Hepatitis C (HCV): Screening-Indikation und Empfehlung
Hintergrund
Die CDC-Leitlinie (2020) adressiert das Screening auf das Hepatitis-C-Virus (HCV), welches die häufigste gemeldete blutübertragbare Infektion in den USA darstellt. Die Inzidenz akuter Infektionen steigt kontinuierlich, insbesondere bei Erwachsenen im reproduktionsfähigen Alter.
Eine Übertragung erfolgt primär durch perkutane Blutkontakte, am häufigsten durch intravenösen Drogenkonsum. Es existiert weder eine Impfung noch eine effektive Postexpositionsprophylaxe gegen HCV.
Unbehandelt führt die Infektion bei mehr als der Hälfte der Betroffenen zu einer chronischen Hepatitis, die in einer Leberzirrhose oder einem hepatozellulären Karzinom münden kann. Durch den Einsatz direkt wirkender antiviraler Medikamente (DAA) ist heutzutage in den meisten Fällen eine virologische Heilung innerhalb von 8 bis 12 Wochen möglich.
Empfehlungen
Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen für das Screening und Management von Hepatitis C:
Universelles Screening
Es werden zwei neue Kernempfehlungen für das universelle Screening formuliert, sofern die lokale HCV-Prävalenz nicht nachweislich unter 0,1 % liegt:
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Einmaliges Hepatitis-C-Screening im Leben für alle Erwachsenen ab 18 Jahren.
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Hepatitis-C-Screening für alle schwangeren Frauen während jeder einzelnen Schwangerschaft.
Risikobasiertes Screening
Unabhängig vom Alter oder der lokalen Prävalenz wird ein einmaliges Testen für Personen mit bekannten Risikofaktoren empfohlen. Dazu zählen laut Leitlinie:
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Personen mit HIV-Infektion.
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Personen mit stattgehabtem intravenösem Drogenkonsum (auch bei einmaligem Konsum in der Vergangenheit).
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Patienten unter Hämodialyse oder mit anhaltend erhöhten ALT-Werten.
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Empfänger von Bluttransfusionen oder Organtransplantaten vor Juli 1992.
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Medizinisches Personal nach Nadelstichverletzungen oder Schleimhautkontakt mit HCV-positivem Blut.
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Kinder von HCV-infizierten Müttern.
Bei anhaltenden Risikofaktoren (wie aktuellem Drogenkonsum oder regelmäßiger Hämodialyse) wird eine routinemäßige, periodische Testung empfohlen. Zudem betont die Leitlinie, dass jede Person, die um einen Test bittet, diesen erhalten sollte, da stigmatisierende Risiken oft verschwiegen werden.
Diagnostischer Algorithmus
Für die Diagnostik wird ein zweistufiges Vorgehen empfohlen. Zunächst erfolgt ein Test auf HCV-Antikörper (Anti-HCV).
Bei einem positiven Antikörper-Befund muss gemäß Leitlinie ein Nukleinsäuretest (NAT) auf HCV-RNA durchgeführt werden, um eine aktive Virämie zu bestätigen. Es wird die Etablierung von Reflex-Testungen empfohlen, bei denen das Labor aus derselben Probe automatisch die HCV-RNA bestimmt.
Management nach Diagnosestellung
Bei bestätigter aktiver HCV-Infektion wird eine medizinische Evaluation bezüglich einer chronischen Lebererkrankung und einer antiviralen Therapie empfohlen. Begleitend rät die Leitlinie zu folgenden Maßnahmen:
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Impfung gegen Hepatitis A und Hepatitis B.
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Screening und Kurzintervention bezüglich Alkohol- und Drogenkonsum.
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Gewichtsmanagement bei Übergewicht oder Adipositas.
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Aufklärung über die Vermeidung der gemeinsamen Nutzung von Rasierern oder Zahnbürsten.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie hebt hervor, dass jede Person, die um einen Hepatitis-C-Test bittet, diesen auch ohne Nennung von Gründen erhalten sollte. Es wird darauf hingewiesen, dass viele Betroffene aus Scham stigmatisierende Risikofaktoren wie Drogenkonsum nicht offenlegen. Ein Verweigern des Tests bei scheinbar fehlendem Risiko kann somit zu unentdeckten Infektionen führen.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie wird ein Hepatitis-C-Screening in jeder einzelnen Schwangerschaft empfohlen. Dies gilt unabhängig vom Alter der Schwangeren, sofern die lokale Prävalenz nicht unter 0,1 % liegt.
Bei einem positiven HCV-Antikörpertest wird die Durchführung eines Nukleinsäuretests (NAT) auf HCV-RNA empfohlen. Nur durch den Nachweis der HCV-RNA kann eine aktuell aktive Infektion von einer ausgeheilten unterschieden werden.
Eine periodische Testung wird für Personen mit anhaltenden Risikofaktoren empfohlen. Dazu zählen laut Leitlinie insbesondere Menschen mit aktuellem intravenösem Drogenkonsum sowie Patienten unter regelmäßiger Hämodialyse.
Die Leitlinie stellt fest, dass eine HCV-Infektion keine Kontraindikation für das Stillen darstellt. Es wird jedoch darauf hingewiesen, dass bei blutenden oder rissigen Brustwarzen Vorsicht geboten ist.
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Quelle: CDC Recommendations for Hepatitis C Screening Among Adults (CDC, 2020). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
Verwandte Leitlinien
CDC Hepatitis C Testing and Management
WHO Guidelines on Hepatitis B and C Testing
Updated recommendations on treatment of adolescents and children with chronic HCV infection, and HCV simplified service delivery and diagnostics
AASLD/IDSA: HCV Guidance
USPSTF: Hepatitis B Virus Infection: Screening (Grade B)
Consolidated guidance on hepatitis B and C prevention, testing, treatment, service delivery and monitoring: an implementation handbook for a public health approach
SIGN 133: Management of hepatitis C
StatPearls: Hepatitis C
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