StatPearls2026

Notfall-Triage in der Notaufnahme: StatPearls Leitlinie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die StatPearls-Leitlinie zur Notfall-Triage beschreibt die systematische Ersteinschätzung in der Notfallmedizin. Der Begriff stammt ursprünglich aus dem militärischen Bereich und dient der Kategorisierung nach Verletzungsschwere.

Das universelle Ziel der Triage ist es, eine effektive und priorisierte Versorgung zu gewährleisten. Gleichzeitig sollen klinische Ressourcen und Zeitabläufe optimal genutzt werden.

Es wird betont, dass die Triage ein dynamischer Prozess ist. Der Status einer Person kann sich im zeitlichen Verlauf ändern, weshalb kontinuierliche Reevaluationen in der Notaufnahme notwendig sein können.

Empfehlungen

Die Leitlinie beschreibt verschiedene etablierte Triage-Systeme für den klinischen und präklinischen Bereich:

Emergency Severity Index (ESI)

Der in den USA primär genutzte ESI ist ein fünfstufiges System, das auf der Dringlichkeit und dem erwarteten Ressourcenbedarf basiert. Die Einstufung erfolgt schrittweise durch spezifische Leitfragen des Pflegepersonals.

Zunächst wird geprüft, ob eine unmittelbare Lebensgefahr besteht (Level 1) oder eine Hochrisikosituation vorliegt (Level 2). Ist dies nicht der Fall, richtet sich die weitere Einstufung nach der Anzahl der benötigten Krankenhausressourcen.

ESI-LevelKriterienRessourcenbedarf
Level 1Unmittelbare lebensrettende Maßnahmen erforderlich (z.B. Apnoe, Pulslosigkeit)Sofortige ärztliche Intervention
Level 2Hochrisikosituation, schwere Schmerzen oder kritische VitalparameterKontinuierliche Überwachung
Level 3Keine unmittelbare Lebensgefahr2 oder mehr Ressourcen benötigt
Level 4Keine unmittelbare LebensgefahrGenau 1 Ressource benötigt
Level 5Keine unmittelbare LebensgefahrKeine Ressourcen benötigt

Zu den definierten Ressourcen zählen laut Leitlinie unter anderem Labortests, Bildgebung oder intravenöse Medikamente. Einfache Maßnahmen wie orale Medikamentengabe oder Wundversorgung gelten nicht als Ressourcen.

Präklinische und Katastrophen-Triage

Für den Massenanfall von Verletzten (MANV) beschreibt die Leitlinie das START-System (Simple Triage and Rapid Treatment). Die Beurteilung erfolgt in unter 60 Sekunden anhand der Parameter Atmung, Durchblutung und mentaler Status (RPM-Kriterien).

Kategorie (Farbe)Kriterien nach STARTPriorität
Minor (Grün)Gehfähig, kann Anweisungen folgenGering
Delayed (Gelb)Spontanatmung, periphere Pulse tastbar, folgt AnweisungenMittel
Immediate (Rot)Atemnot, fehlende Pulse oder nicht ansprechbarHoch
Deceased (Schwarz)Keine Atmung, kein PulsVerstorben

Für Kinder wird das modifizierte Jump-START-System angewendet, da diese eine höhere Wahrscheinlichkeit für respiratorisches Versagen aufweisen.

Als Alternative wird das SALT-System (Sort, Assess, Life-saving interventions, Treatment/transport) aufgeführt. Dieses beinhaltet zusätzlich die Kategorie "abwartend" (expectant) für Personen, deren Überleben mit den verfügbaren Ressourcen unwahrscheinlich ist.

Internationale Triage-Systeme

Das in Europa weit verbreitete Manchester Triage System (MTS) nutzt 52 beschwerdebasierte Flussdiagramme. Anhand spezifischer Indikatoren wird die Dringlichkeit in fünf Stufen mit festen maximalen Wartezeiten eingeteilt.

MTS-DringlichkeitMaximale Wartezeit
Sofort (Immediate)0 Minuten
Sehr dringend (Very urgent)10 Minuten
Dringend (Urgent)60 Minuten
Normal (Standard)120 Minuten
Nicht dringend (Non-urgent)240 Minuten

Weitere etablierte Systeme sind die Australasian Triage Scale (ATS) und die Canadian Triage and Acuity Scale (CTAS). Das kanadische System zeichnet sich durch die Nutzung von Modifikatoren erster und zweiter Ordnung aus, um die initiale Einstufung anzupassen.

Schulung und Qualitätsmanagement

Die Leitlinie verweist auf Studien, wonach reine Auffrischungskurse die Triage-Genauigkeit nicht signifikant erhöhen. Eine gezielte Schulung zur Logik und Charakteristik der Triage-Systeme führt hingegen zu einer deutlich besseren Einstufungsqualität.

Es wird empfohlen, dass Rettungsdienst und Notaufnahme nach gemeinsamen Triage-Kriterien geschult werden. Dies optimiert die Übergabe und die interprofessionelle Zusammenarbeit.

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💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie betont, dass die Triage ein dynamischer Prozess ist und sich der Zustand wartender Personen jederzeit verschlechtern kann. Es wird hervorgehoben, dass bei der Schulung des Personals reine Auffrischungskurse ineffektiv sind. Stattdessen wird empfohlen, die zugrundeliegende Logik und die spezifischen Charakteristika der jeweiligen Triage-Systeme detailliert zu vermitteln, um die Genauigkeit der Ersteinschätzung zu erhöhen.

Häufig gestellte Fragen

Laut StatPearls wird ESI Level 1 für Personen vergeben, die sofortige lebensrettende Maßnahmen benötigen. Dies umfasst Zustände wie Apnoe, Pulslosigkeit, schwere Atemnot oder fehlende Ansprechbarkeit.

Das START-System bewertet die Parameter Atmung (Respirations), Durchblutung (Perfusion) und mentalen Status (RPM). Anhand dieser Kriterien erfolgt eine schnelle Einteilung in die Kategorien leicht, verzögert, sofort oder verstorben.

Das SALT-System beinhaltet zusätzlich die Kategorie "abwartend" (expectant). Diese wird vergeben, wenn ein Überleben unter den aktuell verfügbaren Ressourcen unwahrscheinlich ist.

Das MTS nutzt 52 beschwerdebasierte Flussdiagramme mit spezifischen Indikatoren zur Dringlichkeitseinstufung. Jedem der fünf Dringlichkeitslevel ist eine maximale Wartezeit zwischen 0 und 240 Minuten zugeordnet.

Zu den ESI-Ressourcen zählen laut Leitlinie unter anderem Labortests, EKG, Bildgebung, intravenöse Medikamente und Konsile. Einfache Wundversorgung, orale Medikamente oder Rezeptausstellungen werden hingegen nicht als Ressourcen gewertet.

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Quelle: StatPearls: Emergency Department Triage (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.