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WHO2020

COVID-19 bei aelteren Menschen: Leitlinie (WHO)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf WHO Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Aeltere Menschen und Bewohner von Pflegeeinrichtungen haben ein deutlich erhoehtes Risiko fuer schwere COVID-19-Verlaeufe.
  • In Pflegeeinrichtungen gelten drei Kernprinzipien: Keine Infektion hineinbringen, keine heraustragen, Ausbreitung verhindern.
  • Die Isolationsdauer betraegt 10 Tage nach Symptombeginn plus 3 symptomfreie Tage.
  • Bei Verdachtsfaellen sind Kontakt- und Troepfchenisolation indiziert, bei Aerosol-generierenden Prozeduren luftuebertragene Isolation (N95).
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Hintergrund

Aeltere Menschen sind besonders anfaellig fuer neu auftretende Infektionskrankheiten wie COVID-19. Die Fallsterblichkeit ist bei Personen ueber 80 Jahren signifikant erhoeht. Ein grosser Anteil der COVID-19-assoziierten Todesfaelle ereignet sich in Langzeitpflegeeinrichtungen (LTC). Gleichzeitig haben Massnahmen zur physischen Distanzierung negative Auswirkungen auf die kognitiven, mentalen und koerperlichen Funktionen aelterer Erwachsener durch soziale Isolation und verringerte koerperliche Aktivitaet.

Praevention und Basismassnahmen

Fuer aeltere Menschen und deren Betreuer gelten grundlegende Schutzmassnahmen zur Infektionspraevention:

  • Haendehygiene: Regelmaessiges Waschen mit Wasser und Seife oder Nutzung von alkoholbasierten Haendedesinfektionsmitteln.
  • Atemwegshygiene: Husten und Niesen in die Armbeuge oder ein Taschentuch.
  • Gesichtskontakt vermeiden: Augen, Nase und Mund nicht mit ungereinigten Haenden beruehren.
  • Physische Distanz: Mindestens 1 Meter Abstand zu anderen Personen halten.
  • Reinigung: Taegliche Reinigung und Desinfektion von haeufig beruehrten Oberflaechen.
  • Maskenpflicht: Tragen von medizinischen Masken fuer Personen ab 60 Jahren oder mit Vorerkrankungen in schlecht beluefteten oder ueberfuellten Raeumen.
  • Impfungen: Priorisierung fuer COVID-19-Impfungen (inklusive Booster) sowie Grippeschutzimpfungen.

Infektionskontrolle in Pflegeeinrichtungen (LTC)

In Langzeitpflege- und anderen nicht-akuten Pflegeeinrichtungen muessen strikte Massnahmen zur Infektionspraevention und -kontrolle (IPC) etabliert werden. Diese basieren auf drei Kernprinzipien:

PrinzipZielsetzungMassnahmen
Keine Infektion hineinbringenSchutz der Einrichtung vor externen ErregernTriage am Eingang, Symptom- und Temperaturkontrolle bei Personal und Besuchern
Keine Infektion heraustragenSchutz der lokalen GemeinschaftIsolation von Faellen, korrekte Nutzung von Schutzausruestung (PPE)
Ausbreitung verhindernSchutz von Mitbewohnern und PersonalKohortierung, Abstandsregeln, strikte Haende- und Flaechenhygiene

Management von COVID-19-Faellen

Bei der Pflege von aelteren Menschen mit vermuteter oder bestaetigter COVID-19-Infektion gelten spezifische Isolations- und Schutzmassnahmen:

MassnahmeSchutzausruestung (PPE)Indikation / Bemerkung
Kontakt- und TroepfchenisolationMedizinische Maske, Handschuhe, Kittel, Augenschutz (Schutzbrille/Visier)Standardpflege bei Verdachts- oder bestaetigten Faellen
Luftuebertragene IsolationN95-Maske (oder aequivalent), Handschuhe, Kittel, AugenschutzBei Aerosol-generierenden Prozeduren oder schlecht beluefteten Raeumen

Isolationsdauer fuer Bewohner:

  • Symptomatische Patienten: Isolation fuer 10 Tage nach Symptombeginn plus mindestens 3 weitere Tage ohne Symptome (inklusive Fieberfreiheit und Abklingen respiratorischer Symptome).
  • Asymptomatische Patienten: Isolation fuer 10 Tage nach einem positiven SARS-CoV-2-Test.

Post-COVID-Syndrom (Long-COVID)

Das Post-COVID-Syndrom tritt typischerweise drei Monate nach Beginn der COVID-19-Erkrankung auf, mit Symptomen, die mindestens zwei Monate anhalten. Zur Unterstuetzung der Genesung werden folgende Massnahmen empfohlen:

  • Atemnot: Einsatz von Atemtechniken und schrittweise Steigerung der Aktivitaet.
  • Koerperliches Training: Wichtig zur Reduktion von Atemnot und Stress sowie zur Stimmungsaufhellung.
  • Kognitive Dysfunktion ("Brain Fog"): Anerkennung der Schwierigkeiten bei Aufmerksamkeit und Gedaechtnis; Anpassung der taeglichen Erwartungen.
  • Alltagsaktivitaeten (ADL): Energie einteilen (Pacing), schwere Aufgaben im Sitzen ausfuehren und Pausen einplanen.

Screening der koerperlichen und mentalen Kapazitaet

Zur fruehzeitigen Erkennung von Kapazitaetsverlusten bei aelteren Menschen empfiehlt die WHO regelmaessige Screenings (basierend auf dem ICOPE-Ansatz):

BereichScreening-Frage / TestAuffaelliges Ergebnis
Kognition3 Woerter merken (z.B. Blume, Tuer, Reis) & Orientierung (Datum, Ort)< 3 Woerter erinnert oder falsche Orientierung
MobilitaetChair-Rise-Test (5x vom Stuhl aufstehen ohne Armeinsatz)Dauer > 14 Sekunden
ErnaehrungUnbeabsichtigter Gewichtsverlust in den letzten 3 Monaten?> 3 kg Gewichtsverlust oder Appetitverlust
SehkraftProbleme beim Sehen in die Ferne oder beim Lesen?Bejahung der Frage
GehoerFluestertest oder AudiometrieFluestern wird nicht gehoert
PsychologieGefuehl von Niedergeschlagenheit oder Interessenverlust?Bejahung fuer die letzten 2 Wochen

💡Praxis-Tipp

Etablieren Sie in Pflegeeinrichtungen ein strenges Triage-System am Eingang (Temperatur- und Symptomkontrolle) fuer alle Mitarbeiter und Besucher, um den Eintrag von Infektionen konsequent zu verhindern.

Häufig gestellte Fragen

Die Isolation sollte fuer 10 Tage nach Symptombeginn plus mindestens 3 weitere symptomfreie Tage (inklusive Fieberfreiheit) erfolgen.
Standard-, Kontakt- und Troepfchenvorsichtsmassnahmen (medizinische Maske, Handschuhe, Kittel, Augenschutz). Bei Aerosol-generierenden Prozeduren zusaetzlich N95-Masken.
Symptomatische Besucher duerfen die Einrichtung nicht betreten. Besuche aus humanitaeren Gruenden erfordern Maskenpflicht, Haendehygiene und direkten Weg zum Bewohner.
Zu den haeufigen Symptomen zaehlen Fatigue, Atemnot und kognitive Dysfunktion (Brain Fog).

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