Zahnärztliche Funktionsanalyse: Indikation & Diagnostik
Hintergrund
Die instrumentelle zahnärztliche Funktionsanalyse umfasst Untersuchungsmethoden, die mit speziellen Geräten die Funktion des kraniomandibulären Systems beurteilen. Die vorliegende AWMF-Leitlinie bietet eine Orientierungshilfe zu Einteilung, Zielsetzung und Nutzen dieser Verfahren.
Im Fokus stehen dabei kinematische Aspekte des Unterkiefers, die Kondylenposition sowie die vertikale und horizontale Kieferrelation. Zudem werden die Orientierung der Zahnreihen mittels Gesichtsbogen und die Muskelaktivität beleuchtet.
Die instrumentellen Verfahren dienen nicht als Ersatz, sondern als spezifische Ergänzung der klinischen Funktionsanalyse. Sie liefern quantitative und qualitative Daten für die zahnärztlich-restaurative Therapieplanung und die funktionsorientierte Diagnostik.
💡Praxis-Tipp
Ein häufiger Fehler bei der Übertragung der maximalen Interkuspidation in den Artikulator ist die fehlende okklusale Korrektur der Modelle. Laut Leitlinie weicht die interokklusale Kontaktsituation der Modelle im Artikulator oft von der intraoralen Situation ab, was zu okklusal zu hohen Restaurationen führt. Es wird empfohlen, die Modelle im Artikulator durch geringfügige Radierungen der Okklusalflächen an die klinisch protokollierte Situation anzugleichen, bevor die zahntechnische Modellation beginnt.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie ist sie bei Störungen der Funktion (Dysfunktionen) sowie bei biomechanischen Umstellungen des Gebisses im Rahmen kieferorthopädischer oder kieferchirurgischer Maßnahmen angezeigt. Sie dient der weiterführenden Diagnostik und Verlaufskontrolle nach einer ausführlichen klinischen Funktionsanalyse.
Ja, eine Erhöhung zur Anfertigung von festsitzendem Zahnersatz ist möglich. Die Leitlinie empfiehlt jedoch, die geplante Anhebung vorab durch eine Probebehandlung mit Okklusionsschienen oder Langzeitprovisorien auszutesten.
Wenn die habituelle Okklusion nicht mehr ausreichend abgestützt ist oder der Kauflächenkomplex komplett restauriert wird, hat sich gemäß der Leitlinie die zentrische Kondylenposition als Referenzlage bewährt.
Nein, bei einer stabilen habituellen Okklusion ohne Änderung der vertikalen Relation reicht oft eine mittelwertige Modellübertragung. Die Leitlinie empfiehlt den Gesichtsbogen vor allem dann, wenn die vertikale Relation im Artikulator geändert werden muss oder besondere dynamische Okklusionskonzepte umgesetzt werden.
Die Leitlinie stellt klar, dass sich allein aus einer Differenzmessung der Kondylenpositionen keinesfalls eine invasive restaurative, kieferorthopädische oder kieferchirurgische Therapie begründen lässt. Sie erfordert immer die Einbettung in eine umfassende klinische Funktionsanalyse.
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Quelle: Instrumentelle zahnärztliche Funktionsanalyse und Kieferrelationsbestimmung (AWMF). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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