlung verschiedener Autoimmunerkrankungen wie rheumatoider Arthritis, Psoriasis und chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED) eingesetzt.
Im gemeldeten Fall entwickelte ein 22-jähriger, zuvor herzgesunder Patient mit Colitis ulcerosa acht Tage nach der hochdosierten Initialgabe eine biventrikuläre kardiale Dekompensation. Es lag eine lymphozytär dominierte Myokarditis ohne Virusnachweis vor, die maximale intensivmedizinische Maßnahmen erforderte.
In der Literatur werden ähnliche Fälle beschrieben, bei denen es nach der für CED typischen hohen Initialdosis zu schweren kardialen Komplikationen kam. Dies wirft laut Publikation die Frage nach einer Dosisabhängigkeit der Kardiotoxizität bei zuvor Herzgesunden auf.
💡Praxis-Tipp
Laut AkdÄ-Bericht ist bei der hochdosierten Initialgabe von Adalimumab (160 mg) zur Behandlung chronisch entzündlicher Darmerkrankungen besondere kardiologische Wachsamkeit geboten. Es wird darauf hingewiesen, dass sich auch bei jungen, zuvor herzgesunden Personen innerhalb der ersten Wochen nach Erstgabe eine fulminante Myokarditis oder akute Herzinsuffizienz entwickeln kann. Bei unklaren Synkopen oder Zeichen einer kardialen Dekompensation in diesem Zeitfenster wird geraten, eine toxische Kardiomyopathie differenzialdiagnostisch in Betracht zu ziehen.
Häufig gestellte Fragen
Laut Fachinformation wird eine dekompensierte Herzinsuffizienz als gelegentliche Nebenwirkung eingestuft. Dies bedeutet, dass sie bei 1 von 100 bis 1.000 Behandelten auftritt.
Ja, bei einer mäßigen bis schweren Herzinsuffizienz (NYHA-Klasse III und IV) ist Adalimumab laut Fachinformation kontraindiziert. Der Bericht rät zudem, die Gabe bei vorbestehender Herzinsuffizienz generell eher zu vermeiden.
Bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen wird standardmäßig eine hohe Induktionsdosis von 160 mg empfohlen, um eine schnelle Remission zu erreichen. Die AkdÄ diskutiert jedoch, ob diese hohe Dosis das Risiko für kardiale Nebenwirkungen erhöht.
Die AkdÄ bittet darum, Fälle von akuter Herzinsuffizienz unter TNF-alpha-Inhibitoren an ihre UAW-Datenbank (Unerwünschte Arzneimittelwirkungen) zu melden. Dies gilt laut Bericht insbesondere, wenn die Betroffenen zuvor herzgesund waren.
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Quelle: AkdÄ Bekanntgabe: Fulminante Myokarditis mit akuter kardialer Dekompensation nach Erstgabe von Adalimumab (Humira®) bei Colitis ulcerosa (AkdÄ, 2016). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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