AkdÄ2008

Imatinib und Rhabdomyolyse: AkdÄ-Sicherheitswarnung

Diese Leitlinie stammt aus 2008 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AkdÄ (2008)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) informiert über eine mögliche Verbindung zwischen dem Tyrosinkinase-Inhibitor Imatinib (Glivec®) und dem Auftreten einer Rhabdomyolyse. Imatinib ist unter anderem zur Behandlung der chronischen myeloischen Leukämie (CML) und gastrointestinaler Stromatumoren zugelassen.

Laut Fachinformation wird das Medikament im Allgemeinen gut vertragen. Bekannte unerwünschte Wirkungen umfassen periorbitale und periphere Ödeme, gastrointestinale Beschwerden sowie Myalgien und Muskelkrämpfe.

Die Gefahr einer Rhabdomyolyse war zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht in der Fachinformation aufgeführt. Ein im "New England Journal of Medicine" publizierter Fallbericht legt jedoch durch eine positive Reexposition einen kausalen Zusammenhang nahe.

Empfehlungen

Die AkdÄ formuliert folgende Hinweise für den klinischen Alltag:

Klinische Überwachung

Es wird um erhöhte Aufmerksamkeit bezüglich muskulärer Symptome unter einer Therapie mit Imatinib gebeten. Bei neu auftretenden Muskelschmerzen sollte an die Möglichkeit einer Rhabdomyolyse gedacht werden.

Diagnostisches Vorgehen bei Verdacht

Bei Verdacht auf eine Imatinib-induzierte Rhabdomyolyse wird laut Falldarstellung folgendes Vorgehen beschrieben:

  • Bestimmung der Kreatinkinase (CK) im Serum

  • Ausschluss anderer Ursachen für eine CK-Erhöhung (z. B. Herzinfarkt, andere Arzneimittel)

  • Durchführung einer Elektromyografie zur Feststellung myopathischer Veränderungen

  • Kontrolle auf Begleitsymptome wie Rash, Juckreiz oder Hypereosinophilie

Meldung von Nebenwirkungen

Es wird dringend darum gebeten, entsprechende Verdachtsfälle an die AkdÄ zu melden. Dies dient der besseren Erfassung dieser seltenen, aber potenziell schweren unerwünschten Arzneimittelwirkung.

Dosierung

Der Quelltext nennt folgende Dosierung im Rahmen des beschriebenen Fallberichts:

WirkstoffIndikation (Studie)Dosierung
ImatinibDesmoid-Tumor400 mg/Tag

Kontraindikationen

Der Text formuliert keine neuen absoluten Kontraindikationen, warnt jedoch vor der potenziellen Gefahr einer Rhabdomyolyse unter Imatinib. Zudem wird auf mögliche Komedikationen (wie Bezafibrat) hingewiesen, die das Risiko muskulärer Nebenwirkungen verschleiern oder verstärken könnten.

Frage zu dieser Leitlinie stellen...

💡Praxis-Tipp

Bei Personen unter Imatinib, die über neu aufgetretene, unklare Muskelschmerzen klagen, sollte laut AkdÄ differenzialdiagnostisch an eine Rhabdomyolyse gedacht und die Kreatinkinase (CK) bestimmt werden. Ein rasches Absetzen der Medikation führte im beschriebenen Fallbericht zu einer vollständigen Normalisierung der Werte.

Häufig gestellte Fragen

Laut AkdÄ handelt es sich um eine seltene unerwünschte Wirkung. Im deutschen Spontanmeldesystem lag zum Berichtszeitpunkt bei 792 Verdachtsfällen nur eine Meldung einer Rhabdomyolyse vor.

Gemäß der Fachinformation gehören Myalgien und Muskelkrämpfe zu den bekannten unerwünschten Wirkungen des Tyrosinkinase-Inhibitors.

Nach einem erneuten Behandlungsversuch mit Imatinib kam es laut Publikation erneut zu Muskelschmerzen, einer CK-Erhöhung und einer Myoglobinurie. Nach dem Absetzen normalisierten sich die Werte dauerhaft.

Die AkdÄ bittet darum, alle beobachteten Nebenwirkungen über den Berichtsbogen im Deutschen Ärzteblatt oder über die Internetpräsenz der Kommission zu melden.

War diese Zusammenfassung hilfreich?

Quelle: AkdÄ Bekanntgabe: Imatinib als mögliche Ursache einer Rhabdomyolyse (AkdÄ, 2008). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

Verwandte Leitlinien