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American College of Emergency Physicians (ACEP)2019Emergency MedicineObstetrics

Geriatrische Triage im Notfall: Leitlinie (ACEP)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf American College of Emergency Physicians (ACEP) Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • TREWS und MEWS sind die zuverlässigsten Scores zur Vorhersage der Krankenhausmortalität bei Patienten ab 65 Jahren.
  • Der TREWS-Score zeigt die höchste Genauigkeit bei der Vorhersage von intensivmedizinischen Aufnahmen (ITS).
  • Die Berücksichtigung der Mobilität (wie im TREWS) ist bei älteren Patienten ein entscheidender Faktor für die Risikostratifizierung.
  • Chronische Lebererkrankungen und aktive Malignome sind starke unabhängige Prädiktoren für die In-Hospital-Mortalität.
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Hintergrund

Die Überfüllung von Notaufnahmen (Emergency Departments, ED) und der steigende Anteil älterer Patienten mit atypischen Symptomen erschweren die rechtzeitige Erkennung kritischer Erkrankungen. Konventionelle Triage-Algorithmen erfassen Hochrisikopatienten in der Geriatrie oft nicht zuverlässig. Ältere Erwachsene (≥ 65 Jahre) machen 12-24 % der Notfallkontakte aus und weisen aufgrund altersbedingter physiologischer Veränderungen häufig atypische Symptome sowie abgeschwächte Reaktionen auf akute Erkrankungen auf.

Untersuchte Triage- und Scoring-Systeme

Um kritisch kranke geriatrische Patienten frühzeitig zu identifizieren, wurden sechs physiologische Scoring-Systeme hinsichtlich ihrer Vorhersagekraft für Krankenhausmortalität und ITS-Aufnahme evaluiert:

ScoreAusgeschriebenParameter
TREWSTriage Early Warning ScoreMobilität, Trauma, Atemfrequenz, syst. RR, Temperatur, Herzfrequenz, Bewusstsein
NEWSNational Early Warning ScoreAtemfrequenz, SpO2, Temperatur, syst. RR, Herzfrequenz, Bewusstsein
MEWSModified Early Warning ScoreAtemfrequenz, Herzfrequenz, syst. RR, Temperatur, Bewusstsein
REMSRapid Emergency Medicine ScoreAlter, Herzfrequenz, Atemfrequenz, MAP, GCS, SpO2
WPSWorthing Physiological Scoring SystemAtemfrequenz, Herzfrequenz, syst. RR, Temperatur, SpO2, Bewusstsein
STSSSimple Triage Scoring SystemAlter, Atemfrequenz, Schockindex, O2-Bedarf, Bewusstsein

Ergebnisse und Vorhersagekraft

Bei einer Gesamtkohorte von 3.486 Patienten lag die In-Hospital-Mortalität bei 4,1 %. Die Auswertung der Scores ergab folgende Kernaussagen:

  • TREWS und MEWS zeigten die höchste und zuverlässigste Vorhersagekraft (AUROC 0,815 bzw. 0,803) für die Krankenhausmortalität.
  • TREWS wies zudem die beste Performance bei der Vorhersage von ITS-Aufnahmen auf (AUROC 0,945).
  • REMS zeigte die schlechteste Vorhersagekraft aller untersuchten Scores.
  • Die Vorhersagekraft aller Scores ist in der Frühphase am höchsten und nimmt ab, je weiter der Beobachtungszeitraum in der Zukunft liegt (z. B. 30-Tage-Mortalität).

Ein wesentlicher Vorteil des TREWS bei geriatrischen Patienten ist die Einbeziehung der Mobilität. Ein funktioneller Abbau geht einer klinischen Verschlechterung bei älteren Menschen oft voraus, was reine Vitalparameter-Scores nicht ausreichend abbilden.

Unabhängige Prädiktoren für Mortalität

Neben den Scores wurden in der multivariablen Analyse folgende unabhängige klinische Prädiktoren für die Krankenhausmortalität identifiziert:

PrädiktorAuswirkung / Risiko
AlterErhöhtes Risiko mit steigendem Alter
Systolischer BlutdruckErhöhtes Risiko bei niedrigen Werten
HerzfrequenzErhöhtes Risiko bei Tachykardie
Sauerstoffsättigung (SpO2)Erhöhtes Risiko bei niedrigen Werten
Chronische LebererkrankungStark erhöhtes Risiko (OR: 24,4)
Aktives MalignomErhöhtes Risiko (OR: 5,3)
TransportmittelErhöhtes Risiko bei Ankunft mit dem Rettungsdienst

💡Praxis-Tipp

Nutzen Sie bei geriatrischen Notfallpatienten bevorzugt den TREWS- oder MEWS-Score zur Triage. Achten Sie besonders auf den Mobilitätsstatus, da ein funktioneller Abbau oft der klinischen Verschlechterung vorausgeht.

Häufig gestellte Fragen

Der TREWS-Score zeigt die höchste Vorhersagekraft für Krankenhausmortalität und ITS-Aufnahmen, dicht gefolgt vom MEWS.
Im Gegensatz zu anderen Scores berücksichtigt der TREWS den Mobilitätsstatus, was bei geriatrischen Patienten ein entscheidender Indikator für eine drohende klinische Verschlechterung ist.
Höheres Alter, niedriger systolischer Blutdruck, hohe Herzfrequenz, niedrige Sauerstoffsättigung, chronische Lebererkrankungen, aktive Malignome und die Ankunft mit dem Rettungsdienst.

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