CochraneIa2024

Zink bei Erkältung: Wirksamkeit, Dauer und Prävention

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2024)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Erkältungen (akute virale Rhinopharyngitis) sind eine häufige Ursache für Morbidität, Produktivitätsverluste am Arbeitsplatz und Fehlzeiten in der Schule. Der aktuelle Cochrane Review (2024) untersucht die Wirksamkeit und Sicherheit von Zinkpräparaten zur Vorbeugung und Behandlung dieser Infektionen.

Zink ist ein essenzielles Spurenelement, das eine wichtige Rolle in der Immunfunktion spielt. Es wird biologisch plausibel vermutet, dass Zink die Bindung und Replikation von Erkältungsviren hemmen kann.

Die Evidenzlage zu Zink war in der Vergangenheit oft widersprüchlich. Die vorliegende Meta-Analyse fasst 34 randomisierte kontrollierte Studien mit über 8500 Teilnehmern zusammen, um den Nutzen und die Risiken von Zink als Prophylaxe und Therapie strukturiert zu bewerten.

Empfehlungen

Der Review fasst die Evidenz zur Anwendung von Zink wie folgt zusammen:

Prävention (Vorbeugung)

Laut Meta-Analyse hat die prophylaktische Einnahme von Zink im Vergleich zu Placebo wahrscheinlich keinen oder nur einen sehr geringen Effekt auf das Risiko, an einer Erkältung zu erkranken (Evidenzgrad niedrig).

Auch die durchschnittliche Anzahl der Erkältungen über einen Beobachtungszeitraum von 5 bis 18 Monaten wird durch Zink nicht signifikant reduziert.

Therapie (Behandlung)

Bei einer bereits bestehenden Erkältung zeigt die Auswertung folgende therapeutische Effekte:

  • Die durchschnittliche Dauer der Erkältungssymptome wird um etwa 2,37 Tage reduziert (Evidenzgrad niedrig).

  • Es ist unklar, ob Zink die globale Schwere der Erkältungssymptome lindert.

  • Die Evidenz reicht nicht aus, um eine generelle Empfehlung für eine spezifische Zinkform oder Dosis auszusprechen.

Einschränkungen der Evidenz

Die Autoren betonen, dass die aktuelle Evidenz unzureichend ist, um feste Schlussfolgerungen zu ziehen oder Zinkpräparate routinemäßig zur Vorbeugung oder Behandlung zu empfehlen. Die hohe Heterogenität in Bezug auf Dosierung, Darreichungsform und Studiendesign schränkt die Aussagekraft der Ergebnisse ein.

Dosierung

Die in den Studien verwendeten Zinkpräparate und Dosierungen variierten stark. Der Review leitet daraus keine einheitliche Dosierungsempfehlung ab, dokumentiert jedoch folgende in den Studien angewendete Schemata:

DarreichungsformZinkverbindungBeobachtete TagesdosisAnwendungsdauer
Lutschtabletten (Therapie)Zinkgluconat45 bis 276 mg7 bis 21 Tage
Lutschtabletten (Therapie)Zinkacetat30 bis 106,4 mg5 bis 14 Tage
Tabletten (Prävention)Zinksulfat5 bis 10 mg21 bis 180 Tage
Sirup (Therapie)Zinksulfat30 mg10 Tage
Intranasal (Therapie)Zinkgluconat2,1 mg10 bis 16 Tage

Kontraindikationen

Der Review weist auf ein erhöhtes Risiko für nicht-schwerwiegende unerwünschte Ereignisse bei der therapeutischen Anwendung von Zink hin.

Zu den am häufigsten berichteten Nebenwirkungen in den Studien zählen:

  • Geschmacksveränderungen (z. B. metallischer Geschmack)

  • Gastrointestinale Beschwerden (Übelkeit, Erbrechen, Magenschmerzen)

  • Trockenheit oder Irritationen im Mund- und Nasenrachenraum

Bei intranasaler Anwendung von Zink wird in der Literatur generell vor einem möglichen dauerhaften Verlust des Geruchssinns (Anosmie) gewarnt. In den eingeschlossenen Studien dieses Reviews wurden jedoch keine derartigen Fälle explizit berichtet.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Ein zentraler Aspekt des Reviews ist die Abwägung zwischen Nutzen und Risiko: Der marginale Nutzen einer um etwa zwei Tage verkürzten Erkältungsdauer steht einem deutlich erhöhten Risiko für unangenehme Nebenwirkungen wie Übelkeit und Geschmacksstörungen gegenüber. Zudem liefert die Evidenz keine Grundlage, um Zink zur reinen Vorbeugung von Erkältungen einzusetzen.

Häufig gestellte Fragen

Laut dem Cochrane Review hat die prophylaktische Einnahme von Zink keinen signifikanten Einfluss auf das Risiko, an einer Erkältung zu erkranken. Es wird daher kein klarer präventiver Nutzen beschrieben.

Die Meta-Analyse zeigt, dass die therapeutische Einnahme von Zink die Dauer einer bestehenden Erkältung im Durchschnitt um etwa 2,37 Tage verkürzen kann. Die Evidenz hierfür wird jedoch als niedrig eingestuft.

Der Review stellt fest, dass die Studienlage zu heterogen ist, um eine bestimmte Zinkform (wie Acetat oder Gluconat) als überlegen zu bewerten. Es können keine festen Empfehlungen zur optimalen Formulierung gegeben werden.

In den Studien wurden unter Zinktherapie vermehrt Geschmacksveränderungen, gastrointestinale Beschwerden sowie Irritationen der Mundschleimhaut dokumentiert. Das Risiko für diese nicht-schwerwiegenden Nebenwirkungen ist im Vergleich zu Placebo erhöht.

Obwohl in den analysierten Studien keine Fälle von Anosmie auftraten, wird im Hintergrund des Reviews auf die generelle Sorge vor einem dauerhaften Geruchsverlust durch intranasales Zink hingewiesen.

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Quelle: Cochrane Review: Zinc for prevention and treatment of the common cold (Cochrane, 2024). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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