AkdÄ2008

Armplexusneuritis durch Gardasil: AkdÄ-Sicherheitswarnung

Diese Leitlinie stammt aus 2008 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AkdÄ (2008)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Gardasil ist ein Impfstoff zur Prävention von Zervixkarzinomen, Vorstufen maligner Läsionen im Genitalbereich sowie äußeren Genitalwarzen. Er richtet sich gegen die humanen Papillomaviren (HPV) der Subtypen 6, 11, 16 und 18.

Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) berichtet in einer Sicherheitswarnung über neurologische Komplikationen im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung. Im Fokus steht dabei das mögliche Auftreten einer Armplexusneuritis.

Empfehlungen

Die Publikation beschreibt detailliert die neurologischen Auffälligkeiten nach einer HPV-Impfung und ordnet diese diagnostisch ein.

Fallbericht und Symptomatik

Laut AkdÄ trat bei einer 18-jährigen Frau acht Wochen nach der zweiten Gardasil-Injektion eine akute Parese des rechten Arms auf. Begleitend wurde eine latente Parese des rechten Beins festgestellt.

Die Patientin klagte zunächst über ein Schweregefühl in den Extremitäten, gefolgt von einer Unfähigkeit, den Arm anzuheben. Zudem bestand ein fleckförmiges Taubheitsgefühl im Bereich des rechten Unterarms, der Hand und der Schulter, jedoch ohne begleitende Schmerzen.

Diagnostik und Verlauf

Zur Abklärung der Symptomatik wurden umfangreiche Untersuchungen zum Ausschluss von entzündlichen Ursachen und Raumforderungen durchgeführt. Die Diagnose einer vorwiegend rechtsseitigen Neuritis des Plexus cervicobrachialis wurde durch folgende Befunde gesichert:

  • Elektrophysiologische Nachweise einer demyelinisierenden und axonalen sensomotorischen Neuropathie

  • Leitungsverzögerungen in den somatosensorisch evozierten Potenzialen (SSEP)

  • Magnetresonanztomographie (MRT) des Plexus cervicobrachialis mit Signalanhebung und vergrößerten Lymphknoten

Es wurde eine gewichtsadaptierte Behandlung mit Prednisolon eingeleitet. Die neurologischen Symptome bildeten sich im weiteren Verlauf deutlich zurück.

Gemeldete Nebenwirkungen

Die Publikation listet zentral- und peripherneurologische sowie allgemeine Symptome auf, die im Zusammenhang mit der Impfung gemeldet wurden. Die häufigsten berichteten Einzelsymptome verteilen sich wie folgt:

SymptomkategorieSpezifisches SymptomAnzahl der Meldungen
NeurologischKopfschmerz33
NeurologischSchwindelgefühl30
AllgemeinSchwäche14
AllgemeinErmüdung13
AllgemeinFieber13
KardiovaskulärKreislaufkollaps12
KardiovaskulärSynkope7

Bewertung der Kausalität

Für Neuritiden im Zusammenhang mit Impfungen wird typischerweise ein Zeitfenster von fünf bis 42 Tagen angegeben. Das im Fallbericht beschriebene Intervall von 47 Tagen wird als relativ lang, aber noch plausibel eingestuft.

Der Kausalzusammenhang zwischen der Impfung und der Armplexusneuritis wird als möglich bewertet. Die Durchführung weiterer epidemiologischer Studien wird gefordert, um koinzidente Ereignisse von tatsächlichen Impfreaktionen verlässlich abzugrenzen.

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💡Praxis-Tipp

Die Publikation weist darauf hin, dass bei unklaren Paresen oder Sensibilitätsstörungen nach einer HPV-Impfung eine Armplexusneuritis als Differenzialdiagnose in Betracht kommt. Auch ein schmerzfreier Verlauf schließt diese Diagnose nicht aus, da atypische Präsentationen möglich sind. Ein plausibles Zeitfenster für impfassoziierte Neuritiden liegt laut Publikation zwischen fünf und 42 Tagen, kann im Einzelfall aber auch leicht überschritten werden.

Häufig gestellte Fragen

Laut AkdÄ werden neben Kopfschmerzen und Schwindel auch Fälle von Guillain-Barré-Syndrom in der Fachinformation genannt. Zudem gibt es Berichte über mögliche Armplexusneuritiden nach der Impfung.

Die klassische neuralgische Schulteramyotrophie beginnt meist mit akuten Schulterschmerzen, gefolgt von motorischen und sensiblen Ausfällen. Es wird jedoch berichtet, dass auch schmerzfreie Verläufe mit Schweregefühl und Paresen auftreten können.

Die Publikation gibt als übliches Zeitfenster für Neuritiden im Zusammenhang mit Impfungen fünf bis 42 Tage an. In Einzelfällen, wie dem gemeldeten Fallbericht, kann dieses Intervall mit 47 Tagen auch etwas länger sein.

Die Diagnose wird klinisch sowie durch elektrophysiologische Untersuchungen und eine MRT des Plexus cervicobrachialis gestellt. Laut Publikation erfolgt zunächst der Ausschluss von entzündlichen Ursachen und Raumforderungen im zentralen Nervensystem.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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