Sepsis und septischer Schock: Diagnostik und Therapie
Hintergrund
Sepsis ist eine lebensbedrohliche Organdysfunktion, die durch eine fehlregulierte Wirtsantwort auf eine Infektion verursacht wird. Sie stellt ein weltweites Gesundheitsproblem dar und ist mit einer hohen Sterblichkeit verbunden.
Eine frühzeitige Erkennung und die Einleitung einer adäquaten Therapie in den ersten Stunden sind entscheidend, um die Überlebenschancen zu verbessern. Die Leitlinie bietet evidenzbasierte Empfehlungen für das Management von erwachsenen Erkrankten im Krankenhaus.
Die Empfehlungen ersetzen nicht die klinische Einschätzung im Einzelfall, sondern spiegeln die aktuelle Best Practice wider.
💡Praxis-Tipp
Ein entscheidender Paradigmenwechsel der Leitlinie ist die Abkehr vom qSOFA-Score als alleinigem Screening-Instrument für eine Sepsis, da dieser eine zu geringe Sensitivität aufweist. Zudem wird betont, dass bei der initialen Kreislaufstabilisierung ein mittlerer arterieller Druck (MAP) von 65 mmHg ausreichend ist; höhere Zielwerte bringen keinen Überlebensvorteil, erhöhen aber das Risiko für Nebenwirkungen. Die intravenöse Antibiose muss bei einem septischen Schock zwingend innerhalb der ersten Stunde nach Erkennung erfolgen.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie wird Norepinephrin als Vasopressor der ersten Wahl empfohlen. Bei unzureichendem Blutdruck sollte Vasopressin ergänzt werden, bevor die Norepinephrin-Dosis weiter eskaliert wird.
Die Leitlinie empfiehlt intravenöses Hydrocortison (200 mg/Tag) bei einem septischen Schock, wenn ein anhaltender Bedarf an Vasopressoren besteht. Dies ist typischerweise der Fall, wenn Norepinephrin in einer Dosis von ≥ 0,25 µg/kg/min für mindestens 4 Stunden benötigt wird.
Es wird empfohlen, innerhalb der ersten 3 Stunden mindestens 30 ml/kg Körpergewicht an intravenösen kristalloiden Lösungen zu verabreichen. Balancierte Lösungen sollten dabei gegenüber 0,9%iger Kochsalzlösung bevorzugt werden.
Die Leitlinie empfiehlt den Beginn einer Insulintherapie erst ab einem Blutzuckerwert von ≥ 180 mg/dl (10 mmol/l). Der anschließende Zielbereich liegt bei 144 bis 180 mg/dl.
Zur Entscheidung über den Beginn einer Antibiotikatherapie wird Procalcitonin nicht empfohlen. Es kann jedoch laut Leitlinie zusammen mit der klinischen Evaluation genutzt werden, um zu entscheiden, wann eine Antibiotikatherapie sicher beendet werden kann.
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Quelle: ESCMID: Surviving sepsis campaign: international guidelines for the management of severe sepsis and septic shock 2021 (ESCMID, 2021). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
Verwandte Leitlinien
Surviving Sepsis Campaign: International Guidelines for Management of Sepsis and Septic Shock 2021
StatPearls: Bacterial Sepsis
StatPearls: Septic Shock (Nursing)
StatPearls: Septic Shock
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