Akute Pharyngitis: Antibiotika-Indikation und Therapie

Diese Leitlinie stammt aus 2021 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2021)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Halsentzündungen sind ein sehr häufiger Grund für Vorstellungen in der hausärztlichen Praxis und führen oft zur Verschreibung von Antibiotika. Die Erkrankung heilt in der Regel spontan aus, weshalb der übermäßige Einsatz von Antibiotika aufgrund der zunehmenden Resistenzentwicklung in der Bevölkerung kritisch gesehen wird.

Der vorliegende Cochrane Review aus dem Jahr 2021 untersucht die Wirksamkeit von Antibiotika bei Kindern und Erwachsenen mit Halsentzündungen. Ziel der systematischen Meta-Analyse war es zu bewerten, ob eine antibiotische Therapie die Symptome signifikant lindert und sekundäre Komplikationen verhindern kann.

Die Auswertung umfasst 29 randomisierte kontrollierte Studien mit insgesamt über 15.000 Fällen. Ein Großteil der eingeschlossenen Studien stammt aus den 1950er Jahren, in denen die Raten schwerer Komplikationen wie des rheumatischen Fiebers deutlich höher waren als heute.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Ein zentraler Hinweis des Reviews ist die hohe Spontanheilungsrate bei unkomplizierten Halsentzündungen. Da 82 Prozent der unbehandelten Personen nach einer Woche ohnehin symptomfrei sind, wird eine strenge Abwägung des Antibiotikaeinsatzes gegenüber dem Risiko der Resistenzentwicklung empfohlen. Die Number Needed to Treat (NNTB) zur Verhinderung einer Halsentzündung an Tag drei liegt bei unter sechs, steigt aber nach einer Woche bereits auf 18 an.

Häufig gestellte Fragen

Laut der Meta-Analyse reduzieren Antibiotika das Fieber am dritten Krankheitstag im Vergleich zu Placebo nicht signifikant. Die Therapie zeigt jedoch eine messbare Wirkung bei der Linderung von Kopf- und Halsschmerzen.

Der Review zeigt, dass etwa 82 Prozent der Personen in den Kontrollgruppen nach einer Woche auch ohne antibiotische Behandlung vollständig symptomfrei waren. Die Erkrankung ist in den meisten Fällen selbstlimitierend.

Die Daten belegen, dass Antibiotika das Risiko für eine akute Otitis media und einen Peritonsillarabszess signifikant senken. Auf die Inzidenz einer akuten Sinusitis hat die antibiotische Therapie laut Review jedoch keinen Einfluss.

Es wird eine signifikante Reduktion des akuten rheumatischen Fiebers durch Antibiotika beschrieben. Der Review betont jedoch, dass diese Komplikation in einkommensstarken Ländern heutzutage ohnehin extrem selten auftritt, weshalb der absolute Nutzen gering ist.

Ja, die Auswertung zeigt, dass die Wirksamkeit der Antibiotika bezüglich der Symptomlinderung größer ist, wenn der Rachenabstrich positiv für GABHS (Gruppe-A-Streptokokken) ausfällt. Bei negativen Abstrichen ist der absolute Nutzen der Therapie geringer.

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Quelle: Cochrane Review: Antibiotics for treatment of sore throat in children and adults (Cochrane, 2021). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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