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Hepatitis B & C Diagnostik: Leitlinie (WHO)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf WHO Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Gezielte Testung wird primär für Risikogruppen, bei klinischem Verdacht und für Kontaktpersonen empfohlen.
  • In Populationen mit einer Prävalenz von ≥2 % oder ≥5 % soll der Allgemeinbevölkerung eine routinemäßige Testung angeboten werden.
  • Die Erstdiagnostik erfolgt mittels serologischem Nachweis von HBsAg bzw. HCV-Antikörpern (Schnelltest oder Labor-Immunoassay).
  • Ein positiver serologischer Befund muss durch einen Nukleinsäuretest (NAT) auf HBV-DNA bzw. HCV-RNA bestätigt werden.
  • Für das Therapiemonitoring und den Nachweis der Ausheilung (SVR) bei HCV ist ebenfalls die NAT-Diagnostik entscheidend.
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Hintergrund

Weltweit sind schätzungsweise 248 Millionen Menschen chronisch mit dem Hepatitis-B-Virus (HBV) und 110 Millionen mit dem Hepatitis-C-Virus (HCV) infiziert, wovon 80 Millionen eine aktive virämische Infektion aufweisen. Die WHO-Leitlinie definiert evidenzbasierte Strategien zur Testung, um infizierte Personen frühzeitig zu identifizieren, an Behandlungsangebote anzubinden und die Transmission zu reduzieren.

Indikation zur Testung

Die WHO empfiehlt primär eine gezielte Testung von Risikogruppen. In Regionen mit höherer Prävalenz sollte eine Ausweitung auf die Allgemeinbevölkerung erfolgen.

ZielgruppeHepatitis B (HBV)Hepatitis C (HCV)
RisikogruppenStarke Empfehlung: Personen mit hohem Risiko, klinischem Verdacht, Kontaktpersonen, medizinisches PersonalStarke Empfehlung: Personen mit hohem Risiko, klinischem Verdacht
AllgemeinbevölkerungBedingte Empfehlung: Bei HBsAg-Prävalenz ≥2 % oder ≥5 %Bedingte Empfehlung: Bei HCV-AK-Prävalenz ≥2 % oder ≥5 %
SchwangereStarke Empfehlung: Routinetestung bei Prävalenz ≥2 % oder ≥5 %Keine Routinetestung empfohlen
BlutspenderObligatorisches ScreeningObligatorisches Screening
GeburtskohortenNicht spezifisch empfohlenBedingte Empfehlung: Für spezifische ältere Kohorten mit erhöhtem Risiko

Diagnostik-Algorithmus Hepatitis B

Die Diagnose der chronischen Hepatitis B erfordert eine stufenweise Abklärung:

  • Serologisches Screening: Bestimmung des Hepatitis-B-Oberflächenantigens (HBsAg) mittels Schnelltest (RDT) oder Labor-Immunoassay (EIA, CLIA, ECL).
  • Teststrategie: In Populationen mit HBsAg-Prävalenz ≥0,4 % reicht ein einzelner Test. Bei Prävalenz <0,4 % kann eine Bestätigung durch einen Neutralisationstest oder einen zweiten RDT erwogen werden.
  • Bestätigung der Virämie: Bei positivem HBsAg folgt zwingend ein quantitativer oder qualitativer Nukleinsäuretest (NAT) auf HBV-DNA, um die Behandlungsindikation zu stellen.
  • Staging: Beurteilung der Leberfibrose/-zirrhose mittels klinischer Kriterien oder nicht-invasiver Tests (z. B. APRI-Score >2 oder transiente Elastographie).

Diagnostik-Algorithmus Hepatitis C

Für die Diagnose einer aktiven HCV-Infektion gilt folgender Ablauf:

  • Serologisches Screening: Bestimmung von HCV-Antikörpern (Anti-HCV) mittels RDT oder Labor-Immunoassay. Ein einzelner Test ist für die initiale Detektion ausreichend.
  • Bestätigung der Virämie: Bei reaktivem Anti-HCV-Befund ist zwingend ein NAT auf HCV-RNA (quantitativ oder qualitativ) erforderlich. Alternativ kann das HCV-Core-Antigen (cAg) bestimmt werden.
  • Staging: Beurteilung der Lebererkrankung (APRI-Score, transiente Elastographie) vor Therapiebeginn mit Direct-Acting Antivirals (DAA).

Therapiemonitoring und Verlaufskontrolle

ParameterHepatitis BHepatitis C
TherapieansprechenJährliche Kontrolle von ALT, HBsAg, HBeAg und HBV-DNA.SVR-Bestimmung (Sustained Virological Response) 12 oder 24 Wochen nach Therapieende mittels HCV-RNA NAT.
LebererkrankungJährliches Staging (APRI/Elastographie) bei Patienten ohne Zirrhose.Ultraschall und Alpha-Fetoprotein (AFP) alle 6 Monate bei Zirrhose zur HCC-Früherkennung.
Engmaschigere KontrolleBei Zirrhose, HIV-Koinfektion, schwankender HBV-DNA (2.000-20.000 IU/ml) oder nach Therapieabbruch.Abhängig vom Zirrhosestatus und Komorbiditäten.

Alternative Probenentnahme (Dried Blood Spot)

In ressourcenlimitierten Settings, in denen keine venöse Blutentnahme möglich ist oder RDTs fehlen (z. B. im Drogenentzug oder in Gefängnissen), kann die Verwendung von Dried Blood Spot (DBS)-Proben erwogen werden. Dies gilt sowohl für die serologische Testung (HBsAg, Anti-HCV) als auch für den NAT-Nachweis (HBV-DNA, HCV-RNA).

💡Praxis-Tipp

Ein positiver HCV-Antikörper-Test beweist keine aktive Infektion, sondern nur einen Kontakt mit dem Virus. Bestätigen Sie eine behandlungsbedürftige Virämie immer durch eine HCV-RNA-Bestimmung (NAT), bevor Sie eine DAA-Therapie evaluieren.

Häufig gestellte Fragen

Wenn die Prävalenz in der Bevölkerung bei ≥2 % oder ≥5 % liegt.
Ein serologischer Test (Schnelltest oder Labor-Immunoassay) auf HBsAg (Hepatitis B) bzw. HCV-Antikörper (Hepatitis C).
Durch den Nachweis von HCV-RNA mittels Nukleinsäuretest (NAT) oder alternativ durch das HCV-Core-Antigen.
Wenn 12 oder 24 Wochen nach Therapieende keine HCV-RNA mehr nachweisbar ist (SVR12 bzw. SVR24).
Der APRI-Score (Aspartat-Aminotransferase-to-Platelet Ratio Index) oder die transiente Elastographie (Fibroscan).

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