StatPearls2026

Geriatrisches Assessment: StatPearls Leitlinie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die Lebenserwartung steigt weltweit, was zu einer wachsenden Zahl älterer Menschen mit multiplen Komorbiditäten führt. Neun von zehn Personen über 80 Jahren leiden an mindestens einer chronischen Erkrankung. Dies erhöht das Risiko für unerwünschte klinische Verläufe bei akuten Erkrankungen.

Zudem zeigen ältere Menschen häufig atypische Krankheitssymptome. So kann sich eine Sepsis ohne Fieber oder ein Harnwegsinfekt durch Verwirrtheit äußern.

Ein strukturiertes geriatrisches Assessment ist daher essenziell. Es umfasst eine koordinierte physische, funktionelle und psychosoziale Evaluation, um einen integrierten Behandlungsplan zu erstellen.

Empfehlungen

Die StatPearls-Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen für das geriatrische Assessment:

Funktionelles Assessment

Die Leitlinie empfiehlt die Beurteilung der grundlegenden (BADL) und instrumentellen Aktivitäten des täglichen Lebens (IADL). Eine Veränderung des funktionellen Status sollte stets eine weitere medizinische Abklärung nach sich ziehen.

Für die Evaluation werden verschiedene validierte Instrumente vorgeschlagen:

Assessment-BereichEmpfohlene Tools / Parameter
BADL (Grundlegende Aktivitäten)Katz-Index
IADL (Instrumentelle Aktivitäten)Lawton-Skala
Gebrechlichkeit (Frailty)Vulnerable Elders Scale-13, Clinical Frailty Scale
Funktionelles ScreeningGanggeschwindigkeit

Körperliche Gesundheit und Prävention

Laut Leitlinie sollte sich das präventive Screening an den Präferenzen, der Lebenserwartung und den Komorbiditäten orientieren, anstatt an starren Altersgrenzen. Es wird empfohlen, den Fokus auf behandelbare Erkrankungen zu legen, die die Lebensqualität unmittelbar verbessern.

Folgende Impfungen werden für ältere Menschen routinemäßig empfohlen:

  • Influenza-Impfstoff

  • Pneumokokken-Impfstoff

  • Herpes-Zoster-Impfstoff

  • Tetanus, Diphtherie und azelluläre Pertussis (Tdap)

Bezüglich des Seh- und Hörvermögens weist die Leitlinie auf widersprüchliche Empfehlungen hin. Während die USPSTF kein routinemäßiges Screening empfiehlt, rät die American Academy of Ophthalmology zu umfassenden Augenuntersuchungen alle ein bis zwei Jahre. Bei kognitivem oder funktionellem Abbau wird jedoch stets ein sofortiger Seh- und Hörtest empfohlen.

Sturzrisiko und Inkontinenz

Es wird empfohlen, alle Personen über 65 Jahre jährlich auf Stürze und Instabilität zu untersuchen. Die wichtigsten Prädiktoren sind eine positive Sturzanamnese sowie Gang- oder Gleichgewichtsstörungen.

Bei Harninkontinenz wird zunächst ein nicht-invasiver Ansatz mit Anamnese, Trinkmengenprotokoll und Miktionstagebuch empfohlen. Die Leitlinie klassifiziert die Inkontinenz in folgende Typen:

Inkontinenz-TypCharakteristikPrimäre Ursache / Auslöser
BelastungsinkontinenzUrinverlust bei Druckerhöhung im AbdomenKörperliche Aktivität, Husten, Niesen
DranginkontinenzUrinverlust nach plötzlichem HarndrangÜberaktive Blase
ÜberlaufinkontinenzHäufiger, kleinvolumiger UrinverlustBlasenauslassobstruktion, neurologische Störungen
Funktionelle InkontinenzUnfähigkeit, die Toilette selbstständig zu nutzenKognitive oder motorische Einschränkungen
MischinkontinenzKombination aus zwei oder mehr TypenMultifaktoriell

Kognition und Psyche

Die Leitlinie rät zu einer niederschwelligen Untersuchung auf kognitiven Abbau. Für das Screening bei mehrsprachigen Personen wird aufgrund der geringen Sprachabhängigkeit besonders der Mini-Cog-Test hervorgehoben.

Bei Schlafstörungen werden primär nicht-pharmakologische Interventionen wie kognitive Verhaltenstherapie und Schlafhygiene empfohlen. Zur Depressionsdiagnostik wird ein zweistufiges Vorgehen mit dem PHQ-2 und bei positivem Ausfall anschließendem PHQ-9 empfohlen.

Polypharmazie

Es wird eine umfassende Medikamentenabstimmung (Medication Reconciliation) mindestens einmal jährlich sowie nach jedem Wechsel der Versorgungsebene empfohlen. Zur Identifikation potenziell inadäquater Medikamente wird auf die Beers-Kriterien der American Geriatrics Society verwiesen.

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💡Praxis-Tipp

Eine Hörminderung oder Sehschwäche kann im klinischen Alltag leicht als kognitiver Abbau, Demenz oder gar als Schlaganfall fehlgedeutet werden. Es wird daher empfohlen, bei Hinweisen auf eine kognitive Verschlechterung oder bei Stimmungsveränderungen stets zuerst das Seh- und Hörvermögen zu überprüfen. Zudem sollte bei jedem neu aufgetretenen Symptom im Alter eine unerwünschte Arzneimittelwirkung als Ursache in Betracht gezogen werden.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie wird empfohlen, alle Personen über 65 Jahre mindestens einmal jährlich auf Stürze und Instabilität zu untersuchen. Dabei sind eine positive Sturzanamnese und Gangstörungen die wichtigsten Warnsignale.

Die Leitlinie empfiehlt routinemäßig Impfungen gegen Influenza, Pneumokokken, Herpes Zoster sowie Tetanus, Diphtherie und Pertussis (Tdap). Weitere Impfungen können je nach individuellen Komorbiditäten sinnvoll sein.

Für mehrsprachige Personen oder bei Sprachbarrieren wird der Mini-Cog-Test empfohlen. Dieser ist einfach durchzuführen und erfordert nur minimale sprachliche Interpretation.

Es wird empfohlen, Schlafstörungen primär mit nicht-pharmakologischen Maßnahmen zu behandeln. Dazu gehören kognitive Verhaltenstherapie, Aufklärung über Schlafhygiene und diätetische Anpassungen, um die Nebenwirkungen von Hypnotika zu vermeiden.

Ein präventives Screening sollte sich laut Leitlinie nach den Präferenzen, der Lebenserwartung und den Komorbiditäten richten. Es wird empfohlen, sich auf behandelbare Erkrankungen zu fokussieren, die die Lebensqualität unmittelbar verbessern.

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Quelle: StatPearls: Geriatric Care Special Needs Assessment (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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