Zwillingsschwangerschaft: Ultraschall und Therapie
Hintergrund
Die AWMF-Leitlinie behandelt die Überwachung und Betreuung von Zwillingsschwangerschaften. Der prognostisch bedeutsamste Parameter für den Schwangerschaftsverlauf ist die Chorionizität.
Monochoriale Zwillinge weisen deutlich höhere Risiken für eine intrauterine Morbidität und Mortalität auf als dichoriale Zwillinge. Spezifische Komplikationen wie das feto-fetale Transfusionssyndrom (TTTS) oder die Twin Anemia-Polycythemia Sequence (TAPS) erfordern eine engmaschige Überwachung.
Die Leitlinie liefert strukturierte Algorithmen für das Ultraschall-Monitoring. Zudem werden klare Kriterien für den optimalen Geburtszeitpunkt und den Geburtsmodus definiert.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie warnt davor, das perinatale "Switch-Phänomen" zu unterschätzen. Feten, die pränatal als Zwilling I und II bezeichnet wurden, werden nicht zwingend in dieser Reihenfolge geboren, insbesondere bei einer Sectio caesarea. Bei diskordanten Fehlbildungen, die äußerlich nicht sichtbar sind, wird daher unmittelbar vor der Geburt eine erneute Ultraschalluntersuchung zur eindeutigen Zuordnung empfohlen.
Häufig gestellte Fragen
Die Leitlinie empfiehlt die Bestimmung zwischen 11+0 und 13+6 SSW. Dabei wird auf das Lambda-Zeichen (dichorial) oder das T-Zeichen (monochorial) an der Insertionsstelle der Amnionmembran geachtet.
Es wird empfohlen, monochoriale Zwillingsschwangerschaften ab der 16. Schwangerschaftswoche alle zwei Wochen zu untersuchen. Dies dient der Früherkennung von Komplikationen wie dem TTTS oder TAPS.
Laut Leitlinie sollen unkomplizierte dichoriale Zwillinge zwischen 37+0 und 38+0 SSW entbunden werden. Ein längeres Zuwarten erhöht das Risiko für eine Totgeburt.
Wenn der erste Zwilling in Schädellage liegt und die Schwangerschaft über 32 SSW fortgeschritten ist, kann eine vaginale Geburt oder eine Sectio erfolgen. Bei monoamnialen Zwillingen wird hingegen primär eine Sectio empfohlen.
Die Leitlinie empfiehlt die sofortige Überweisung an ein spezialisiertes Zentrum. Es sollte eine Doppleruntersuchung der Arteria cerebri media (Vmax) des überlebenden Zwillings erfolgen, um eine fetale Anämie auszuschließen.
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Quelle: Überwachung und Betreuung von Zwillingsschwangerschaften (AWMF). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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